Doppelseiltechnik

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Die Doppelseiltechnik, auch Seilklettertechnik (SKT) genannt, ist Arbeitsverfahren zur Arbeitsplatzpositionierung an Seilen, insbesondere beim Baumklettern. Sie wird in der Baumpflege oder bei Baumfällungen eingesetzt.[1]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Methode der Doppelseiltechnik ist eine Weiterentwicklung und Spezialisierung aus dem Bereich der Höhlenforschung. Zum Erreichen seiner Arbeitsposition in einem Baumes befördert der Baumpfleger zunächst mit Hilfe eines Wurfsäckchens oder Schussgerätes eine dünne Schnur möglichst hoch über eine belastbare Astgabelung. Durch ein Gewicht am Anfang der Schnur wird diese über die Astgabel gezogen. Der Baumpfleger kann, zur Schonung der empfindlichen Rinde, dabei einen Kambiumschoner über die Astgabel ziehen, bevor er mit Hilfe der Schnur das eigentliche Seil „einbaut“. Das Seil hängt nun im Doppelstrang, wobei das eine Ende am Gurt fixiert und das Andere mit einem ebendort fixiertem Klemmknoten verbunden wird.

Der Aufstieg in den Baum erfolgt dann am freihängenden Seil, wobei verschiedene Aufstiegs- und Sicherungstechniken zum Einsatz kommen. Verbreitet ist eine Fußklemm-Methode, bei der freilaufende Seilstrang zwischen den Füßen so festgeklemmt wird, dass Beine und Arme zum Hinaufziehen benutzt werden können. Gleichzeitig erfolgt am Seil die Sicherung des Baumpflegers mittels Klemmknoten und speziellem Sitzgurt (Sliding-D).

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der beruflichen Verwendung von Seilen unterliegt die sicherheitsrelevante Ausrüstung besonderen Vorschriften der Berufsgenossenschaften, speziell der Gartenbau-Berufsgenossenschaft in Kassel. Gurte, Seile und technische Hilfsmittel müssen nach europäischen Normen gefertigt sein und über entsprechende Kennzeichnung verfügen. Sie müssen regelmäßig (mindestens einmal jährlich, siehe PSA-Benutzungsverordnung) überprüft und in festgelegten Zeitabständen ersetzt werden. Halteseile haben zum Teil Stahlkerne, um das Durchtrennen des Seils zu vermeiden, wenn im Baum mit der Motorsäge gearbeitet wird.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber dem Einsatz von Hubarbeitsbühnen oder Gerüsten ist die Doppelseiltechnik in Bäumen oft flexibler einsetzbar. Es werden weder Platz noch befestigte Straßen benötigt, so dass auch an unzugänglichen Stellen wie Hinterhöfen oder Uferböschungen gearbeitet werden kann. Bei der Baumpflege wird der Boden nicht durch schwere Fahrzeuge verdichtet.

Stehen mehrere zu bearbeitende Bäume an gut zugänglicher Stelle, bietet eine Hubarbeitsbühne gegenüber der Seilklettertechnik jedoch die effizientere Arbeitsweise, da die Arbeitsvorbereitung dann wesentlich kürzer ausfällt.

An Gebäuden oder bei anderweitigem Einsatz seilunterstützter Zugangstechniken dürfen diese Verfahren nicht eingesetzt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.baumdienst-siebengebirge.de/de/doppelseil.php