Baumbesetzung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Eine Baumbesetzung ist eine meist öffentlichkeitswirksame Aktionsform von Umweltschützern, mit der auf eine durch Infrastrukturmaßnahmen bedrohte Natur aufmerksam gemacht werden soll. Der besetzte Baum steht daher meist stellvertretend für eine bedrohte Natur. Baumbesetzung ist eine Form der Direkten Aktion. Gesetzesverstöße werden mit dem Verweis auf höhere Werte von den Besetzern in Kauf genommen. In der Regel finden Baumbesetzungen unmittelbar vor der zu erwartenden Fällung statt. Durch ihren spektakulären Einsatz versuchen Baumbesetzer so, die Umsetzung einer bereits getroffenen Entscheidung zu verhindern.

Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die durch Robin Wood besetzte Buche in Dresden
RobinWood-Aktivisten und Plattformen in der Buche

Die längste Baumbesetzung in Deutschland wurde 2010 von Mitgliedern der Aktionsgemeinschaft Robin Wood durchgeführt. 34 Tage besetzten ununterbrochen zwischen vier und elf Menschen eine fast 300-jährige Rotbuche in Dresden, um damit den Bau der Waldschlößchenbrücke zu verhindern. Die besetzte Buche wurde schließlich von einem Sonderkommando der Polizei geräumt und anschließend gefällt.[1]

Weitere Aufsehen erregende Baumbesetzungen in Deutschland waren:

Die weltweit bekannteste und längste Baumbesetzung ging von der US-amerikanischen Umweltaktivistin Julia Butterfly Hill aus. Sie lebte aus Protest gegen die Firma Pacific Lumber 738 Tage (über zwei Jahre) auf einem Küstenmammutbaum (Redwood) in Kalifornien. Ihr Alltag spielte sich auf zwei verhältnismäßig kleinen Holzplattformen ab, die in etwa 60 Meter Höhe mit Seilen befestigt waren. Im zweiten Jahr ihrer Besetzung errichteten zwei Mitglieder der Umweltschutzorganisation Earth First!, die die Baumbesetzung unterstützte, noch eine dritte Plattform. Diese befand sich nur in etwa 30 Metern Höhe und diente als Presse- und Besucherplattform. Julia Butterfly Hill benutzte Klettergurt und Seil für den Auf- und Abstieg und anfangs zwischen den Plattformen. Später bewegte sie sich in den Ästen der Baumkrone, wo sie die meiste Zeit verbrachte, ungesichert. Die Baumbesetzung des etwa 600 Jahre alten Redwoods verlief erfolgreich. Nach Verhandlungen erklärte sich der Chef von Pacific Lumber am 18. Dezember 1999 einverstanden, den Baum und ein Gebiet von 12.000 m² um ihn herum unter Schutz zu stellen.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polizei beendet Baumbesetzung. Süddeutsche.de, 17. Mai 2010, abgerufen am 12. November 2013.
  2. Ganz oben. Greenpeace Magazin, Januar 2010, archiviert vom Original am 13. November 2013; abgerufen am 13. November 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.greenpeace-magazin.de
  3. Blicklicht, TU Cottbus: Moorburgtrasse gestoppt – Baumbesetzung beendet (PDF; 286 kB), abgerufen am 5. August 2017
  4. Gute Aktionen für K21. Robin Wood Internetseite, 13. November 2013, archiviert vom Original am 13. November 2013; abgerufen am 13. November 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.robinwood.de
  5. Baumbesetzung gegen drohenden Kahlschlag für den Frankfurter Flughafen – Robin Wood. In: robinwood.de. 12. Januar 2018, abgerufen am 23. Januar 2018.
  6. Protest gegen Bau von neuem Flughafen-Terminal. In: welt.de. 17. Januar 2018, abgerufen am 23. Januar 2018.
  7. Julia Butterfly Hill: Die Botschaft der Baumfrau, Riemann Verlag, ISBN 3-570-50015-2