Dornstrauchsavanne

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Dornstrauchsavanne in Namibia

Die Dornstrauchsavanne wird auch als Dornbuschsavanne, Dornbaumsavanne, Dornensavanne oder Dornbuschsteppe bezeichnet. Sie ist je nach Betrachtungsweise eine Ökozone, ein Zonobiom oder eine Vegetationszone der Tropen und ist durch offenen Bewuchs (Grasland) und in relativ regelmäßigen Abständen stehende Büsche charakterisiert.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Dornstrauchsavanne tritt im Übergangsbereich zwischen der ariden Passatwindzone und dem tropischen Regenwaldklima auf. Entsprechend liegt die Vegetationszone der Dornbuschsavannen zwischen den Vegetationszonen Wüste und Halbwüste auf der einen und Trockensavanne und Feuchtsavanne auf der anderen Seite. Die natürlichen Dornstrauchsavannen gehören zur Region der tropischen Trockengebiete und sind nicht Teil der wechselfeuchten Tropen. Dornbuschsavannen sind insbesondere in Afrika verbreitet, sie treten aber auch in Australien und im nördlichen Teil Südamerikas auf. In Afrika zieht sich ein Gürtel von Dornbuschsavannen halbkreisförmig durch den Kontinent und ist vor allem im Bereich der Sudanzone und der Sahelzone Westafrikas zu finden. Zusammen mit den Kakteenwüsten machen die Flächen der Dornstrauchsavannen etwa 5 % der Landfläche aus.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm Zinder (Niger)

Die Dornstrauchsavanne wird in der Klimaklassifikation von den Klimaforschern Troll/Paffen als "V 4" bezeichnet, bei Köppen als "BSh-Klima".
Die Trockenzeit in den Dornstrauchsavannen dauert etwa 7 bis 10 Monate, der jährliche Niederschlag beträgt in der Regel zwischen 200 und 500 mm. Das Klima ist arid oder semiarid und weist ein deutliches Verdunstungsdefizit auf, bei dem die potentielle Verdunstung höher ist als die realen Niederschläge. Der Boden der Dornstrauchsavanne ist aufgrund der geringen fluviatilen Erosion überwiegend steinig oder sandig und arm an organischem Material, der aufliegende lockere Oberboden ist durch Winderosion gefährdet.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die Pflanzen- und Tierwelt in der Dornstrauchsavanne hat sich an die klimatischen Voraussetzungen angepasst. Aufgrund der langen Trockenzeit können Bäume in der Dornbuschsavanne nur vereinzelt überleben, jedoch gibt es in bestimmten Regionen einen weitständigen Dornwald (Mittelamerika, Inner- und Nordostbrasilien: Bezeichnung als Caatinga). In dieser Region können nur Pflanzen überleben, die Wasser speichern können, wie zum Beispiel Dornsträucher. Es gibt keine geschlossene Grasdecke wie in der Feuchtsavanne, typische Pflanzenfamilien sind Xerophyten wie Sukkulenten, Geophyten und Ephemere.
Die Tierwelt wie Insekten, Kleinreptilien, Spinnentiere, Vögel und Säugetiere sind in der Regel temporale Spezialisten, also überwiegend entweder nacht- oder dämmerungsaktiv, ebenfalls um den Flüssigkeitsverlust so gering wie möglich zu halten.

Quellen[Bearbeiten]

  • Wörterbuch Allgemeine Geographie. Hrsg. Hartmut Leser (1996)

Weblinks[Bearbeiten]