Grasland

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Dieser Artikel Beschreibt den Biotoptyp. Angaben zur gleichnamigen Sprachengruppe finden sich unter Graslandsprachen.
Bisonherde, Prärie, Montana (2008)
Eiszeitliche Höhlenmalerei mit Grasfressern subtropischer Klimate, Chauvet-Höhle, Ardèche, Südfrankreich (ca. 30.000 – 22.000 v. Chr.)

Grasland ist das größte Biom der Erde. Es bezeichnet all die Vegetationstypen, in denen Gräser (Poaceae) vorherrschen und in denen Bäume fehlen oder eine untergeordnete Rolle spielen.[1] Aus Sicht der Nutzung sind zum Grasland Flächen zu rechnen, welche aus natürlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht anders genutzt werden können.[2]

Grasland ist das erste Biom nach einer Eiszeit, es besteht in Koevolution mit Grasfresserherden und Raubtierrudeln.[3] Teilweise mehrere tausend Jahre alt, gibt es auch natürliche Graslandtypen und Kulturgraslandschaften, welche in den letzten Jahrzehnten entstanden sind oder sich in der Ausbildung befinden.[4] Von Kräutern durchsetzt, ist Grasland auch durch Beweidung und/oder Mähen entstanden und gehört als Grünland zu den prägenden Elementen vieler Kulturlandschaften.

Urgrasland besteht bis heute in Regionen in denen es weniger als 400 mm Niederschlag im Jahresdurchschnitt gibt und deshalb keine natürliche Suckzession hin zu Busch- und Waldland stattfindet. Dazu zählen weite Gebiete in Sibirien, Skandinavien, Innerasien, Europa und Nordamerika.[3]

Beispiele für Graslandökosysteme[Bearbeiten]

Eurasische Grassteppe (rot) von der Puszta bei Wien im Westen bis zur Mandschurei im Osten

Kulturgrasland[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grünland

Durch naturausbeutende Nutzung ohne standortschonende oder -verbessernde Bewirtschaftung entstanden die Extensivgrasländer. Die intensivere Landwirtschaft formte durch Regulierung von Wasser- und Nährstoffhaushalt, das Einbringen produktiver Pflanzenarten und geregelte Nutzungsabläufe in den letzten 200 Jahren das sogenannte Kulturgrasland, enger gefasst als Wirtschaftsgrünland bezeichnet.[4] Fällt die Bewirtschaftung zu intensiv aus, bringt diese Übernutzung einen Verlust an Biotop- und Strukturvielfalt mit sich und führt zu instabileren Ökosystemen.

Beim Kulturgrasland handelt es sich um biologisch sehr vielfältige Ökosysteme. Speziell bei der Erhaltung überkommener Graslandtypen geht der Naturschutz sehr eng mit dem Kulturschutz einher. Bei Resten früherer Kulturformen wird deren Wert als kulturelles Erbe immer noch vernachlässigt.[4]

Bis heute hat die gute fachliche Praxis (GfP) in der Landwirtschaft zu einem Verlust und Gefährdung der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit geführt.[5][6][7][8][9][10][11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Schaefer: Wörterbuch der Ökologie. 4. Auflage. Heidelberg, Berlin: Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-0167-4
  2. Ernst Klapp: Das Dauergrünland Wegweiser zur erfolgreichen Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden. Ulmer, Stuttgart 1934.
  3. a b Gottfried Briemle, Conrad Fink ; Claus-Peter Hutter (Hrsg.) Wiesen, Weiden und anderes Grünland : Biotope erkennen,bestimmen, schützen... Weitbrecht Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-522-72010-5, S. 8ff (Zugriff am 19 October 2015).
  4. a b c Hartmut Dierschke, Gottfried Briemle: Kulturgrasland: Wiesen, Weiden und verwandte Staudenfluren. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5641-2.
  5. Gesine Hellberg-Rode: Bodenerosion. Projekt Hypersoil – Universität Muenster. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  6. Botanischer Garten Rostock. Universität Rostock. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  7. Stand: 1. Februar 2015 1 Humus und Bodenfruchtbarkeit. Landwirtschaftkammer Nordrhein-Westfahlen. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  8. Böden droht der Verlust an Fruchtbarkeit. Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  9. Der Boden lebt – aber er ist in Gefahr. FiBL Deutschland e.V.. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  10. Karsten Weitzenegger: Herausforderungen bis 2030 in und an Deutschland durch SDG. SID Hamburg. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  11. Gefährdung der Biodiversität. Umweltbundesamt. Abgerufen am 3. Dezember 2015.