Dorothea Jordan

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Porträt von John Hoppner

Dorothea Jordan, geboren als Dorothea Bland (* 21. November 1761 in Waterford, Irland; † 5. Juli 1816 in Saint-Cloud, Frankreich) war eine irische Schauspielerin und die langjährige Mätresse des britischen Königs Wilhelm IV.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorothy war das dritte von sechs Kindern des Bühnenarbeiters Francis Bland (1736–1778) und seiner Mätresse Grace Phillips (ca. 1740–1789). Ihr Vater, heruntergekommener Sohn eines anglikanischen Vikars Nathaniel Bland, verließ 1774 die Familie und heiratete eine Schauspielerin. Ihre Mutter, ebenfalls Schauspielerin, brachte sie auf die Bühne, 1777 zunächst in Dublin, ab 1782 in Leeds und anderen Städten in Yorkshire. Sie nahm den Künstlernamen Mrs. Jordan an und hatte eine uneheliche Tochter, Frances Daly (1782–1821) aus einer Beziehung mit dem verheirateten Manger des Theatre Royal in Cork, Richard Daly, die 1807 Thomas Alsop heiratete und ab 1815 ebenfalls Schauspielerin wurde. Es folgten weitere Beziehungen mit Theaterleuten.

1785 hatte Dorothy ihren ersten Auftritt in London. Bis 1809 wirkte sie dort im Ensemble am Theatre Royal Drury Lane, vor allem in Komödien, ab 1811 in Covent Garden. 1786 begann sie eine Affäre mit dem Juristen Sir Richard Ford, aus der sie drei weitere Kinder hatte. Als sie erkannte, dass Ford sie nicht heiraten würde, sah sie sich nach Alternativen um. Mit ihrer Schönheit, ihrem Witz und ihrer Intelligenz bezauberte sie die Herren der Londoner Gesellschaft.

1790 begann sie eine Affäre mit dem Duke of Clarence und späteren König Wilhelm IV. von Großbritannien und wurde im Jahr darauf zu seiner Mätresse. Ihre Kinder gab sie ihrer Schwester Hester in Obhut, die sie in einem Haus in Brompton aufzog, wobei Dorothy und Ford ihr die Mittel dafür zur Verfügung stellten.

Dorothy und William lebten bis zur Trennung 1811 eheähnlich auf Bushy House nahe Hampton Court Palace.

Aus der Liaison gingen zehn Kinder hervor, die den Familiennamen FitzClarence bekamen:

Als sich der Herzog 1811 von ihr trennte, erhielt sie das Sorgerecht für die Töchter, während er das für die Söhne übernahm. Sie bekam eine jährliche Apanage unter der Bedingung, nicht auf die Bühne zurückzukehren. Als jedoch einer ihrer Schwiegersöhne 1814 in schwere Verschuldung geriet, trat sie wieder auf. Als William dies erfuhr, nahm er ihr die Töchter und die Apanage weg. 1815 entfloh sie ihren Gläubigern nach Frankreich und starb dort am 5. Juli 1816 in Saint-Cloud bei Paris in Armut.

Weitere Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claire Tomalin: Mrs. Jordan’s Profession. The story of a great actress and a future King. Viking Verlag, London u. a. 1994, ISBN 0-670-84159-5.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1914: Their Cousin from England
  • 1914: A Can of Baked Beans

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorothea Jordan – Sammlung von Bildern