Dotschy Reinhardt

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Dotschy Reinhardt beim TFF Rudolstadt 2013

Dotschy Reinhardt (* 10. November 1975 in Ravensburg als Michaela Reinhardt) ist eine deutsche Jazz-Musikerin, Autorin und Menschenrechtlerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dotschy Reinhardt ist Sinteza und begann bereits im Alter von vier Jahren zu singen. Im Kreis ihrer Familie, begleitet von Jazzgitarristen wie Bobby Falta, sang sie die ersten Jazzstandards aus dem Great American Songbook und lernte auf diesem Wege ebenso die Kompositionen ihres berühmten Verwandten Django Reinhardt kennen. Ihre ersten öffentlichen Auftritte hatte die Sängerin im Rahmen von Gottesdiensten, dort sang sie Spirituals in deutscher Sprache und in Romanes, der Sprache der Sinti. Schon in frühester Kindheit wurde sie von Frank Sinatra, Julie London, Pat Morrissey und Django Reinhardt musikalisch beeinflusst. Bald folgten erste Gesangsstunden und Orgelunterricht. Ihre ersten professionellen Auftritte hatte sie im Alter von elf Jahren im Rahmen jener Swing-Abende, die Horst Jankowski monatlich in Stuttgart leitete. Als 15-Jährige trat sie in der Fernsehshow „Swing & Talk“ mit dem RIAS Tanzorchester unter Leitung von Jankowski auf.

Seit 2003 lebt sie mit ihrem Mann, dem Sänger David Rose, in Berlin und gestaltet dort die Kulturlandschaft mit.

2006 veröffentlichte sie ihr Debütalbum Sprinkled Eyes, auf dem sie den Gypsy Swing modernisierte und in Richtung Modern Jazz und Bossa Nova entwickelte.[1] Auch ihr zweites Album Suni wurde aufgrund seiner Vielfalt gelobt.[2] Das dritte Album Pani Sindhu gilt als „ein sympathisches, in sich schlüssiges, klug komponiertes Konzeptalbum.“[3]

2008 veröffentlicht Dotschy Reinhardt ihr erstes Buch Gypsy: Die Geschichte einer großen Sinti-Familie beim Scherz Verlag und erzählt darin die Geschichte ihrer Familie. Ihr zweites Buch Everybody's Gypsy: Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt wurde 2014 beim Metrolit Verlag veröffentlicht. Reinhardt berichtet von der „Gypsy-Kultur“ und von den falschen Bildern, die es davon gibt. Sie erklärt, wie sich Sinti und Roma selbstbewusst gegen Ausgrenzung und die Aneignung ihrer Kultur behaupten. Und sie unternimmt einen Roadtrip durch die Zentren der Popkultur mit Geschichten über Musik und Mode, Literatur und Kunst, Film, Fernsehen und Alltag.

Seit 2016 ist sie Vorsitzende des Landesrats der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V.[4] und aktives SPD-Mitglied.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gipsy. Die Geschichte einer großen Sinti Familie. Frankfurt am Main: Scherz-Verlag, 2008
  • Everybody's Gypsy. Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt. Berlin: Metrolit Verlag 2014 online

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dotschy Reinhardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Mädchen vom nächsten Wohnwagen, Süddeutsche Zeitung, 14. Dezember 2008
  2. Suni (Jazzdimensions)
  3. Die Musikerin Dotschy Reinhardt Auf dem eigenen Weg, Stuttgarter Zeitung, 19. Oktober 2012
  4. http://www.lrsbb.de