Drackenstedt

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Drackenstedt
Gemeinde Eilsleben
Wappen von Drackenstedt
Koordinaten: 52° 9′ 17″ N, 11° 20′ 51″ O
Höhe: 128 m
Fläche: 7,19 km²
Einwohner: 404 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 39365
Vorwahl: 039293
Die Kirche St. Nicolai in Drackenstedt
Die Kirche St. Nicolai in Drackenstedt

Drackenstedt ist ein Ortsteil der Gemeinde Eilsleben im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drackenstedt liegt im Norden der Magdeburger Börde im Quellbereich der Olbe, eines kleinen Flüsschens, dessen Wasser über die Beber und Ohre in die Elbe gelangt. Auch die Allerquellen sind nur wenige Kilometer vom Ortsteil entfernt. Nordwestlich von Drackenstedt erreicht der Wartsberg 179 m ü. NN. Seehausen ist ca. 8 km, die Landeshauptstadt Magdeburg etwa 15 km von Drackenstedt entfernt.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Drackenstedt gehört der 1 km südlich liegende Ortsteil Bahnhof Dreileben-Drackenstedt.

Michaelis Mühle, 1973

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drackenstedt wird erstmals in einer Ottonenurkunde vom 22. Oktober 973 als Drikkestedi genannt. Bis 1984/1985 verfügte der Ort mit der Michaelis Mühle über eine Bockwindmühle, die dann jedoch nach Hohenwarthe umgesetzt wurde.

Am 1. September 2010 wurde Drackenstedt nach Eilsleben eingemeindet.[1]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
31.12.2003 458
31.12.2004 443
31.12.2005 430
31.12.2006 427
31.12.2007 431
31.12.2008 419
31.12.2009 404

(Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Oktober 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein gestürzter linksgewendeter roter Drachen, golden bewehrt.“

Das Wappen wurde von der Magdeburger Heraldikerin Erika Fiedler gestaltet.

Durch den Drachen (als Beschützer vor Unheil) soll der Ortsname als „redendes Element“ symbolisiert werden.

Mahnmal auf dem Friedhof von Drackenstedt

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenkanlage für 58 unbekannte KZ-Häftlinge verschiedener Nationalität, die bei einem Todesmarsch im April 1945 vom KZ-Außenlager Stempeda des KZ Mittelbau-Dora über den Harz getrieben und von SS-Männern in einer Scheune des Ortes ermordet wurden.
  • Die evangelische Sankt-Cosmas-und-Damian-Kirche (heute St. Nicolai) in Drackenstedt mit romanischem Kirchturm wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut, das Kirchenschiff stammt aus der Zeit um 1750.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Autobahn-Anschluss Bornstedt (A 2) ist nur ca. 4 km von der Gemeinde entfernt. Auch die Bundesstraßen 1, 245 und 246a führen nahe Drackenstedt vorbei. Der Bahnhof Dreileben-Drackenstedt liegt an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg. Der Ort liegt an der Landesstraße 24, die von Oschersleben über Haldensleben und Calvörde nach Oebisfelde führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1882 wurde in Drackenstedt der später dem Nationalsozialismus nahestehende Theologe und Autor Albert Hosenthien geboren.

Von 1881 bis 1902 hatte der deutsche Theologe Karl Knaake und Begründer der Weimarer Lutherausgabe die Pfarrstelle der Gemeinde Drackenstedt inne und lebte im Pfarrhaus.[2] Hier entstanden mehrere Bände der Ausgabe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Bartels: Familienbuch Drackenstedt (Landkreis Börde), 1598 - 1800. Leipzig: AMF 2009, 2. Auflage (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 33)
  • Volker Limburg, Drackenstedter Geschichte(n), Band 1 bis 3, Dreileben-Drackenstedt 2016 (Selbstverlag)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  2. Vgl. Archiv der Kommission zur Herausgabe der Werke Martin Luthers. Korrespondenz Knaake/Weiß, Drackenstedt 22.12.1881. Universitätsarchiv Tübingen. Sign. 752/1, Bd. 1.