Drogenszene

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Als Drogenszene bezeichnet man ein Soziales Milieu, in dem sich Konsumenten illegaler Drogen treffen, um diese Drogen zu handeln oder zu konsumieren.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drogenszenen sind in Großstädten besonders deutlich erkennbar.[1] Drogenszenen, in denen Drogen nicht heimlich, sondern öffentlich gehandelt oder konsumiert werden, bezeichnet man als öffentliche oder offene Drogenszenen. Viele Drogenszenen bildeten sich in Großstädten in Bahnhöfen. Sie wurden jedoch oft durch Interventionen der Eisenbahnbetreiber in die bahnhofsnahen Elendsviertel verdrängt.

Weil einige Drogensüchtige (Slang: "Junkies") ihre Drogen unter anderem mit Straftaten und Prostitution finanzieren, kann die Drogenszene mit der Beschaffungskriminalität in Verbindung stehen.

Aus der Sicht der Strafverfolgungsbehörden erscheint es notwendig, offene Drogenszenen zu bekämpfen. Polizeieinsätze gegen offene Drogenszenen bewirken jedoch meistens nur örtliche Verlagerungen. Ein Beispiel für eine gescheiterte Verdrängung ist der als Needle Park bekannte Platzspitz in Zürich. Nach der Sperrung des Parks 1992 verlagerte sich die Drogenszene in den benachbarten Oberen Letten. Die Entfernung der weltweit bekannten offenen Drogenszene am Berliner Bahnhof Zoo verlagerte sie nach Kreuzberg in den Görlitzer Park.[2]

In den letzten Jahren werden die Rufe lauter, Abhängigen zum Beispiel mit Konsumräumen, Entzugsprogrammen oder psychosozialer Unterstützung zu helfen, anstatt ihre oft aussichtslose Lage durch Kriminalisierung zu verschlimmern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Drogen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Drogen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Loos: Lexikon der Drogenszene – Beiträge zur Pharmakologie, Psychologie, Medizin, Rechtsprechung, Kriminologie und Kriminalistik der Drogenszene in der Bundesrepublik, Band 2, Hoheneck-Verlag, 1973
  • Frieder Theyson, Dieter Spazier: Nowhere – Therapeutische Expedition in die Unwegsamkeit der Drogenszene, Athenaeum, 1987, ISBN 3810801801.
  • Kurt van Es, Frans Bosman: Drogenszene Europa – Politik zwischen Repression und Duldung, Rasch und Röhring, 1995, ISBN 9783891365243
  • Bernd Belina: Kriminelle Räume. Funktion und ideologische Legitimierung von Betretungsverboten. Kassel 2000, ISBN 3-8979-2018-2.
  • Thomas Krebs: Platzverweis. Städte im Kampf gegen Außenseiter. Tübingen 2001, ISBN 3-932512-11-1.
  • Andrea Grimm (Hrsg.): Die offenen Szenen der Großstädte. Drogenabhängigkeit, Obdachlosigkeit und Prostitution an den Zentralorten der Städte. Dokumentation einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 31. Oktober bis 2. November 2001. Rehburg-Loccum 2003, ISBN 3-8172-6401-1.
  • Thorsten Finger: Die offenen Szenen der Städte. Gefahrenabwehr-, kommunal- und straßenrechtliche Maßnahmen zur Wahrung eines integren öffentlichen Raums. (Eine rechtswissenschaftliche Untersuchung). Berlin 2006, ISBN 978-3-428-12210-3.
  • Christiane Bernard: Frauen in Drogenszenen: Drogenkonsum, Alltagswelt und Kontrollpolitik in Deutschland und den USA am Beispiel Frankfurt am Main und New York City, Springer, 2013, ISBN 978-3-658-01329-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brennpunkt Frankfurter Bahnhofsviertel: Wie die Stadt gegenüber Dealern, Junkies und Kriminalität hilflos bleibt | STERN.de von stern.de, 11. April 2018, auf web.archive.org
  2. Video "Berlin Kreuzberg - Offene Drogenszene" | Mittagsmagazin | ARD Mediathek von ardmediathek.de, 21. April 2015, auf web.archive.org