Dschaisch al-Islam (Syrien)

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Kämpfer der Dschaisch al-Islam im März 2018

Dschaisch al-Islam (arabisch جيش الإسلام, DMG Ǧayš al-Islām ‚Armee des Islam‘) ist eine von Saudi-Arabien unterstützte bewaffnete islamistische syrische Gruppierung, die am 29. September 2013 im Duma, einer Stadt östlich von Damaskus, gegründet wurde. Die Gruppe kämpfte bis Ende März 2018 gegen die Truppen des syrischen Diktators Bashar al-Assad, bevor sie den Vorort von Damaskus nach Verhandlungen schließlich aufgab. Ihr werden mehrere Verbrechen, unter anderem gegen die religiöse Minderheit der Alawiten, zur Last gelegt.[1]

Die Gruppe ist nicht zu verwechseln mit einer palästinensischen Organisation gleichen Namens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruppe entstand aus einem Zusammenschluss von über 50 Oppositionsgruppen unter der Führung von Liwa al-Islam.[2] Dschaisch al-Islam besteht nach eigenen Angaben überwiegend aus syrischen Bürgern,[3] und wird finanziell und logistisch von Saudi-Arabien unterstützt[4][5] und ist die größte Rebellengruppe in Ost-Ghuta. Der Gruppe wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, chemische Waffen eingesetzt zu haben.[6] Im März 2018 beherrscht Dschaisch al-Islam immer noch die syrische Großstadt Duma und einige südliche Vororte von Damaskus. Die Gruppe ist nicht Teil der Freien Syrischen Armee.[7] Anfang 2018 bestand die Gruppe aus 10.000 bis 15.000 Mitgliedern. Nachdem der Führer der Gruppe Zahran Allusch 2015 bei einen Fliegerangriff ums Leben kam, führt Essam al-Buwaydhani Dschaisch al-Islam.[8]

Im Herbst 2015 wurde den Islamisten vorgeworfen, Angehörige der religiösen Minderheit der Alawiten, darunter auch Frauen und ganze Familien, als Geiseln in Käfige gesperrt und diese an wichtigen Positionen im von ihnen besetzten Gebiet platziert zu haben, um Luftangriffe seitens der syrischen und russischen Streitkräfte zu verhindern. Neben diesem Verbrechen wird der Miliz auch vorgeworfen, in der Entführung der Menschenrechtsanwältin Razan Zeitouneh und ihrem Ehemann sowie zwei anderen säkularen Aktivisten im Jahr 2013 involviert zu sein.[9]

Ende März 2018 war die Gruppe, nachdem alle übrigen Einheiten im eingeschlossenen Ost-Ghuta in den Tagen zuvor aufgegeben hatten, die letzte regierungsfeindliche Gruppe in Duma.[10] Auch sie stimmten jedoch wenig später einer Evakuierung zu und die syrische Regierung gab am 1. April 2018 an, dass man die Kämpfer und ihre Familien nach Dscharābulus evakuieren wolle.[11]

Am 23. März wurde berichtet, dass Dschaisch al-Islam im Rahmen einer Vereinbarung mit der syrischen Regierung 3500 Gefangene sowie 3000 schwer verwundete Zivilisten aus dem Gefängnis Al-Touba in der von der Miliz besetzten Stadt Duma freilässt. Der Großteil davon wurde beim Überfall auf die Region Adra nördlich von Duma vor ein paar Jahren von der Islamistengruppe entführt.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Syrien: Nonnen beklagen unwürdige Gefangennahme von Zivilisten durch Rebellen
  2. Foreign PolicyForeign Policy 1. Oktober 2013: And on Sept. 29, at least 50 groups operating mainly around Damascus merged into Jaish al-Islam ("the Army of Islam") Liwa al-Islam, which is the central player in the Army of Islam
  3. Asharq Al-Awsat: "Syria: Jaysh Al-Islam rejects Geneva II conference" aawsat.net November 2013
  4. www.theguardian.com The guardian 7.November 2013: Saudi Arabia to spend millions to train new rebel force. Syrian, Arab and western sources say the intensifying Saudi effort is focused on Jaysh al-Islam
  5. Foreign Policy In addition to its training program in Jordan, Saudi Arabia also helped organize the unification of roughly 50 rebel brigades into "the Army of Islam" under the leadership of Zahran Alloush, a Salafist commander whose father is a cleric based in the kingdom.
  6. www.rt.com Syrian Islamist group Jaysh al-Islam admits using banned weapons against Kurds in Aleppo
  7. www.telegraph.co.ukThe Telegraph 5 Dezember 2013: They published a document saying they were no longer part of the Free Syrian Army's Supreme Military Council, the military wing of the western-backed Syrian National Coalition.
  8. Deutsche Welle It is the largest rebel faction in the eastern Ghouta region, with an estimated 10-15,000 members. The group is now headed by Essam al-Buwaydhani.
  9. Caged Hostages From Syrian President’s Sect Paraded Through Rebel-Held Suburb
  10. Dominic Johnson: "Ost-Ghouta fällt – mit einer Ausnahme" taz vom 26. März 2018
  11. "Staatsmedien melden Beginn des Abzugs der Rebellen aus Duma" Der Standard vom 2. April 2018
  12. Breaking | Jaish Al-Islam to release 3500 captives from Douma’s largest prison.