Edoardo de Launay

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Edoardo de Launay (1884)

Luigi Maria Edoardo de Launay (* 1820 in Pinerolo; † 7. Februar 1892 in Berlin) war ein sardinischer, später italienischer Diplomat.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edoardo wurde 1820 als Sohn des sardinischen Ministerpräsidenten Claudio Gabriele de Launay (1786–1850) geboren. Er begann seine diplomatische Laufbahn als Legationssekretär in der sardinischen Gesandtschaft in Bern (1842) und dann in gleicher Funktion in Berlin (1845). Nach einer außerordentlichen Entsendung nach Portugal im Jahr 1849, wurde er im darauffolgenden Jahr Ministerresident in Madrid und kehrte am 13. August 1853 als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Sardiniens zurück an den preußischen Hof in Berlin.

Im Zuge der Vorbereitung zum Zweiten Italienischen Unabhängigkeitskrieg (1959) arbeitete er intensiv um die Unterstützung Preußens für Sardinien zu gewinnen und baute enge Kontakte zu führenden Persönlichkeiten in der preußischen Regierung auf. 1864 wurde er als nunmehr italienischer Gesandter nach Sankt Petersburg versetzt, kehrte aber am 21. März 1867 erneut zurück auf seinen Posten in der preußischen Hauptstadt. Am 20. April 1871 wurde er „gleitend“ zum italienischen Gesandten im Deutschen Kaiserreich und ab 1875 im Titel und Rang eines Botschafters. Er blieb in dieser Funktion bis zu seinem Lebensende.[2]

Als Vertreter Italiens nahm er 1878 am Berliner Kongress teil und war in den 1880er Jahren einer der maßgeblichen Architekten des Dreibunds.

Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holger Afflerbach: Der Dreibund, Europäische Großmacht- und Allianzpolitik vor dem Ersten Weltkrieg, Böhlau, Wien, 2002 (online)
  • Joachim Scholtyseck: Alliierter oder Vasall?: Italien und Deutschland in der Zeit des Kulturkampfes und der "Krieg-in-Sicht"-Krise 1875, Böhlau, Wien, 1994

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paola Casana Testore: De Launay, Edoardo. In: Massimiliano Pavan (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 36: DeFornari–Della Fonte. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1988.
  2. Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie, 1815-1963: Auswärtige Missionschefs in Deutschland und Deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Walter de Gruyter, Berlin 2001, S. 230, 374.
VorgängerAmtNachfolger
Alberto di Riccisardinischer Gesandter in Preußen
1853–1864
Giulio Camillo de Barral de Monteauvrand
Gioacchino Napoleone Pepoliitalienischer Gesandter in Russland
1864–1867
Camillo Caracciolo di Bella
Giulio Camillo de Barral de Monteauvranditalienischer Gesandter in Preußen
1867–1871
italienischer Botschafter in Deutschland
1871–1892
Carlo di Lanza-Busia