Eigelb

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Das Eigelb von sechs Hühnereiern
Freilandeier (links) und Bio-Eier (rechts)

Als Eigelb bezeichnet man allgemein in der Lebensmittelkunde das Eidotter des Hühnereies.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht aus ca. 48 % Wasser, 33 % Fett, für die menschliche Ernährung hochwertigen Proteinen, Mineralstoffen (Calcium, Phosphor, Eisen) und Vitaminen (A, B und E). Der Anteil an Cholesterin ist bedeutend, die Auswirkung auf den menschlichen Organismus aber umstritten. Der Bestandteil Lecithin hilft als Emulgator bei der Herstellung von Emulsionen wie Mayonnaise, Holländische Sauce, Süßspeisen, Cremes und Speiseeis.

Mit Zucker schaumig geschlagenes Eigelb ist ein wichtiger Bestandteil in Teigmassen, Eischaum wird ansonsten aber auch zur Zubereitung von Salzburger Nockerln oder Weinschaum verwendet. Über Dampf geschlagene Schäume und Cremes dürfen nicht kochen, da ansonsten das Eigelb ausflockt und dies das Gericht „verdirbt“. Sollen Butter, Zucker und Eigelb schaumig gerührt werden, werden zuerst Butter und Zucker schaumig gerührt und erst dann des Eigelb hinzugefügt, dadurch kann eine schaumige Wasser-in-Öl-Emulsion entstehen, andernfalls kann eine unerwünschte Öl-in-Wasser-Emulsion entstehen, bei der Butterflocken in einer Eiermasse schwimmen. Hingegen ist Mayonnaise eine beabsichtigte Öl-in-Wasser-Emulsion, wofür Öl tropfenweise in eine wässrige Phase bestehend aus Eigelb, Essig und Tafelsenf eingeschlagen wird.

Eigelb wird meist wie Vollei verwendet, wobei es sich jedoch besser für das Legieren eignet. Bei der Herstellung von Gebäck wird es als Zutat und zum Bestreichen der Teigstücke vor dem Backen verwendet.

Auf einen Teller geleertes Eidotter von frischen Eiern ist stark gewölbt, solches von älteren Eiern flach, bei überlagerten Eiern kann die Dottermembran beim Aufschlagen des Eis zerreißen.[1]

Die Farbe des Eigelbs stammt von Carotinverbindungen[2] im üblichen Hühnerfutter. Die Farbe kann durch spezielle Futterzugaben zwischen fahlgelb und tieforange variiert werden. Dabei gibt es bei den Konsumenten regional unterschiedliche Vorlieben. Im hohen Norden werden eher zartgelbe Eidotter bevorzugt, nach Richtung Süden wird der Verbraucherwunsch nach goldgelben Dottern immer stärker. Im Mittelmeerraum werden eher Eier mit leuchtend orange-rotem Eigelb gekauft.[3]

Eigelbcreme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Herstellung zerkleinert man hart gekochte Eigelbe durch das Streichen durch ein Haarsieb. Anschließend bindet man es durch die Zugabe von Butter, Mayonnaise oder Tafelsenf und würzt es mit Kochsalz, Pfeffer und Kräutern. Sie ist eine Basiscreme in der Kalten Küche, besonders bei der Dekoration von Canapés und der Herstellung von Sandwiches.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Malerei wird Dotter als Bindemittel für Eitempera-Farben eingesetzt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das neue Küchenlexikon. Von Aachener Printen bis Zwischenrippenstück. 11. Auflage. dtv, 2007, ISBN 978-3-423-36245-0.
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel. Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri, Berlin 2007, ISBN 978-3-937963-41-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eigelb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. lebensmittelcluster.at, abgerufen am 23. Dezember 2011.
  2. Czernicki, Weiser: Zur Beeinflussung der Dotterfarbe durch einige reine Carotinoide sowie durch Paprika. abgerufen am 23. Dezember 2011.
  3. Das Gelbe im Ei. abgerufen am 23. Dezember 2011.