Ein Amerikaner in Paris (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelEin Amerikaner in Paris
OriginaltitelAn American in Paris
ProduktionslandUSA
Originalspracheenglisch
Erscheinungsjahr1951
Länge108 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieVincente Minnelli
DrehbuchAlan Jay Lerner
ProduktionArthur Freed
MusikSaul Chaplin
George Gershwin
KameraAlfred Gilks
John Alton
SchnittAdrienne Fazan
Besetzung

Ein Amerikaner in Paris ist ein US-amerikanischer Musicalfilm des Regisseurs Vincente Minnelli aus dem Jahr 1951. Der Film hatte am 26. August 1951 in London Premiere.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jerry Mulligan (Gene Kelly) ist ein amerikanischer Kriegsveteran, der sich in Paris verliebt hat und dort versucht, als Maler Karriere zu kommen. Sein Freund und Nachbar Adam Cook (Oscar Levant) ist ein Konzertpianist, der an einer eigenen Komposition arbeitet. Sein Freund, der französische Sänger Henri Baurel (Georges Guétary) besucht ihn in der Bar im Erdgeschoss des Hauses und beschreibt Adam seine Freundin Lise Bouvier (Leslie Caron). Sie sei sehr vielseitig und taucht in entsprechend vielen Varianten in Adams Vorstellungen bildlich auf. Später kommt Jerry vorbei, der auf dem Wege ist, Bilder zu verkaufen.

Als Jerry vor seinen zum Verkauf ausgestellten Bildern steht, kommt eine blonde Dame, Milo Roberts (Nina Foch) vorbei, die sich für seine Bilder – und für ihn – interessiert. Sie kauft ihm zwei Bilder ab, hat aber kein Geld dabei und nimmt Jerry zu ihrem Appartement mit, bezahlt und lädt ihn zu einer Diner-Party ein. Zurück zu Hause singt Jerry mit den Kindern der Umgebung Gershwins „I got rhythm“ und steppt dazu. Als er abends Milo zur angekündigten Party besucht, stellt sich heraus, dass er der einzige Gast ist. Verärgert darüber will er ihr das Geld zurückgeben, aber sie besteht darauf, dass sie ihm nur als Künstler helfen will.

Die beiden besuchen daraufhin eine überfüllte Bar. Es kommen Freunde von Milo, und während sie zusammen sitzen, entdeckt Jerry an einem anderen Tisch ein hübsches Mädchen (es ist Lise) mit älteren Freunden und ist hingerissen. Er geht an ihren Tisch und gibt sich als alter Bekannter aus und führt sie zum Tanzen. Sie wehrt ihn ab, und als er zurück am Tisch fragt, „Wie war doch Deine Telefonnummer?“, gibt sie eine falsche an, wird aber von einem ihrer Begleiter korrigiert. Im Auto auf dem Heimweg beschwert sich Milo, dass er in ihrer Gegenwart mit einem fremden Mädchen angebandelt hat. Verärgert über die Vorhaltung steigt Jerry aus.

Am nächsten Tag ruft Jerry Lise an, sie weist ihn aber ab. Dann kommt Milo vorbei, entschuldigt sich für den Abend zuvor und lädt ihn einer zu einer Varieté-Vorstellung am Abend. Jerry sucht nun Lise an ihrem Arbeitsplatz auf, es ist eine Parfümerie. Sie weist ihn wieder ab, aber als eine Kundin sich nicht entscheiden kann, welches Parfüm sie nehmen soll, hilft Jerry ihr bei der Wahl und erleichtert Lise so das Geschäft. Sie ist nun einverstanden, ihn abends zu sehen. Sie treffen sich am Ufer der Seine im Schatten von Notre Dame gegenüber, unterhalten sich und tanzen zusammen. Dann eilt sie zur Varieté-Schau, trifft Henri nach der Vorstellung.

Im folgenden Filmabschnitt verfällt der komponierende Adam in einen Traum und sieht, dass seine Komposition endlich aufgeführt wird. Während die Musik rauscht – es ist der 3. Satz aus Gershwins Concerto in F, sieht man Adam dirigieren, man sieht ihn aber auch auf allen Orchesterpositionen, auch die Zuschauer, die sind nur er. Nach dem begeisterten Applaus sieht Adam man zusammen mit dem Dirigenten, also zweimal Adam.

Jerry und Milo besuchen den Kostümball auf dem Montmartre, wo es turbulent zugeht. Jerry sieht Lise mit Henri, sie treffen sich auf dem Balkon des Hauses und nehmen Abschied – beobachtet von Henri. Nachdem Henri und Lise den Ball verlassen haben, beginnt Jerry zu träumen. Zu der Melodie von Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ folgen revueartige Szenen mit Jerry als tänzerische Hauptfigur, beginnend am großen runden Brunnen auf der Place de la Concorde. Im Laufe der Musik wechseln die Hintergründe, man sieht Gassen, gemalt von Utrillo, Hintergründe von Rousseau, Figuren von Toulouse-Lautrec. Mit vier weiteren amerikanischen Soldaten, die sich mit Jerry pariserisch kleiden, steppt die Gruppe über die Bühne. In vielen Szenen taucht dann auch Lise auf, jedes Mal anders gekleidet.

Jerry kommt wieder zu sich und sieht, wie Lise, von Henri freigegeben, aus dessen Wagen aussteigt und zu ihm hoch läuft. Jerry läuft ihr entgegen, sie umarmen einander während der Film mit der Gershwin-Melodie ausklingt.

Musik, Tanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktion zeichnet sich insbesondere durch die von Gene Kelly entwickelte Choreographie der Tanz- und Balletteinlagen aus.

Die Musik stammt vor allem von George Gershwin, dessen Tondichtung Ein Amerikaner in Paris dem Film den Titel gab, und der von Oscar Levant in der Rolle von Jerrys Freund Adam als nach seinem magnum opus strebender Komponist karikiert wird. Auch das Lied I Got Rhythm, gesungen von Gene Kelly, ist im Film zu hören.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [1]
Publikum [1]
IMDb [2]
  • Lexikon des Internationalen Films: „Aus dem harmonischen Zusammenklang von Minnellis phantasievoller Regie, Kellys brillanter Choreographie und dem mit optischer Delikatesse eingefangenen Flair von Paris gelang eines der überzeugendsten, vielfach preisgekrönten Beispiele des amerikanischen Filmmusicals.“[3]
  • Norbert Stresau in Der Oscar. Alle preisgekrönten Filme, Regisseure und Schauspieler seit 1929. 2., aktualisierte Auflage. Heyne-Filmbibliothek, Nr. 198. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07872-1, S. 210: „Glorreicher Technicolor-Musicalkitsch auf halbem Weg zur Kunst.“
  • Evangelischer Film-Beobachter (Kritik Nr. 17a/1966): Vor allem in den Traumsequenzen erreicht dieses Musical (...) nach der Musik von Gershwin, das in der Filmgeschichte einen hervorragenden Platz einnimmt, die seltene Einheit von Musik, Tanz und Spielhandlung. Als ungetrübte Unterhaltung ab 12 nachdrücklich zu empfehlen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Jürgen Kubiak: Die Oscar-Filme. Die besten Filme der Jahre 1927/28 bis 2004. Die besten nicht-englischsprachigen Filme der Jahre 1947 bis 2004. Die besten Animationsfilme der Jahre 2001 bis 2004. Schüren, Marburg 2005, ISBN 3-89472-386-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ein Amerikaner in Paris bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 25. Mai 2015
  2. Ein Amerikaner in Paris in der Internet Movie Database (englisch)
  3. Ein Amerikaner in Paris. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.