Einangstein

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Der Einangstein am Originalfundort in einem Schutzhäuschen

Der Einangstein (norwegisch Einangsteinen) ist ein Runenstein, der an seinem ursprünglichen Platz, in der Nähe von Fagernes in der Provinz Oppland in Norwegen steht. Seine Inschrift wurde auf das 4. Jahrhundert datiert. Der Einangstein steht auf einem Grabhügel im Gräberfeld von Gardberg. Etwa gleich alt sind der Kylverstein in Schweden und der Barmenstein und Kjölevikstein in Norwegen, die für ihre Runeninschriften im älteren Futhark bekannt sind.

Der Einangstein ist der älteste Runenstein, der in der Inschrift das Wort „runo“ Rune (im Singular) erwähnt. Des Weiteren erscheint für den Akt der Einschreibung das Verb „faihido“, was übersetzt „gemalt“ heißt. Dies kann bedeuten, dass Inschriften ursprünglich farblich hervorgehoben wurden. Die allgemein akzeptierte Lesart der Inschrift wurde von Erik Moltke im Jahr 1938 erstellt. Er vermutete, dass in der ursprünglichen Inschrift vor der ersten Rune, die heute sichtbar ist, etwa vier Runen fehlen.

Inschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die farblich hervorgehobene Inschrift verläuft auf dem Stein senkrecht und ist von rechts nach links zu lesen.
Nachzeichnung der vollständigen Inschrift. Die Buchstaben in Klammern und das s sind auf dem Stein nicht mehr zu sehen.

Inschrift:

(Ek go)ðaga(s)tiR runo faihido

Übersetzung:

Ich Godegast malte eine Rune[1]

Da der Stein auf einem Grabhügel steht, ist er als Grabstein zu interpretieren. Warum die Inschrift jedoch nicht die bestattete Person, sondern nur den Runenschnitzer nennt, bleibt offen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. Düwel und W. Heizmann: Das ältere Futhark: Überlieferung und Wirkungsmöglichkeiten der Runenreihe. In: A. Bammesberger und G. Waxenberger et al.: Das Futhark und seine einzelsprachlichen Weiterentwicklungen. Walter de Gruyter, Berlin 2006
  • Hans Frede Nielsen (Hrsg.): Early and Pre-Historic Language Development in North-Western Europe 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Einangsteinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Beschreibung des Einangsteins durch das Runenprojekt Kiel

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Düwel, Klaus: Runenkunde. 4., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 35


Koordinaten: 61° 5′ 10″ N, 9° 0′ 48″ O