Eismaschine

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Dieser Artikel behandelt Maschinen zur Herstellung von Speiseeis sowie von Eis für Lebensmittelzwecke. Für die gleichnamige Maschine zur Glättung von Kunsteisbahnen, siehe Eisbearbeitungsmaschine.

Eine Eismaschine ist ein Gerät zur Herstellung von Speiseeis, im weiteren Sinne auch zur Herstellung von Eiswürfeln und Eis zu Kühlzwecken.

Eismaschine Boku Europa
Blick in die Zubereitung von Erdbeereis
Eismaschine mit eigenem Kühlsystem
Einfache Eismaschine mit Elektromotor und Kühlakku
Mechanische Eismaschine mit Handkurbel und Kühlakku

Speiseeisbereiter[Bearbeiten]

Mit einem Speiseeisbereiter wird Speiseeis hergestellt. Er wird als großtechnisches Gerät auch Freezer genannt. Neben dem Gefrieren setzt der Freezer der Ausgangsflüssigkeit, dem sogenannten Mix, Luft zu, den sogenannten Aufschlag oder Overrun. Die Wärme wird dem Mix mit einer Kältemaschine entzogen. Das Herz des Freezers ist ein doppelwandiger Zylinder, dessen Mantel den Verdampfer der Kältemaschine bildet und dessen Innenraum den mit Luft angereicherten Mix aufnimmt. Das an der Zylinderwand anfrierende Eis wird von der sog. Schlagwelle, einem wandgängigen Rührwerk, abgeschabt.

Eismaschinen für den Privathaushalt gibt es auch in einer Variante, bei der dem Eisgemisch die Wärme durch einen Kühlakku entzogen wird, der zuvor im Eisfach eines Kühl- oder Gefrierschranks vorgekühlt wurde. Der Antrieb erfolgt über eine Kurbel oder einen Elektromotor. Eismaschinen gibt es auch als Zusatzgeräte für Küchenmaschinen wie z. B. KitchenAid. Eisbereiter, die nur das Rühren bewerkstelligen, müssen in den Gefrierschrank gestellt werden.

Stieleis oder Eis am Stiel wird auf zwei Arten hergestellt. Beim sog. Rundgefrierer wird das noch pumpfähige Eis in Formen gepresst und der Stiel von oben eingesteckt. Die Formen werden durch eine Kühlflüssigkeit, die Sole, gefahren, um das Eis hart werden zu lassen. Die zweite Art der Herstellung ist das Extrudieren. Der Stiel wird hierbei in den extrudierten Eisstrang eingeschoben und der Strang geschnitten. Überzüge werden durch kurzes Eintauchen in den geschmolzenen Überzug, z. B. Schokolade, aufgetragen.

Eistorten werden handwerklich aus pumpfähigem Eis geschichtet, dekoriert und anschließend tiefgefroren.

Zum Softeis-Verfahren siehe Softeis.

Eis zu Kühlzwecken[Bearbeiten]

Scherbeneiserzeuger[Bearbeiten]

Scherbeneiserzeuger produzieren körniges, schüttfähiges Eis, das für unterschiedliche Kühlprozesse, beispielsweise in der Lebensmittelherstellung, eingesetzt wird. Es handelt sich hierbei um ca. 1 – 2 mm starke, bis zu −7 °C kalte Eisplättchen, die sich an einer Walze bilden, die zugleich der Verdampfer einer Kältemaschine ist.

Scherbeneis wird zur Herstellung von Brüh- und Kochwurst und Brotteig eingesetzt. Auch die Fischtheken in Supermärkten sind häufig mit Scherbeneis befüllt. Auf oder im Eisbett lassen sich Fisch und Meeresfrüchte gekühlt transportieren oder auch attraktiv zum Verkauf präsentieren. Scherbeneis lässt sich mit einer Schütte handhaben und dosieren. Bei kühler Lagerung bleibt es schüttfähig. Es eignet sich auch für zahlreiche weitere Anwendungen, z.B. bei Kaltbuffets, in der Lebensmittelindustrie zur Warenpräsentation sowie auf Fischfangschiffen zum frischhalten der Fische.

Eiswürfel[Bearbeiten]

Eiswürfelbereiter stellen Eisstücke („Eiswürfel“) definierter Größe her, die zum Beispiel für Eisgetränke verwendet werden. Sie bestehen aus einer Kältemaschine mit umschaltbarem Kältemittelkreislauf, um die angefrorenen Stücke periodisch antauen und so abtrennen zu können. Die Eisstücke bilden sich um gekühlte Stifte oder in gekühlten Näpfen, die, nach unten offen, mit Wasser besprengt werden.

Das periodische Erhitzen löst die Eisstücke und lässt sie in einen Vorratsbehälter fallen. Hierzu wird der Kältemittelkreislauf mit Ventilen derart umgeschaltet, dass der ansonsten kühlende Verdampfer kurzzeitig als Verflüssiger arbeitet und sich daher erhitzt.

Historische Eisfabriken[Bearbeiten]

Vor der Verbreitung von elektrischen Kühlschränken im Haushalt benutzte man Eisschränke zur Aufbewahrung von zu kühlenden Lebensmitteln. Sie benötigten einen einige Kilogramm schweren Eisblock, um einige Tage kühl zu bleiben. Die Eisblöcke wurden zentral in Eisfabriken mit großen Ammoniak-Kältemaschinen hergestellt und zur Kundschaft in bereitgestellte Eimer ausgeliefert. Siehe auch Eismann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Eismaschine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen