Eistalviadukt

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Koordinaten: 49° 30′ 52″ N, 7° 58′ 55″ O

Eistalviadukt
Eistalviadukt
Nutzung Eisenbahnstrecke
Überführt Eistalbahn
Querung von Eisbach und L 395
Ort Ramsen (Pfalz)
Konstruktion Balkenbrücke
Gesamtlänge 271 m
Pfeilerachsabstand 62,5 m
Höhe 35 m
Baukosten 960.000 Reichsmark[1]
Baubeginn September 1931[2]
Fertigstellung 28. Oktober 1932[2]
Eröffnung 5. November 1932[2]
Bauzeit 13 Monate
Zustand gepflegt
Schließung 31. Dezember 1988[2]
Lage
Eistalviadukt (Rheinland-Pfalz)
Eistalviadukt

Der Eistalviadukt, mitunter auch Eiswoogbrücke genannt, ist eine Eisenbahnbrücke am Eiswoog, einem kleinen Stausee bei Ramsen (Rheinland-Pfalz). Die Brücke führte von 1932 bis 1988 die eingleisige Eistalbahn über den Eisbach. Auch die links oberhalb des Baches verlaufende Landesstraße 395, die Grünstadt mit Enkenbach-Alsenborn verbindet, wird von ihr überspannt.

Der Viadukt, technisch eine Balkenbrücke, besteht aus einer von Pfeilern getragenen Fachwerkkonstruktion, deren Oberkante 36 Meter über dem Bachlauf liegt, und ist mit einer Länge von 271 Metern die längste Eisenbahnbrücke in der Pfalz.[2][3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorne Eiswoog, in der Mitte Staumauer mit Hotel, hinten Eistalviadukt

Die Eistalbahn im Norden des Pfälzerwalds verband entlang des Eisbachs Grünstadt im Osten und Enkenbach im Westen. Ihr westlicher Abschnitt Eiswoog–Enkenbach, zu dem der Eistalviadukt gehört, ist seit 1988 stillgelegt; der östliche Abschnitt Grünstadt–Eiswoog endet direkt östlich der Brücke am Haltepunkt Eiswoog. Unmittelbar unter ihr befindet sich ein Lokschuppen als westlicher Endpunkt der Stumpfwaldbahn, einer musealen Schmalspurbahn, die zu Tourismuszwecken eingerichtet wurde.[4]

Einige Meter vom Haltepunkt Eiswoog entfernt gibt es einen Aussichtspunkt, der nach Süden den Blick hinunter in die Talaue des Eisbachs, auf die Staumauer mit aufgesetztem Hotel und über den Stausee dahinter ermöglicht.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eistalviadukt besitzt zu den Hängen hin zwei Widerlager mit Stahlbetonbögen, die durch eine über 200 Meter lange Fachwerkkonstruktion verbunden sind. Die Überbauten sind als zweifeldrige Stahlfachwerkträger mit parallelen Fachwerkgurten und offener Fahrbahn ausgebildet und ruhen auf zwei bis zu 35 Meter hohen Stahlbetonpfeilern.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planungen für die Eistalbahn begannen bereits drei Jahre nach dem Bau der ersten deutschen Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth.[3] Die Vollendung der Strecke, die in den 1870er Jahren begonnen und teilweise in Betrieb genommen worden war, verzögerte sich allerdings um mehr als ein halbes Jahrhundert, weil der Eistalviadukt als Lückenschluss zwischen den Teilabschnitten Enkenbach–Eiswoog und Ramsen–Grünstadt erst 1932 eröffnet wurde.[3] Der Bau kostete 960.000 Reichsmark.[1] Während der Westwall gebaut wurde, anschließend auch im Verlauf des Zweiten Weltkriegs rollte über den Eistalviadukt kriegswichtiges Material nach Westen.[2]

Der letzte Zug querte den Viadukt bei einer Schienenbus-Sonderfahrt am 31. Dezember 1988.[1] Pläne, den Eisenbahnverkehr der 1994 zwischen Grünstadt und Ramsen reaktivierten Eistalbahn wieder über die Brücke zu führen, scheiterten an hohen Sanierungskosten. Die Züge enden seit 2001 unmittelbar östlich der Brücke, wo der neue Haltepunkt Eiswoog angelegt wurde.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eistalviadukt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c palzpix.de: Eistal-Viadukt. Abgerufen am 9. März 2012.
  2. a b c d e f g Volker Blees: Die Geschichte der Eistalbahn Grünstadt–Enkenbach. Abgerufen am 9. März 2012.
  3. a b c d ndtponton: Längste Eisenbahnbrücke der Pfalz: Eistalviadukt. Abgerufen am 9. März 2012.
  4. Stumpfwaldbahn Ramsen: Herzlich willkommen bei der Stumpfwaldbahn. Abgerufen am 9. März 2012.