Elbland Philharmonie Sachsen

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Die Elbland Philharmonie Sachsen mit dem damaligem GMD Christian Voß

Die Elbland Philharmonie Sachsen ist ein Sinfonieorchester mit Sitz in Riesa. Das Orchester vereinigt seit dem 1. August 2012 die Musiker der vormaligen Neuen Elbland Philharmonie und des ehemaligen Orchesters der Landesbühnen Sachsen. Chefdirigent ist Ekkehard Klemm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neue Elbland Philharmonie wurde nach Kriegsende 1945 als Stadtorchester Riesa gegründet und deckte damals eine Bandbreite von Tanzmusik bis zu Sinfoniekonzerten ab. Das Orchester wechselte im Lauf der Jahrzehnte seinen Namen zu Städtisches Orchester Riesa (1950–1953), Kreiskulturorchester Riesa (1953–1955), Staatliches Kulturorchester Riesa (1955–1963), Staatliches Orchester Riesa ab 1963 und ab 1990 Riesaer Symphoniker. Der Dresdner Generalmusikdirektor Rudolf Neuhaus stand jahrzehntelang als Gastdirigent und Orchesterpate am Pult. Im Jahr 2002 wurde das Orchester mit dem Sinfonieorchester Pirna fusioniert, in welchem Andreas Grohmann als Musikdirektor seit 2000 wirkte. Nach der Fusion lenkte Christoph Dittrich von 2002 bis 2013 die Geschäfte des Klangkörpers unter den Namen der Neue Elbland Philharmonie.

Fusion mit dem Orchester der Landesbühnen Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Orchester der Landesbühnen entstand im Jahr 1945 in Dresden. Mit dem Umzug in die Landesbühne nach Radebeul im Herbst 1950 begann seine Entwicklung als Opernorchester. So prägte Klaus Tennstedt ab 1958 als Generalmusikdirektor den Klangkörper. Hans-Christoph Rademann debütierte hier als Operndirigent im Jahr 1997 mit Mozarts Entführung aus dem Serail. Am 30. Juni 2012 wurde der Betriebsübergang der Orchestermitglieder des Orchesters der Landesbühnen Sachsen in die Neue Elbland Philharmonie vollzogen. Seit diesem Betriebsübergang trägt das Orchester den Namen Elbland Philharmonie Sachsen.

Am 15. Juni 2012 wurde ein Haustarifvertrag für die Musiker der Neuen Elbland Philharmonie Riesa und des Orchesters der Landesbühnen Sachsen vom Deutschen Bühnenverein und der Deutschen Orchestervereinigung unterzeichnet. Damit ebneten die Tarifvertragsparteien den Weg für die Fusion beider Klangkörper. Für die unter den Tarifvertrag fallenden Musiker bedeutete dies einen Gehaltsverzicht, verbunden mit einem Freizeitausgleich. Es entstand zunächst eine Art „Teilzeitorchester“, langfristig soll das Orchester durch den Ruhestand oder Engagement-Wechsel von Musikern auf 72 Vollzeitstellen schrumpfen. Das Orchester steht seit der Fusion sowohl dem eigenen Konzert- wie dem Theaterbetrieb der zur GmbH umgewandelten Landesbühnen Sachsen zur Verfügung. Mit der Fusion wurden die Vorgaben des Sächsischen Kulturraumgesetzes zur Neuordnung der sächsischen Theater- und Orchesterlandschaft umgesetzt.

Seit der Spielzeit 2006/2007 hat Christian Voß das Amt des Generalmusikdirektors und Chefdirigenten der Neuen Elbland Philharmonie und ab August 2012 der Elbland Philharmonie Sachsen inne. Geschäftsführerin ist seit 2013 Carola Gotthardt. Im Jahre 2016 wählte das Orchester Ekkehard Klemm als neuen Dirigenten, der im Sommer 2017, mit dem beginn der Spielzeit 2016/17, sein Amt antrat.

Auftritt der Neuen Elbland Philharmonie bei den Dresdner Musikfestspielen 2010

Auftrittsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elbland Philharmonie Sachsen gibt regelmäßig Konzerte im gesamten Kulturraum Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und bespielt die Theater, Stadthallen, Kirchen und Kulturhäuser rund um die Landeshauptstadt Dresden. Entlang der Sächsischen Weinstraße gehören das Meißner Theater und der Dom zu Meißen ebenso zu den Spielstätten des Orchesters wie die Marienkirche Pirna, die Stadthalle stern in Riesa, die Großenhainer Marienkirche sowie die Landesbühnen Sachsen in deren Stammhaus in Radebeul und in der Felsenbühne Rathen.

Gastspiele führten die Musiker bereits in zahlreiche Orte Deutschlands, darüber hinaus durch Belgien, Polen, die Schweiz und Österreich. Höhepunkte im Wirken des Orchesters sind Konzerte in der Berliner Philharmonie, der Semperoper Dresden, im Leipziger Gewandhaus und der Tonhalle Zürich.

Spielplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernpunkt des Spielplanes mit etwa 140 Konzerten jährlich sind zwei Anrechtsreihen mit anspruchsvoller bzw. unterhaltender Sinfonik und die Aufführungen mit den Landesbühnen Sachsen. Hinzukommen vielfältige Formen von Schüler- und Familienkonzerten, Oratorienaufführungen gemeinsam mit den regionalen Kirchenchören bis hin zu Projekten zeitgenössischer Musik oder den Sonderkonzerten mit Katrin Weber und mit den Herren des Zwinger Trios.

Projekte und Gäste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elbland Philharmonie Sachsen führt vielfältige Veranstaltungen mit Engagements namhafter Solisten und Dirigenten auf. Das Orchester bzw. zuvor die Neue Elbland Philharmonie wurde unter anderem dirigiert von Reto Parolari und Ludwig Güttler; das Orchester arbeitete zusammen mit den Pianisten Peter Rösel, Ragna Schirmer und Andreas Boyde sowie mit Isang Enders und Peter Bruns (Violoncello), Theo Adam, Anna Maria Kaufmann und José Cura (Gesang) und dem Organisten Michael Schönheit.

Projekte der Neuen Elbland Philharmonie waren die Zusammenarbeit mit Studenten der Stage School Hamburg, die Ausgestaltung des Arenasingens 2009 in der Erdgasarena Riesa und die Meißner Burgfestspiele vom 17.-23. August 2009 auf der Albrechtsburg Meißen.

Dirigenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefdirigent Ekkehard Klemm

Dirigenten der Elbland Philharmonie Sachsen und ihrer Vorgänger waren:

  • MD Max Hartmann (1947–1954)
  • Rolf Gilek (1954–1955)
  • MD Otto Backer (1955–1959)
  • MD Paul Diener (1959–1967)
  • MD Volker Erben (1967–1971)
  • Christia Eckhardt (1971–1981)
  • Gotthardt Lienicke (1972–1974)
  • MD Jürgen Wirrmann (1974–1981)
  • MD Gottfried Hellmundt (1981–1987)
  • GMD Peter Fanger (1987–2006)
  • GMD Christian Voß (2006–2017)
  • Ekkehard Klemm (Seit Sommer 2017)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]