Elemér Lónyay

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Elemér Fürst von Lónyay

Elemér Edmund Lónyay, Graf und Fürst von Nagy-Lónya und Vásáros-Namény (* 24. August 1863 auf Schloss Bodrogolaszi, Ungarn; † 29. Juli 1946 in Budapest, Ungarn), war ein ungarischer Adliger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elemér wurde als zweiter Sohn des Barons Edmund Lónyay von Nagy-Lónya und Vásáros-Namény (1834–1885) und seiner Gattin Wilma Pázmándy (1839–1919) auf dem Familienschloss Bodrog-Olaszi (im heutigen Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén) geboren. Die Familie trug seit 1627 den Baronstitel. Elemér besuchte das Gymnasium in Sárospatak und studierte anschließend wie sein älterer Bruder Gábor (1861–1917) Rechts- und Staatswissenschaften in Budapest. Nach dem Tod des Vaters 1885 übernahm Gábor die Familiengüter, während Elemér in den diplomatischen Dienst eintrat. 1886 wurde er zum Legationsrat ernannt, 1889 zum königlichen Kammerherrn. 1895 begleitete er den Erzherzog Ludwig Viktor als Mitglied der kaiserlichen Gesandtschaft zur Krönung des Zaren Nikolaus II. nach Sankt Petersburg. Am 29. November 1896 erhob der Kaiser Elemér und seinen Bruder in den erblichen Grafenstand.

Elemér heiratete am 22. März 1900 Kronprinzen-Witwe Erzherzogin Stephanie, die Witwe des österreichischen Kronprinzen Rudolf, in der Kapelle von Schloss Miramare bei Triest und wurde damit zugleich der Stiefvater von Erzherzogin Elisabeth Marie von Österreich, dem einzigen Kind seiner Ehefrau. Nach Rudolfs Tod hatte Stephanie nur noch eine ganz untergeordnete Rolle am Wiener Hof gespielt; sie fühlte sich von der kaiserlichen Familie zurückgesetzt und verachtet. Die nicht standesgemäße Ehe mit Elemér hatte den Verlust ihres Ranges als Erzherzogin, den Ausschluss aus dem österreichischen Erzhaus und den Bruch mit ihrem Vater, König Leopold II. von Belgien, zur Folge. Die Ehe blieb zwar kinderlos, da Stephanie keine Kinder mehr bekommen konnte (wahrscheinlich infolge einer venerischen Infektion durch ihren ersten Mann), wurde aber sehr glücklich. Das Paar ließ sich 1906 auf dem ungarischen Schloss Oroszvár nieder, das vom Ehepaar angekauft worden war und heute auf dem Stadtgebiet von Bratislava liegt. Die Sommer verbrachte es meist in Bodrog-Olaszi. In Oroszvár war häufig Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand mit seiner Gattin bei ihnen zu Gast. (Beide Ehepaare waren morganatisch, nicht standesgemäß, verheiratet.)

Am 9. Februar 1917 erhob Kaiser Karl I. die Familie in den Fürstenstand.

1945 mussten der Fürst und seine Frau auf der Flucht vor der Roten Armee ihr Schloss Oroszvár verlassen und fanden in der Benediktinerabtei Pannonhalma Zuflucht, wo Fürstin Stephanie am 23. August 1945 starb. Der Fürst starb ein knappes Jahr später in Budapest. Beide wurden in der Krypta der Stiftskirche Pannonhalma beigesetzt.