Elisabeth Krämer-Bannow

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Elisabeth Krämer-Bannow auf einer Forschungsreise auf die Palau-Inseln im westl. Pazifik, 1909

Elisabeth Krämer-Bannow (* 29. September 1874 in Wismar; † 9. Januar 1945 in Schorndorf bei Stuttgart) beschäftigte sich mit der Völkerkunde und leistete ihrem Mann Augustin Krämer wissenschaftliche Zuarbeit.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Bannow wuchs in sehr bürgerlichen Verhältnissen in Wismar auf. Die traditionellen Rollen von Frau und Mann prägten sie. So genoss sie das Erlernen von Fähigkeiten, wie Klavier spielen, singen und lesen, um den Status der „höheren Tochter“ zu erlangen. Als junge Frau heiratete sie den Volkskundler Augustin Krämer. Sie nutzte die Gelegenheit, ihn auf seinen Forschungsreisen stetig zu begleiten und zu unterstützen. Dabei unternahmen sie vor allem Expeditionen in die Südsee.

Elisabeth Krämer-Bannow begleitete ihren Mann zwischen 1906 und 1910 auf drei Expeditionen. Eine davon war die Hamburger Südsee-Expedition die Ihr Mann von Sommer 1909 bis Frühling 1910 leitete.[2] Als Malerin und Fotografin arbeitete sie ihrem Mann zu; ihre Arbeiten verwertete das Paar später in seinen Publikationen. Insbesondere bei Themen die Frauen berührten, empfand August Krämer die Arbeit seiner Frau als gewinnbringend.[1] 1916 veröffentlichte Elisabeth ihren Reisebericht „Bei kunstsinnigen Kannibalen in der Südsee – Wanderungen auf Neu-Mecklenburg“. Ihr weiteres Interesse galt vor allem der Erforschung des Lebens in den besetzten Südseegebieten der eingeborenen Frauen. Mit der Rückkehr nach Stuttgart blieb Elisabeth, trotz ihrer zahlreichen und nennenswerten Publikationen und Zuarbeiten, der Weg in die Wissenschaft verwehrt. 2009 erschien hingegen eine englische Übersetzung ihres Reiseberichts in einem australischen Verlag (Among Art-Loving Cannibals of the South Seas).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatschutz in deutschen Kolonien!. Flugschrift zur Ausdruckskultur [des] Dürerbund[es] Nr. 117. Callwey, München 1913 (10 S.)
  • Bei kunstsinnigen Kannibalen in der Südsee. Wanderungen auf Neu-Mecklenburg 1908-1909. Reimer, Berlin 1916

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bettina Beer: Frauen in der deutschsprachigen Ethnologie. Ein Handbuch. Böhlau, Köln u. a. 2007, ISBN 978-3-412-11206-6, S. 127–130.[3]
  • Anna Pytlik: Träume im Tropenlicht. Forscherinnen auf Reisen. Elisabeth Krämer-Bannow in Ozeanien 1906–1910, Marie Pauline Thorbecke in Kamerun 1911–1913. Coyote, Reutlingen 1997, ISBN 3-9805702-0-7.
  • Livia Loosen: Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs, Alltag und Beziehungen zur indigenen Bevölkerung, 1884-1919 (= Histoire, Band 69), transcript, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2836-4 (Dissertation Universität Erfurt [2014], 675 Seiten).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Irene Ziehe, Ulrich Hägele: Fotografien vom Alltag - Fotografieren als Alltag. Lit Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7159-2, S. 122 (Google Books)
  2. Hans Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition. Über Ethnographie und Kolonialismus. Syndikat Autoren- und Verlagsgesellschaft, Frankfurt, 1981. S. 49
  3. Google Books