Elisabeth Wilms

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Elisabeth Wilms (* 22. Juli 1905 in Lengerich; † 25. August 1981 in Asseln) war eine deutsche Dokumentarfilmerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines münsterländischen Wurstfabrikanten und ab 1932 Ehefrau eines Dortmunder Bäckermeisters begann, tief beeindruckt durch eine Schmalfilmvorführung, ab 1941 mitten im Zweiten Krieg selbst zu filmen, zunächst mit einer geliehenen 16-mm-Kamera. Ab 1943 war sie aktiv im Dortmunder Schmalfilmclub. Ihre ersten Spielfilme wie „Der Weihnachtsbäcker“ und „Münsterland – Heimatland“ drehte sie auf dem damals neuen Farbmaterial Agfacolor. Diese wurden 1944 von der Filmprüfstelle ausgezeichnet, da sie ins nationalsozialistische Heimatbild passten. Obwohl es strikt verboten war, filmte Elisabeth Wilms Bombenangriffe auf Münster und Dortmund.

Für das Evangelische Hilfswerk dokumentierte sie das Nachkriegselend der Bevölkerung, um Spenden im Ausland zu sammeln. Die Filme „Dortmund 1947“ und „Schaffende in Not“ sind heute wertvolle historische Quellen und erhielten den Bundesfilmpreis.

Trotz der Doppelbelastung als Geschäftsfrau im Bäckereibetrieb und als Filmemacherin drehte sie Filme über den Wiederaufbau, die Industrie und über soziale Projekte und Schulen. Sie filmte den Bau der Westfalenhalle, die Bundesgartenschau in Dortmund, Kraftwerksbauten, die Produktion der Westfalenhütte und den Bau des Eiderstaudamms. Auftraggeber ihrer Dortmund-Filme waren die Stadt, die Stadtwerke und die VEW, die Industriefilme entstanden im Auftrag Dortmunder Firmen. Auch Werbe- und Reisefilme sowie Reportagen gehören zu ihrem Werk.

Wilms Stärke lag in der außerordentlich professionellen Kameraführung. Sie schnitt ihr Material selbst am Wohnzimmertisch an einem gewöhnlichen Umroller, ihr Mann Erich war Stativträger und Chauffeur.

Michael Lentz und Jürgen Klauß drehten 1980 über sie für den WDR den Dokumentarfilm „Brot und Filme“.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl aus mehr als 200 Filmen)

  • 1943: Der Weihnachtsbäcker
  • 1944: Münsterland – Heimatland
  • 1947: Dortmund 1947
  • 1948: Schaffende in Not
  • 1948: Alltag nach dem Krieg (ein 16-mm-Schwarzweiß-Stummfilm, der 1981 vom Institut für Film und Bild (FWU) bearbeitet und von der 75-jährigen Wilms nachträglich kommentiert wurde)
  • 1950: Vom Eisenerz zum Walzdraht – Westfalenhütte Dortmund AG
  • 1952: Dortmunds neue Westfalenhalle – Der Gigant unter den Sportpalästen
  • 1955: Flirt mit der Maschine
  • 1955: Durch das Sonnenland Italien
  • 1956: Von der Etsch bis an den Belt
  • 1962: Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop
  • 1972: Wasser mehr als H20
  • 1975: Thyssen-Klönne Stahlbrückenbau

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winkelmann-Filmproduktion (Hg.): Die Filme der Elisabeth Wilms, Dortmund 1993.
  • Hanne Hieber: Wilms, Elisabeth, in: Biografien bedeutender Dortmunder, Bd. 3, Dortmund 2001, S. 214–217.
  • Erich, lass mal Laufen! – Die Filme der Elisabeth Wilms. Dokumentation des LWL-Medienzentrum für Westfalen, Deutschland 2011, circa 115 Min. ISBN 978-3-939974-16-1 (DVD mit Begleitheft und fünf Originalfilmen); DVD-Booklet online (PDF; 377 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]