Elisabethfehn
Elisabethfehn Gemeinde Barßel
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| Koordinaten: | 53° 7′ N, 7° 45′ O | |
| Höhe: | 5 m | |
| Fläche: | 18 km² | |
| Eingemeindung: | 1951 | |
| Postleitzahl: | 26676 | |
| Vorwahl: | 04499 | |
Lage von Elisabethfehn in Niedersachsen
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Elisabethfehn ist eine zur Gemeinde Barßel gehörende Ortschaft im Landkreis Cloppenburg im Nordwesten von Niedersachsen (Deutschland).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab 1855 entstand durch den Bau eines Fehnkanals (dem heutigen Elisabethfehnkanal) im ehemaligen Ostermoor die Fehnsiedlung Hunte-Ems-Kanal. Am 4. August 1880 wurde sie nach Elisabeth Pauline Alexandrine von Sachsen-Altenburg, der Frau des regierenden Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter, Elisabethfehn genannt.
Kanalbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 22. September 1855 begannen die Arbeiten am Hunte-Ems-Kanal, dem heutigen Elisabethfehnkanal, zunächst von Hand, ab 1872 mit Hilfe von dampfbetriebenen Hodgesschen Schiffen. 1878 war die Strecke des Kanals bis zur Abzweigung an den Friesoyther Kanal gegraben. Die Baukosten betrugen einschließlich aller Brücken und Schleusen 1.100.000 Mark. Am 1. Oktober 1893 war der Hunte-Ems-Kanal in seiner vollen Länge fertiggestellt. Am 16. März 1894 wurde er nach 38-jähriger Bauzeit offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Besiedlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kolonisierung am Hunte-Ems-Kanal im Bereich des heutigen Elisabethfehnkanals erfolgte in zwei Perioden, die erste von 1862 bis etwa 1898, die zweite ab 1898. Mit Torfschiffen (Muttschiffen, Poggen) wurde der Torf abtransportiert. Die ersten 34 Kolonate wurden offiziell meistbietend am 23. Oktober 1863 in Osterhausen verkauft. Die Kolonate hatten alle eine Breite von 300 Fuß (90 Meter) bei unterschiedlichen Längen. Laut einer Volkszählung waren im Jahre 1895 in Elisabethfehn bereits 557 Einwohner registriert.
An der Kreuzung des Elisabethfehnkanals mit dem Barßeler Kanal und dem Bollinger Kanal (heute Tafelbrettgraben) entwickelte sich um 1900 ein Ortskern. Es entstanden eine Schule im Jahr 1877, die evangelische Christuskirche um 1900, sowie 1908 der Anschluss an die Bahnstrecke Westerstede-Ocholt. Wegen der drei Klappbrücken, die dort die Kanäle überquerten, bildete sich der Ortsname „Elisabethfehn Dreibrücken“.
1949 wurde von den Bewohnern in Elisabethfehn durch Volksentscheid die Zusammenlegung der Schulachten (Schulaufsicht) der Evangelischen Schulen Elisabethfehn und Barßel der Anschluss an die Gemeinde Barßel betrieben, der 1951 verwaltungsmäßig abgeschlossen war. Seitdem besteht das Saterland nur noch aus den an der Sagter Ems liegenden vier überwiegend katholischen Gemeindeteilen.
Elisabethfehn heute
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fehnort erstreckt sich am Kanal entlang auf einer Fläche von 18 km². Er weist zwei Besiedlungsschwerpunkte auf: Elisabethfehn Mitte und Elisabethfehn Dreibrücken.
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Der Ort erstreckt sich beidseitig des Elisabethfehnkanals
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Evangelische Christuskirche in Elisabethfehn
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Zwei der ursprünglich drei Klappbrücken in Elisabethfehn Dreibrücken
Dreibrücken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Heute ist der Barßeler Kanal im Bereich der Kanalkreuzung zugeschüttet, so dass nur noch zwei der ursprünglich drei Brücken existieren. Der Bollinger Kanal ist nur noch im Ortszentrum erhalten und dient nicht mehr der Schifffahrt. Angrenzend an die Kanalkreuzung liegt eine der vier Kanalschleusen, die für die Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs auf dem Elisabethfehnkanal notwendig sind.
Museum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Elisabethfehn-Dreibrücken liegt das Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn. Es ist seit 2010 eine Station der Route der Industriekultur im Nordwesten und damit Teil der Europäischen Route der Industriekultur im Nordwesten und damit Teil der Europäischen Route der Industriekultur.[1]
Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alljährlich findet an Christi Himmelfahrt in Elisabethfehn ein Großflohmarkt statt, der mit ca. 2000 entlang dem Elisabethfehnkanal aufgestellten Tischen als längster Flohmarkt Deutschlands gilt.
Historische Kulturlandschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Elisabethfehn ist eine 18 km² große historische Kulturlandschaft von landesweiter Bedeutung innerhalb des Kulturlandschaftsraums Oldenburger Münsterland. Diese Zuordnung zu den Kulturlandschaften in Niedersachsen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) 2018 getroffen. Ein besonderer, rechtlich verbindlicher Schutzstatus ist mit der Klassifizierung nicht verbunden.[2]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bahnstrecke Cloppenburg–Ocholt überquert den Elisabethfehnkanal. Der Anschluss des Ortes an die Strecke erfolgte 1908. Der Personenzugverkehr wurde 1968 eingestellt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Elisabethfehn ist noch erhalten und befindet sich heute in Privatbesitz.
Elisabethfehn ist mit Buslinien an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die Linien 903 und 904 sind Teil des Gemeindeverkehrs Barßel, die Linie 905 führt überegional bis Friesoyte (Stand 2025).
Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Laurentius Siemer (* 1888; † 1956 in Köln), Provinzial der Dominikaner
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bärbel Bleckwehl und andere: 125 Jahre Elisabethfehn, 1880–2005. Laib, Barßel-Elisabethfehn 2005.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e. V.: Route der Industriekultur im Nordwesten. Station 9: Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn ( vom 3. September 2012 im Webarchiv archive.today) abgerufen am 23. Januar 2016.
- ↑ Christian Wiegang: Kulturlandschaftsräume und historische Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung in Niedersachsen. Landesweite Erfassung, Darstellung und Bewertung. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Hannover 2019, darin S. 160–161: HK11 Elisabethfehn.
