Elleringhausen (Olsberg)

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Elleringhausen
Stadt Olsberg
Koordinaten: 51° 20′ 20″ N, 8° 32′ 42″ O
Höhe: 393 m
Einwohner: 1060 (30. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 59939
Vorwahl: 02962
Karte
Elleringhausen

Elleringhausen ist einer von zwölf Ortsteilen der Stadt Olsberg im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen.

Der Ort hatte zum 30. Dezember 2013 1060 Einwohner [1] und liegt im Tal des Gierskoppbaches, rund 400 Meter über dem Meeresspiegel. Der Ortskern von Olsberg liegt vier Kilometer entfernt westlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gierskoppbachtal/Elleringhausen

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Elleringhausen 1222 als „Eilhardinchusen“. Besiedelt wurde die Gegend bereits um 900. Im frühen 15. Jahrhundert waren 13 Hausbesitzer verpflichtet, Abgaben an die Pfarrei von Bigge zu zahlen. Im 16. Jahrhundert hatte Elleringhausen 16 Solstätten. Etwa 1640 wurde das noch erhaltene vermutlich älteste Gebäude, Franzes Haus, gebaut. 1873 erhielt Elleringhausen mit der Fertigstellung des Eisenbahntunnels (1872) nach Brilon-Wald Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1904 wurde die Schule errichtet. 1911 wurde mit dem Ausbau der Wasserversorgung begonnen, 1920 wurde der Ort mit Strom versorgt.

Im Zweiten Weltkrieg fielen 41 Männer aus dem Dorf als Soldaten, davon die meisten an der Ostfront, oder starben in Gefangenschaft.[2]

Am 30. März 1945 wurde Infanterie der Wehrmacht, Männer vom Volkssturm und Reichsarbeitsdienst zur Verteidigung von Elleringhausen ins Dorf verlegt. Die Kämpfer waren nur mit Gewehren, Handgranaten und einigen Panzerfäusten bewaffnet.[3] Am Vortag hatten Einheiten der US-Army das östlich liegende Brilon-Wald besetzt. Alle arbeitsfähigen Männer mussten Richtung Brilon-Wald mit dem Volkssturm aus Bruchhausen eine Panzersperre aus Bäumen errichten. Am nächsten Tag wurde eine Richtung Olsberg gebaut. Am 1. April marschierte eine Infanterie-Kompanie Richtung Brilon-Wald, um dort den Nachschubweg der US-Truppen zu durchtrennen. Schon am Nachmittag kehrte die angeschlagene Einheit zurück ins Dorf. Am 2. April erhielt ein Haus einen Granattreffer. Am 3. April begann heftiger Beschuss des Dorfes. Neun Gebäude wurden getroffen. In einem Haus starben vier Menschen, darunter ein Soldat und eine Ostarbeiterin. Eine Frau starb am nächsten Tag an ihrer Verletzung. Die deutschen Soldaten wurden immer mehr ins Dorf zurückgedrängt. Oberhalb des Dorfes nahmen US-Panzer Aufstellung. Im Dorf hängten Einwohner weiße Fahnen heraus und ein deutscher Unteroffizier ging mit weißer Fahne den US-Soldaten entgegen. Kampflos rückten US-Truppen ins Dorf. Die deutschen Soldaten wurden gefangen genommen. Acht um Elleringhausen gefallene Soldaten wurden auf dem Dorffriedhof begraben.

1964 wurde mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die alte wurde abgerissen. Am 1. Januar 1975 verlor Elleringhausen seine Selbstständigkeit als Gemeinde und wurde ein Teil der Stadt Olsberg.[4] Der Bahnhof von Elleringhausen wurde 1978 aufgegeben.

Blick von der Nordkuppe des Ginsterkopfes in das Tal des Gierskoppbachs in Richtung Westen:
in der Bildmitte Elleringhausen mit dem Ruthenberg und dahinter das Massiv von Heidkopf und Olsberg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuereiche im Sauerland, beleuchtete Krone, die Arbeit stammt von Jürgen Suberg
Feuereiche, beschnitzter Stamm

Auf der Rhein-Weser-Wasserscheide zwischen Elleringhausen und Brilon-Wald, direkt am Rothaarsteig, steht die etwa 10 Meter hohe Feuereiche. Sie wurde unter der Federführung des Kunsthandwerkers Roland Bongert aus Olsberg-Brunskappel geschaffen. Ein Band aus Bronze schlingt sich wendelförmig um den mit bemalten Schnitzreliefs verzierten Stamm zum ehemaligen Gipfel des Baumes und mündet in einer symbolischen Flamme aus Titanblechen.[5] Die Eiche erzählt über die Entstehung des Lebens, das Verhältnis des Menschen in seiner Entwicklung zum Feuer, bis hin zum heutigen High-Tech-Zeitalter. Zahlreiche Schaukästen rund um die Eiche dienen der Erklärung und Dokumentation. Bei Dunkelheit wird die Feuereiche mit künstlichen Flammen beleuchtet. Im Naturschutzgebiet unterhalb der Feuereiche blühen im März tausende von Märzbechern. Der Volksmund nennt diesen Teil des Waldes liebevoll Maiglöckchen-Wiese. Das Kunstwerk entstand im Zusammenhang mit dem Informations- und Demonstrationszentrum erneuerbare Energie in Olsberg. Um Touristen und Wanderer für das Informationszentrum zu interessieren, hat das Forstamt Olsberg die Erlebnisstation „Im Wald wächst Wärme“ mit dem Kunstwerk als optischer Mittelpunkt anlegen lassen. Dort können sich Besucher über die Energienutzung von Holz informieren.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Elleringhausen-Bruchhausen
  • Katholischer Kindergarten St. Laurentius

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945 - Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Olsberg: Zahlen und Fakten, abgerufen am 29. Dezember 2014
  2. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945. 1955, Ehrentafel Abschnitt Elleringhausen, S. 194-195.
  3. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945. 1955, Abschnitt Elleringhausen, S.  140-142.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 332.
  5. www.sauerland.com: Feuereiche
  6. Landeswaldbericht 2007 (PDF; 4,7 MB) S.144

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elleringhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien