Assinghausen

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Assinghausen
Stadt Olsberg
Koordinaten: 51° 18′ 20″ N, 8° 30′ 14″ O
Höhe: 398 m
Fläche: 8,19 km²
Einwohner: 693 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 59939
Vorwahl: 02962
Karte
Assinghausen
Luftbild
Luftbild

Assinghausen ist ein Ortsteil der Stadt Olsberg im Hochsauerlandkreis.

Der Ort hat knapp 700 Einwohner.[1] Die Haupterwerbszweige sind Tourismus, mittelständische Betriebe und Landwirtschaft.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assinghausen liegt am Oberlauf der Ruhr, sechs Kilometer südlich von Olsberg an der B 480 Richtung Winterberg.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbarorte von Assinghausen sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhäuser, Pfarrkirche im Hintergrund

Das Dorf wurde um das Jahr 800 gegründet. Der Ortsname geht auf den Siedlernamen Azzo zurück. Man geht davon aus, dass dieser ein sächsischer Adliger war und im 8. Jahrhundert auf der Suche nach einem Siedlungsplatz durchs Ruhrtal zog. Mit ihm zog wahrscheinlich seine Sippe und seine Abhängigen. Sie fanden einen geeigneten Siedlungsplatz an der Schirmecke, einem Bach der ständig Wasser führt, was eine wichtige Voraussetzung für die Viehzucht war. Die Siedlung liegt außerdem in einem geschützten Tal, was starke Winde weitgehend abhält.

Die erste urkundliche Erwähnung ist ein Ablass für die Kirche St. Peter in Assinghausen aus dem Jahr 1300.

1827 wurde der Sauerländer Heimatdichter Friedrich Wilhelm Grimme in Assinghausen geboren. Ihm zu Ehren errichtete man 1907 das Grimme-Denkmal.

Im Zweiten Weltkrieg fielen 32 Männer aus dem Dorf als Soldaten, davon die meisten an der Ostfront, oder starben in Gefangenschaft.[2]

Der Volkssturm aus Assinghausen musste am 7. März 1945 1300 Fremdarbeiter aus der Sowjetunion, darunter auch Frauen und Kinder, auf deren Fußmarsch von Elpe nach Brilon-Wald bewachen.[3] Die Verpflegung musste die Gemeinde Assinghausen stellen. Als am 20. März nach einem Angriff alliierter Flugzeuge ein Munitionszug auf dem Bahnhof Willingen explodierte, flogen Granaten bis in die Gemarkung Assinghausen. Am 31. März begann der Volkssturm mit dem Bau einer Panzersperre auf der Straße in Richtung Olsberg. In Assinghausen befanden sich zahlreiche Wehrmachtsverbände. In der Nacht vom 3. auf den 4. April trafen die ersten Granaten von US-Truppen aus Richtung Winterberg das Gemeindegebiet. Als am 5. April US-Truppen aus Altenbüren Olsberg erreichten, flohen die Wehrmachts-Verbände in Richtung Wulmeringhausen. Das Dorf wurde massiv mit Granaten beschossen. Ein Haus bekam einen Volltreffer. Die meisten Einwohner flohen in die Wälder. Um 15 Uhr erreichte ein Stoßtrupp von US-Soldaten das Dorf. Wenig später rollten US-Panzer in den Ort. Ein Bauer wurde auf seiner Haustreppe erschossen. Alle Häuser wurden durchsucht. Von der Wehrmacht entlassene ehemalige Soldaten wurden gefangen genommen. Um das und in dem Dorf in Stellung gebrachte US-Geschütze begannen, Ziele im Westen zu beschießen. Bäume und Masten der Hochspannungsleitung, welche in Schußrichtung standen, wurden umgesprengt bzw. von Panzern umgerissen. Ein Feldflugplatz für Nahaufklärer wurde angelegt. Auf der Straße nach Bruchhausen fuhr ein US-Panzer auf eine Mine und explodierte. Bis zum 8. Mai gab es Überfälle und Diebstähle durch ehemalige Fremdarbeiter. Wenige Tage nach der deutschen Kapitulation zogen die letzten US-Soldaten ab. Zwei evakuierte Kinder starben bei der Explosion einer herumliegenden Gewehrgranate der Wehrmacht.

Seit dem 1. Januar 1975 ist der Ort ein Teil der Gemeinde Olsberg.[4]

Weitere Persönlichkeiten: Karl Weiken (1895–1983), deutscher Geodät und Polarforscher.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Anzahl von gepflegten alten Fachwerkhäusern mit geschnitzten Füllhölzern und Inschriften beleben das Ortsbild. Teilweise stehen auf den verschieferten Dächern schmiedeeiserne Wetterfahnen. Ein ortsbildprägendes Gebäude ist die katholische Pfarrkirche St. Katharina. Zudem steht der Reisen-Speicher, die alte Zehntscheuer, unter Denkmalschutz. Sehenswert ist auch die Küsterlandkapelle. Ein weiteres unter Denkmalschutz stehendes Gebäude ist das Josefsheim, ein ehemaliges Kloster und Schwesternhaus.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 gewann Assinghausen Landes- und Bundesgold im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. Seit 2006 darf sich Assinghausen Rosendorf nennen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptwirtschaftszweig liegt im Tourismus. Ebenfalls haben Kleinbetriebe und Einzelhandel, sowie mittelständische Unternehmen ihren Sitz in Assinghausen.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansichtskarte mit dem Geburtshaus Grimmes

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945 – Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Olsberg: Zahlen und Fakten, abgerufen am 7. Juli 2018
  2. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945. 1955, Ehrentafel Abschnitt Assinghausen, S. 190–191.
  3. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945. 1955, Abschnitt Assinghausen, S. 133–136.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 332.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Assinghausen (Olsberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien