Emscher-Lippe-Region

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Die Emscher-Lippe-Region liegt im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und bildet den nördlichen Teil des Ruhrgebiets. Die Bezeichnung geht auf die beiden Flüsse Emscher und Lippe zurück, die das Gebiet in Ost-West-Richtung durchfließen. Die Region umfasst den Kreis Recklinghausen mit zehn kreisangehörigen Gemeinden sowie die kreisfreien Städte Gelsenkirchen und Bottrop. Insgesamt leben in der Emscher-Lippe-Region ca. eine Million Menschen[1] auf einer Fläche von rund 966 km². Damit gehört sie zu den am dichtesten besiedelten Regionen in Deutschland.

Gebietsabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Emscher-Lippe-Region

Zur Emscher-Lippe-Region gehören die folgenden Gemeinden:

Kreisfreie Städte:

Städte im Kreis Recklinghausen:

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Emscher-Lippe-Region bildet die Übergangszone vom hochverdichteten Ruhrgebiet im Süden und dem ländlich geprägten Münsterland im Norden. Größte Städte der Region sind Gelsenkirchen, Bottrop und Recklinghausen mit jeweils mehr als 100.000 Einwohnern. Diese Städte werden neben Gladbeck, Herten und Castrop-Rauxel der Kernzone des Ruhrgebiets zugeordnet. Sie sind durch eine hohe Bebauungs- und Bevölkerungsdichte charakterisiert und traditionell Schwerpunkt von Industrie und Gewerbe in der Region. Auch in der nördlich anschließenden Ballungsrandzone um die Städte Datteln, Dorsten oder Marl finden sich einige bedeutende Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Dem gegenüber ist der äußerste Norden der Region zunehmend agrarwirtschaftlich geprägt und weist nur vereinzelt industrielle Nutzungen auf.

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Emscher-Lippe-Region ist gut an das überregionale Straßenverkehrsnetz angeschlossen. Die Autobahnen A2 und A42 durchqueren das Gebiet in Ost-West-Richtung; die Autobahnen A31, A43 und A52 verlaufen in Nord-Süd-Richtung. Eine Reihe von Bundes- und Landstraßen sowie die Anbindung an das überregionale Schienennetz sorgen für eine gute Erreichbarkeit der Region innerhalb Deutschlands und Westeuropas. Wichtige Binnenwasserstraßen (Datteln-Hamm-Kanal, Dortmund-Ems-Kanal, Rhein-Herne-Kanal und Wesel-Datteln-Kanal) und der Anschluss an den Rhein verbinden die Region mit anderen bedeutenden Industrieräumen. In mehreren Güterhäfen ist der Warenumschlag auf andere Verkehrsträger (Straße/Schiene) möglich.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung und das Selbstverständnis der Emscher-Lippe-Region gehen wesentlich auf die nordrhein-westfälische Gebietsreform im Jahr 1975 und die folgende Zugehörigkeit des Gebiets zum Planungsraum des Regierungsbezirks Münster zurück. Die Bezirksregierung Münster war in der Emscher-Lippe-Region bis zur Kommunalwahl 2009 für die Regionalplanung und die Erstellung des „Regionalplans Emscher-Lippe“[2] verantwortlich. Seitdem ist der Regionalverband Ruhr (RVR) in seinem Verbandsgebiet für die Aufgaben der Regionalplanung zuständig (gemäß § 2 LPlG NW). Dies bietet die Möglichkeit, dass regionalplanerische Fragestellungen für den komplexen Ballungsraum Ruhrgebiet nun gebündelt behandelt werden. Dazu gehört insbesondere die Erarbeitung eines ruhrgebietsweiten, einheitlichen Regionalplans, dessen Erstellung noch nicht abgeschlossen ist. Daher gelten für das RVR-Verbandsgebiet weiterhin die bisherigen, von den Regionalräten der Regierungsbezirke aufgestellten Regionalpläne. In der Emscher-Lippe-Region ist dies der „Regionalplan Emscher-Lippe[3]“ der Bezirksregierung Münster aus dem Jahr 2004.

WiN Emscher-Lippe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die anhaltend negative Entwicklung der Region im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels im Ruhrgebiet veranlasste die Kommunen seit den 1980er Jahren zu einer verstärkten Zusammenarbeit auf regionaler Ebene[4]. Im Laufe der Jahre entstand eine Handlungsgemeinschaft, die über regionale Standortpolitik, Entwicklungskonzepte und Strategien eine aktive Gestaltung des Strukturwandels anstrebte. Seit 1990 übernimmt in der Emscher-Lippe-Region die WiN Emscher-Lippe GmbH[5] verschiedene Aufgaben der regionalen Wirtschaftsförderung, so u. a. das Regionalmarketing, die Durchführung von Projekten, die regionale Konsensfindung und Interessenvertretung. Sie ist eine regionale Wirtschaftsförderergesellschaft der zwölf Städte der Emscher-Lippe-Region und weiteren beteiligten Partnern, wie Unternehmen, Banken und Verbänden. Sie versteht sich als ergänzende Einrichtung zur kommunalen Wirtschaftsförderung und zu den Kammern und übernimmt im Auftrag der Region die Umsetzung strukturrelevanter Projekte. Unter dem Dach der WiN finden sich die ChemSite-Initiative und die Regionalagentur Emscher-Lippe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IT.NRW – Zentralbereich 14 „Marketing und Öffentlichkeitsarbeit“: Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW). In: www.it.nrw.de. Abgerufen am 11. August 2016.
  2. Bezirksregierung Münster (Hrsg.): Gebietsentwicklungsplan Regierungsbezirk Münster – Teilabschnitt „Emscher-Lippe“. Münster 12. November 2004.
  3. Kreis Recklinghausen: Regionalplan Teilabschnitt Emscher-Lippe @ Planungs- und Informationsportal. In: www.regioplaner.de. Abgerufen am 12. August 2016.
  4. Alois Mayr, Wolfgang Seidel: Entwicklung und Perspektiven der Emscher-Lippe-Region. In: Heinz Heineberg (Hrsg.): Die Emscher-Lippe-Region – der Kreis Recklinghausen, die Stadt Bottrop, die Stadt Gelsenkirchen. Serie: Städte und Gemeinden in Westfalen, Band 8. Aschendorff Verlag, Münster 2002, S. 42.
  5. WiN Emscher-Lippe GmbH: Home – WiN Emscher Lippe GmbH. In: www.emscher-lippe.de. Abgerufen am 11. August 2016.