Endymion (Mythologie)

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Endymion (griechisch Ἐνδυμίων) ist in der griechischen Mythologie der schöne und ewig jugendliche Liebhaber der Mondgöttin Selene, die später mit Artemis (römisch Diana) gleichgesetzt wurde.

Mythos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endymion ist ein schöner Hirte, Jäger oder Astronom in Karien (Kleinasien)[1] oder aber der König von Elis auf der Peloponnes[2]. Aethlios[3] (nach einigen Quellen auch Zeus[4]) und Kalyke sind seine Eltern.[5]

Selene verliebt sich in Endymion. Sie versetzt ihn in eine Höhle auf dem Berg Latmos in Karien. Dort lässt sie ihn mit der Hilfe von Zeus in ewigen Schlaf sinken, um ihn vor dem Tod zu bewahren und ihm dadurch ewige Jugend zu schenken. Jede Nacht kommt sie zu ihm in die Höhle und zeugt mit ihm insgesamt fünfzig Töchter. Nachkommen von Endymion als König von Elis sind die Söhne Aitolos, Paion und Epeios sowie eine Tochter namens Eurykyda. Um seinen Nachfolger für den Thron von Elis zu bestimmen, lässt er seine drei Söhne ein Wettrennen bestreiten, aus dem Epeios als Sieger hervorgeht.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass Selene mit Endymion fünfzig Töchter bekommt, deutet darauf hin, dass sie ihre eigenen Mondpriesterinnen gebiert, die in einer Gemeinschaft von fünfzig Jungfrauen auftreten. Dies entspricht der Anzahl der Monate eines halben „Großen Jahres“, das acht Sonnenjahre umfasste.

Heiligtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Herakleia am Latmos, als dessen Begründer Endymion gilt, wurde ihm ein Heiligtum gewidmet. Seine halbrunde Form mit fünf vorgestellten Säulen ist in der antiken Architektur einzigartig.[6][7]

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der schlafende Endymion
(Anne-Louis Girodet-Trioson, Louvre)

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Anime-Serie Sailor Moon wird Endymion als der Prinz der Erde dargestellt, der mit der Prinzessin des Mondes eine Beziehung hat.

Benennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mondkrater Endymion ist nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Endymion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ovid, Heroides xviii.61-65
  2. Konig von Elis: Pausanias, Beschreibung Griechenlands 5.1.3-4; Bibliotheke des Apollodor 1.7.5-6
  3. Hyginus Mythographus Fabulae 271
  4. Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie, K. 64. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2007.
  5. Eine ausführliche Diskussion aller mytho-poetischen Quellen findet sich bei Andreas Leopold Hofbauer, Das Haus mit den lachenden Fenstern in: HER (gem. mit René Luckhardt), Wien 2015, ISBN 978-3-9503749-8-8
  6. Anneliese Peschlow-Bindokat: Herakleia am Latmos. Stadt und Umgebung. Homer Kitabevi, Istanbul 2005, ISBN 975-8293-72-9, S. 118–119.
  7. Albert Distelrath: Siedeln und Wohnen in einer Ruinenstätte. Ein denkmalpflegerisches Konzept für Herakleia am Latmos. Ege Yayınları, Istanbul 2011, ISBN 978-605-5607-64-7, S. 29–30.
  8. Solimena: Diana und Endymion