Energieverbrauch

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Energieverbrauch kennzeichnet umgangssprachlich den Bedarf an Energie für unterschiedliche Nutzanwendungen. Energie ist nötig, um Arbeit zu verrichten. Je nach Anwendung werden mechanische Arbeiten (Bewegen, Beschleunigen, Bremsen), Beleuchtung und Wärme- und Kühlvorgänge unterschieden und mit zeitbezogenen Mess- und Kennwerten gekennzeichnet.

Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausdruck Energieverbrauch hat sich umgangs- und wirtschaftssprachlich (insbesondere auch in der Energiewirtschaft) entwickelt. Physikalisch gesehen kann Energie in einem geschlossenen System nicht verbraucht, sondern nur umgewandelt werden.[1] Im physikalischen Sinne spricht man von Exergieverbrauch oder Entropieerzeugung.

Schematische Darstellung des Zusammenhangs von Primär-, End- und Nutzenergie sowie der zugehörigen Umwandlungsverluste

Mit Energieverbrauch ist umgangs- und wirtschaftssprachlich der Verbrauch von Endenergie gemeint, die von den Verbrauchern in Form von aufbereiteten Erdöl-, Erdgas- und Kohleprodukten, wie Kraftstoffe (Benzin, Diesel), Heizöl, Koks, Kohle, sowie als elektrischer Strom oder Fernwärme genutzt wird. Diese Energie wird in Nutzenergie für mechanische Arbeit (Bewegen, Beschleunigen, Bremsen), für Beleuchtung und für Wärme- und Kühlvorgänge umgewandelt.[2] Im Ingenieurwesen ist der Energieverbrauch definiert als „die für die Deckung von Energiebedarf aufgewandte Menge bestimmter Energieformen unter realen Bedingungen“.[3]

Endenergie wird aus den in der Natur vorkommenden Rohstoffen der Hauptgruppen fossile Brennstoffe, erneuerbare Energien und Kernenergie gewonnen und umgewandelt. Die Energiegewinnung und -nutzung wird in Energiebilanzen erfasst, die mit der Rohstoffgewinnung als Primärenergie beginnen und über Umwandlungsprozesse zur Endenergie führen, die entsprechend auch als Sekundärenergie bezeichnet wird.[4]

Der letzte Umwandlungsschritt in Nutzenergie (auch als Tertiärenergie benannt[5]) bei den Verbrauchern ist in hohem Maße von den eingesetzten Geräten, Einrichtungen und Antrieben abhängig. Dieser Anwendungsschritt ist in übergeordneten Energiebilanzen, wie der Energiebilanz für die Bundesrepublik Deutschland, nicht zu erfassen, die sich daher auf die beiden Bereiche Primär- und Endenergie begrenzen.[6] Weitergehende Bilanzen einschließlich der Nutzenergie werden in produktionsbezogenen Energiebilanzen und Effizienzanalysen vorgenommen.

Die Maßeinheit für Energie ist nach dem Internationalen Einheitensystem 1 Joule (J), auch Wattsekunde genannt: 1 J = 1 N·m = 1 kg·m2·s−2. Durch Einheitenvorsätze, auch Einheitenpräfixe genannt, werden Vielfache oder Teile gebildet, um Zahlen mit vielen Stellen zu vermeiden (Beispiel: 1 Megajoule (MJ) = 1.000.000 Joule, siehe auch Größenordnung (Energie)).

Umgangssprachlich sind weitere Maßeinheiten gebräuchlich, wie Kilowattstunde (kWh) für Strom, Liter für Treibstoffe oder Gewichtseinheiten für feste Brennstoffe. Der Energieverbrauch kann auch auf ein bestimmtes Ergebnis bezogen werden (z. B.: Treibstoffverbrauch pro 100 gefahrene Kilometer oder Stromverbrauch eines Gerätes pro Jahr).

Kennwerte zum Energieverbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bedarf an Endenergie wird mit Verbrauchskenndaten gekennzeichnet, für Fahrzeuge bspw. mit dem Kraftstoffverbrauch, für Geräte mit der Energieverbrauchskennzeichnung und für Gebäude mit dem Energieausweis. Die Verteilung des Stromverbrauchs in privaten Haushalten ist aus Beratungstätigkeiten ermittelt worden, z. B. der Energieagentur Nordrhein-Westfalen, die Verbrauchsdaten aus rund 380.000 Beratungen ausgewertet hat.[7]

Mobilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit Mobilität verbrauchen z. B. Fahrräder pro Personenkilometer 0 kWh, Pedelecs 0,008, U-Bahnen 0,02, Straßenbahnen 0,08, Omnibusse 0,13, Züge 0,19 sowie (Personen)-KFZ 0,56 kWh.[8]

Weltweiter Energieverbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die globale Energienachfrage nahm 2017 um 2,1 % zu. Der Anstieg war mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der vergangenen Jahre. Er wurde laut IEA zu mehr als 70 % von Öl, Erdgas und Kohle gedeckt, der Rest nahezu von erneuerbaren Energien. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien kletterte um 6,3 % dank der Ausbreitung von Wind-, Solar- und Wasserkraft.[9]

2014 lag der gesamte weltweite Verbrauch von Primärenergie bei 13.699 Megatonnen Öleinheiten (entsprechend 159.319 TWh). Darunter befand sich eine Stromerzeugung von 21.963 TWh. Bei der Nutzung dieser Energie wurden ca. 32,4 Mrd. Tonnen Kohlenstoffdioxid freigesetzt.[10] Der Marktwert der weltweiten verbrauchten Energie betrug im Jahr 2015 ca. 9,1 Billionen US-Dollar.[11]

Insgesamt stieg der Energieverbrauch von 24.500 TWh im Jahr 1950 auf rund 131.400 TWh im Jahr 2010; dabei verdoppelte sich der Pro-Kopf-Energieverbrauch. Bei gleicher Wachstumsrate des Pro-Kopf-Energieverbrauches und einem Anstieg der Weltbevölkerung auf über 9 Mrd. Menschen würde sich bis 2050 ein Energieverbrauch von über 350.400 TWh ergeben. Um diesen Energiebedarf zu decken, wären zusätzlich zum 2010 vorhandenen Energieverbrauch das Leistungsäquivalent von etwa 48.000 fossilen Kraftwerken mit je 500 MW, 24.000 Kernkraftwerken mit je 1000 MW oder 150.000 km² Photovoltaikanlagen notwendig. Aus diesen Daten wird die Notwendigkeit von Energieeinsparungen gerade in den wohlhabenden Staaten der Erde abgeleitet.[12]

Anteile der verschiedenen Energieträger am Primärenergieverbrauch über die Zeit[13]

Energieverbrauch in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primär- und Endenergieverbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland lag der Primärenergieverbrauch im Jahr 2018 bei rd. 13.106 Petajoule (PJ) (entsprechend 3.640 TWh) und der Endenergieverbrauch bei rd. 8.996 Petajoule (PJ) (entsprechend 2.499 TWh). Die Energiebilanz für die Bundesrepublik Deutschland weist zwischen Primär- und Endenergieverbrauch Umwandlungsverluste von 31,4 % aus (Bilanzjahr 2018).[14]

Endenergieverbrauch und Primärenergieverbrauch 2017[15]

Bei der Umwandlung der Primärenergie in nutzbare Endenergie und schließlich auch bei der Umwandlung in die Nutzenergie fallen Verluste durch den Wirkungsgrad der notwendigen Aufbereitungs- und Umwandlungsprozesse sowie durch Transporte an. Energie lässt sich zwar von der einen in die andere Form umwandeln, dabei setzt jedoch der zweite Hauptsatz der Thermodynamik prinzipielle Grenzen: thermische Energie ist nur eingeschränkt in andere Energieformen umwandelbar und zwischen Systemen übertragbar. Daher treten insbesondere bei der Stromerzeugung Verluste bei der Umwandlung der Primärenergie auf. Beim Einsatz fossiler Brennstoffe liegen sie bei ausschließlicher Stromerzeugung bei 60 bis 70 %; durch Nutzung der entstehenden Wärme als Fernwärme können die Verluste auf rd. 50 % gesenkt werden. Bemerkenswerterweise hat der Energieverbrauch in Deutschland trotz Wirtschaftswachstum seit 1990 nicht zu-, sondern etwas abgenommen. Zwischen 1990 und 2011 nahm das reale Bruttoinlandprodukt um 34 % zu, der Energieverbrauch nahm jedoch um 9 % ab.[16] Grund hierfür sind der technologische Fortschritt in der Energiewirtschaft, die sparsamere und rationellere Energienutzung und die Verlagerung der Produktion ins Ausland (siehe etwa Liste der größten Aluminiumproduzenten#Produktion). Die Schwankungen des Energieverbrauchs in den letzten Jahren haben ihre Ursache vor allem in den Witterungsbedingungen (unterschiedliche Heizungskosten bei kalten/warmen Wintern).

Primärenergieverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland
Angaben in Petajoule[14][17]
Energieträger 1990 1995 2000 2005 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2016

in %

2017 in % 2018 in %
Mineralöl 5.217 5.689 5.499 5.166 4.684 4.525 4.527 4.628 4.493 4.472 4.563 4.671 4.452 34,0 34,5 34,0
Erdgas, Erdölgas 2.293 2.799 2.985 3.250 3.171 2.911 2.920 3.059 2.660 2.800 3.043 3.159 3.071 22,7 23,4 23,4
Steinkohle 2.306 2.060 2.021 1.808 1.714 1.715 1.725 1.840 1.759 1.718 1.635 1.502 1.428 12,2 10,9 10,9
Braunkohle 3.201 1.734 1.550 1.596 1.512 1.564 1.645 1.629 1.574 1.565 1.525 1.507 1.476 11,4 11,1 11,3
Kernenergie 1.668 1.682 1.851 1.779 1.533 1.178 1.085 1.061 1.060 1.001 923 833 829 6,8 6,2 6,3
Brennstoffe aus erneuerbaren Energiequellen2 139 191 290 596 1.160 1.153 1.029 1.118 1.112 1.144 1.163 1.203 1.178 8,7 8,9 9,0
Photovoltaik, Wasser- und Windkraft1 58 83 127 173 254 309 356 381 407 523 529 594 625 3,9 4,4 4,8
Außenhandelssaldo Strom 3 17 11 −31 −64 −23 −83 −116 −122 −174 −200 -189 -175 −1,3 -1,4 -1,3
Sonstige 22 13 68 222 254 267 244 222 237 242 242 243 222 1,8 1,8 1,7
Gesamt 14.905 14.269 14.402 14.558 14.217 13.599 13.447 13.822 13.180 13.293 13.426 13.523 13.106 13.491 100%,0 13.523

100%

13.106

100%

Bevölkerungsstand in 1000 (Quelle: Destatis) 79.753 81.817 82.260 82.438 81.752 80.328 80.524 80.767 81.198 82.176 82.522 82.792 83.019
Gesamt pro Kopf in Gigajoule 186,9 174,4 175,1 176,6 173,9 169,3 167,0 171,1 162,3 161,8 162,7 163,3 157,9
Primärenenergieverbrauch in Deutschland 1990 bis 2016.[18]
1 Windkraft ab 1995
2 vorwiegend Brennholz, auch Klärgas, Klärschlamm, Müll, Brenntorf
Endenergieverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland
Angaben in Petajoule[17][14]
Energieträger 1990 1995 2000 2005 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2016 in % 2017 in % 2018

in %

Kraftstoff1 2.533 2.711 2.820 2.569 2.471 2.485 2.479 2.549 2.548 2.577 2.662 2.737 2.665 29,3 29,7 29,6
Gas 1.871 2.260 2.410 2.279 2.439 2.231 2.267 2.370 2.133 2.233 2.305 2.344 2.279 25,4 25,5 25,3
Strom 1.638 1.648 1.780 1.864 1.899 1.876 1.884 1.884 1.846 1.853 1.863 1.868 1.847 20,5 20,3 20,5
Heizöl 1.446 1.593 1.246 1.596 874 730 771 822 693 675 653 654 609 7,2 7,1 6,8
Sonstige Energieträger2 54 110 201 477 691 656 655 689 662 692 715 739 743 7,9 8,0 8,3
Fernwärme 383 366 265 450 472 420 431 435 383 402 410 411 401 4,5 4,5 4,5
Steinkohle 571 455 432 319 375 387 340 338 348 382 378 366 365 4,2 4,0 4,1
Braunkohle 975 178 82 78 89 94 92 93 85 84 87 88 87 1,0 1,0 1,0
Gesamt 9.473 9.322 9.235 9.127 9.310 8.881 8.919 9.179 8.699 8.898 9.071 9.208 8.996 100 100 100
Bevölkerungsstand in 1000 (Quelle: Destatis) 79.753 81.817 82.260 82.438 81.752 80.328 80.524 80.767 81.198 82.176 82.522 82.792 83.019
Gesamt pro Kopf in Gigajoule 118,8 114,0 112,3 110,7 113,9 110,6 110,8 113,7 107,1 108,3 109,7 111,2 108,4
1 inkl. übrige Mineralölprodukte
2 vorwiegend Brennholz, auch Klärschlamm und Müll

Nutzung der Endenergie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Endenergie wird zu 38,9 % in mechanische Energie (Transportaufgaben, Maschinenantrieb usw.) umgewandelt und zu 25,6 % in Raumwärme und zu 22,6 % in sonstige Prozesswärme umgesetzt. Auf diese drei Anwendungsbereiche entfallen 87,1 % des Endenergieverbrauchs der Bundesrepublik Deutschland. Für Warmwasser werden 5,0 %, für Beleuchtung 2,9 % und für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) 2,4 % eingesetzt (Bilanzjahr 2018).[14]

Die umgangssprachlich wenig gebräuchliche Energieeinheit Gigajoule bei der Angabe des Pro-Kopf-Verbrauchs lässt sich durch Umrechnung in kWh oder Ölmengen veranschaulichen: 1 Gigajoule (GJ) = 278 kWh oder Energiemenge bei Verbrennung von 23,9 kg Erdöl.

Endenergieverbrauch nach Bereich in Deutschland[19]
Endenergieverbrauch nach Anwendungsbereichen
in der Bundesrepublik Deutschland[14][4]
Anwendungsbereich Angaben in Petajoule Angaben in Gigajoule
2008 2009 2010 2011 2017 2018 2011
Pro-Kopf
2011
in %
2018

in %

mechanische Energie 3.334 3.236 3.298 3.327 3.589 3.502 40,7 38,1 38,9
Raumwärme 2.770 2.611 2.813 2.256 2.443 2.302 27,6 25,8 25,6
sonstige Prozesswärme 1.875 1.756 1.903 1.979 2.036 2.035 24,2 22,6 22,6
Warmwasser 0428 0416 0379 0447 441 451 05,5 05,1 5,0
Beleuchtung 0300 0297 0296 0321 259 257 04,0 03,7 2,9
Informations- und Kommunikationstechnik 0211 0200 0199 0219 213 216 02,7 02,5 2,4
sonst. Prozesskälte 0129 0148 0143 0162 190 193 02,0 01,9 2,1
Klimakälte 0051 0028 0029 0034 39 40 000,4 00,4 0,4
Gesamt 9.098 8.692 9.060 8.744 9.208 8.996 106,8 100 100

Herkunft der Primärenergie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft der Primärenergie in Deutschland 2011, Anteil der Importe[20]

Die Primärenergie für die Bundesrepublik Deutschland stammt zu rund 69,9 % aus Importen. Im Jahr 2018 wurden 9.176 Petajoule des Gesamtbedarfs von 13.129 Petajoule importiert, vorrangig Mineralöl und Erdgas sowie Steinkohle. Bei diesen Energieträgern liegt eine hohe Importabhängigkeit von 88 bis 97 % vor. Die inländischen Quellen Braunkohle und Erneuerbare Energien waren importunabhängig.[14]

Nettoimportabhängigkeit von Energieträgern in Prozent[14]

(Anteil der Summe aus Einfuhr minus Ausfuhr minus Bunker am Primärenergieverbrauch)

Energieträger 2016 2017 2018
Steinkohle 94,8 91,9 88,3
Braunkohle -1,9 -2,1 -2,2
Mineralöl 98,0 97,0 97,2
Naturgase 90,2 91,3 95,6
Kernenergie 100 100 100
Gesamt 70,7 69,4 69,9

Im Jahr 2018 wurden in die Bundesrepublik Deutschland importiert:

  • 85,205 Mio. Tonnen Rohöl,[14]
  • 126,253 Milliarden Kubikmeter Erdgas (1 m³ entspricht 35,169 MJ Heizwert)[14]
  • 46,965 Mio. Tonnen Steinkohle[21]

Das Rohöl stammte 2018 zu 36,3 % aus der Russischen Föderation, zu 18,1 % aus Afrika (vor allem Nigeria, Algerien und Libyen) und zu 11,8 % aus Norwegen. Von den verbleibenden 33,8 % kamen größere Lieferanteile aus Großbritannien (7,8 %), aus dem Nahen Osten (6 %) und aus Venezuela mit 0,8 %.[14]

Die Herkunft des importierten Erdgas darf seit 2015 nicht mehr veröffentlicht werden das liegt an den Vorschriften des § 16 Bundesstatistikgesetz in Verbindung mit § 11 Abs. 2 und 5 Außenwirtschaftsgesetz. Denn die Weitergabe der Daten könnte einzelne Unternehmen in ihrem Betriebs- und Geschäftsgeheimnis berühren.[22]

Der letzte verfügbare Stand des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aus den Jahr 2015 setzt sich wie folgt zusammen:

Das importierte Erdgas kam zu 34,7 % aus der Russischen Föderation, zu 34,1 % aus Norwegen und zu 28,8 % aus den Niederlanden. Die übrigen 2,5 % stammen aus „sonstigen Ländern“.[14] Dabei handelt es sich um die Übergabeländer aus denen das Erdgas nach Deutschland kommt und nicht das Förderland. So kommt das Erdgas aus den Niederlanden zum teil aus den Vereinigten Königreich als Flüssiggaslieferungen, bevor es nach Deutschland geleitet wird.[23]

Die Steinkohle-Importe stammten 2018 zu 40 % aus der Russischen Föderation, 21,2 % aus den USA und 11,1 % aus Australien. Von den übrigen 28 % kamen größere Lieferanteile aus Kolumbien mit 8,3 % und aus EU-Ländern 10,4 % (vor allem Polen).[21]

Pro-Kopf-Verbrauch von Primär- und Endenergie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pro-Kopf-Verbrauch 2011 in Deutschland – fossile Primärenergie[24]

Der Verbrauch von Primärenergie in Deutschland im Jahr 2011 von insgesamt 13.500 Petajoule (PJ) entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von rd. 40.000 kWh pro Einwohner (82 Mio. Einwohner, s. Deutschland). Dazu wurden 2011 pro Kopf der Bevölkerung 1.134 kg Erdöl, 1.365 kg Kohle (Stein- und Braunkohle) sowie 1.451 m3 Erdgas eingesetzt. Hinzu kommen aus erneuerbaren Energiequellen 5.038 kWh und aus Kernenergie 3.994 kWh pro Kopf.[24]

Dieser Pro-Kopf-Verbrauch von Primärenergie entspricht einer durchgängigen Leistung von 5,4 kW, die pro Einwohner benötigt wurde (Verbrauch auf 8.760 Std. eines Jahres umgerechnet). Zum Vergleich: Ein Mensch ist bei körperlicher Betätigung zu einer Dauerleistung von 0,06 kW im Stande, bei Akkordleistungen von 0,1 kW.[25] Der Verbrauch von Primärenergie in Deutschland liegt um knapp den Faktor 100 höher als die menschliche Dauerleistung. Zur Veranschaulichung wird das Bild einer entsprechenden Zahl von Energiesklaven bemüht.

Der Verbrauch an Endenergie in Deutschland im Jahr 2011 von insgesamt 8.700 Petajoule (PJ) entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von rd. 29.600 kWh pro Einwohner. Davon entfallen 8.400 kWh auf Kraftstoffe, 7.100 kWh auf Erdgas, 6.400 kWh auf Strom insgesamt, davon 1.670 kWh für den privaten Verbrauch, 2.500 kWh auf Heizöl und 5.200 kWh auf sonstige Energieträger, vor allem Brennholz.[24]

Entwicklung der Energiepreise in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisentwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland

2015 = 100%[26]

Energieträger 2005 2010 2015 2018 2019 2020(nur Mai)
Erdgas 76,0 90,3 100 92,2 95,8 97,2
Benzin (Super) 87,8 101,7 100 104,7 103,0 86,3
Diesel 90,7 104,4 100 110,2 108,4 90,9
Heizöl (leicht) 93,8 114,6 100 117,4 114,5 83,4
Flüssiggas - 124,2 100 119,4 108,3 91,4
Strom 61,6 80,2 100 103,3 106,8 111,2
Fernwärme 69,7 86,9 100 93,9 98,1 98,1
Verbraucherpreisindex
gesamt
[27]
86,2 93,2 100 103,8 105,3 106,0

Mit dem weltweit steigenden Energieverbrauch ist eine deutliche Zunahme der Energiepreise zu verzeichnen. Diese Preisentwicklung wird für die verschiedenen Energiearten anhand von amtlichen Daten erfasst und mit Preisindizes dargestellt. Das Statistische Bundesamt hat für die Bundesrepublik Deutschland eigene Preisstatistiken und zugehörige Angaben des Statistischen Amtes der EU (Eurostat) zusammengefasst und auf das Basisjahr 2015 bezogen.

Einfuhr-, Erzeuger- und Ausfuhrpreisindizes werden nach dem Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken (GP), Ausgabe 2009 berechnet. Für Verbraucherpreisindizes wird die Klassifikation des privaten Konsums nach Verwendungszwecken (COICOP = Classification of Individual Consumption by Purpose) angewandt.

Steuern und Umlagen werden in der Weise berücksichtigt, wie sie im Endpreis enthalten sind: Einfuhrpreise werden daher ohne Mehrwertsteuer angesetzt, da sie im Zuge des Vorsteuerabzugs gegengerechnet werden. Die Verbraucherpreise enthalten entsprechend die Mehrwertsteuer sowie Abgaben und Umlagen.[4]

Die Einfuhrpreise und Erzeugungspreise für Primärenergie ausgenommen vom Erdgas sind im Zeitraum von 2015 bis 2019 gestiegen. Mit beginn der Covid-19-Pandemie haben sich die Preise Teilweise mehr als Halbiert. Die Verbraucherpreise für die wichtigsten Endenergieträger Heiz- und Kraftstoffe sowie für Strom sind bis 2019 stärker als der allgemeine Verbraucherpreisindex angestiegen, am stärksten bei Heizöl um 14,5 %, bei den Kraftstoffen um 3 bzw. 8,4 %, bei Strom um 6,8 % gestiegen, Erdgas und Fernwärme haben sich im selben Zeitraum um 4,2 % und 1,9 % vergünstigt bezogen auf 2015.[26]

Preisentwicklung der Primärenergie Einfuhrpreise und Erzeugerpreise

2015 = 100%[26]

Energieträger 2005 2010 2015 2018 2019 2020(nur Mai)
Steinkohle (Einfuhr) 67,1 116,9 100 144,1 125,0 93,4
Braunkohle (Erzeugerpreise) 79,0 89,8 100 98,1 103,4 100,7
Rohöl (Einfuhr) 88,2 126,7 100 126,2 123,3 54,9
Rohöl (Erzeugerpreise) 81,6 122,6 100 130,0 125,3 43,4
Erdgas (Einfuhr) 80,6 110,4 100 107,9 85,7 49,7
Erdgas (Erzeugerpreise)

bei Abgabe an Handel, Gewerbe und Wohnungswirtschaft

76,3 88,9 100 91,0 95,1 93,4

Energieverbrauch in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Energieverbrauch in Österreich betrug 1.429 PJ im Jahr 2008, mit einer jährlichen Steigerungsrate von durchschnittlich 1,7 % im Zeitraum 1990 bis 2008.[31] Der Bruttoinlandsverbrauch stieg von 1970 bis 2004 um 75 % auf 1.395 PJ. Gleichzeitig nimmt der Anteil erneuerbarer Energieträger langsam zu.

Energieverbrauch in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Energieverbrauch in der Schweiz betrug rund 834.210 TJ im Jahr 2019.[32]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Energieverbrauch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Physikalisch gesehen ist Energieverbrauch, genauso wie Energiegewinnung ohne qualifizierendes Adjektiv aufgrund des Energieerhaltungssatzes unmöglich. Es findet lediglich eine Energiewandlung von einer Energieform in eine andere statt. Der umgangssprachliche Energieverbrauch ist an sich der nicht reversible Exergieverbrauch, vgl. mit dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Siehe auch: Martin Buchholz: Energie - Wie verschwendet man etwas, das nicht weniger werden kann? In: Science Slam Finale 2011. 19. November 2011, abgerufen am 30. April 2020. - und das Buch zum Film - Martin Buchholz: Energie - Wie verschwendet man etwas, das nicht weniger werden kann? 1. Auflage. Springer, Berlin Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-49741-8, S. 27 ff.
  2. Eckhard Rebhan (Hrsg.): Energiehandbuch – Gewinnung, Wandlung und Nutzung von Energie. Springer Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-540-41259-X.
  3. VDI-Richtlinie 4661 Energiekenngrößen: Definitionen – Begriffe – Methodik (Stand September 2003).
  4. a b c Statistisches Bundesamt (DESTATIS): Preise – Daten zur Energiepreisentwicklung Wiesbaden 2012.
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