Ensemble (Theater)

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Ein Ensemble (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) an einem Theater ist die Gesamtheit der dort engagierten Bühnenkünstler. Dies können Schauspieler, Sänger oder Tänzer sein, die man in Mehrspartentheatern als voneinander unabhängige Ensembles betrachtet. Theater mit Repertoiresystem haben ein eigenes, für mehrere Spielzeiten an die Institution gebundenes Ensemble (im Unterschied zu Theatern mit En-suite-Spielbetrieb bzw. Stagionesystem oder Gastspielbetrieb). Ursprünglich brauchte es Solisten für jedes Rollenfach im Schauspiel bzw. jedes Stimmfach in der Oper, um alle Werke, die sich im Repertoire befanden, besetzen zu können. Heute hat sich diese Festlegung etwas gelockert, auch weil das Ensemble vermehrt mit Gästen (Darstellern, die nur für eine Produktion engagiert sind) ergänzt wird.

Außerdem kann der Begriff im Unterschied zu den Solisten die gemeinsam agierenden Darsteller einer Theateraufführung bezeichnen wie einen Chor, ein Corps de ballet oder eine größere Gruppe von Statisten.

Auch freie, gastierende Theatergruppen werden als Ensembles bezeichnet.

Theater in der Josefstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schauspieler des Theaters in der Josefstadt in Wien unter der Leitung von Max Reinhardt

Berliner Ensemble[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berliner Ensemble

Schaubühne am Halleschen Ufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin-Kreuzberg war in den 1970er- Jahren mit dem Intendanten Peter Stein sowie mit dem Dramaturgen Botho Strauß und dem Bühnenbilder Karl-Ernst Herrmann, der Kostümbildnerin Moidele Bickel, dem Dramaturgen Dieter Sturm und der Komponist Peter Fischer und Regisseuren wie Klaus Michael Grüber und Bob Wilson das berühmteste deutsche Theater. Zum Ensemble gehörten Bruno Ganz, Edith Clever, Jutta Lampe, Otto Sander und Peter Fitz sowie Angela Winkler, Monica Bleibtreu, Dieter Laser, Michael König, Heinrich Giskes, Hans Diehl, Wolf Redl, Sabine Andreas, Tina Engel, Elke Petri, Ilse Ritter, Elfriede Irrall, Katharina Tüschen, Gerd Wameling, Otto Mächtlinger, Eberhard Feik, Werner Rehm, Rüdiger Hacker und Ulrich Wildgruber.

Schauspielhaus Bochum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bochumer Schauspielhaus unter der knapp siebenjährigen Direktion von Claus Peymann hatte ein bekanntes Ensemble, das teilweise schon in Stuttgart (1974 bis 1979) zusammenkam und Peymann dann 1986 auch ans Wiener Burgtheater folgte: Gert Voss, Ignaz Kirchner, Kirsten Dene, Martin Schwab, Urs Hefti, Johann Adam Oest, Therese Affolter

Münchner Kammerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Münchner Kammerspiele hatten in der Direktionszeit von Dieter Dorn (1983–2001) ein berühmtes Ensemble, dem u.a. Rolf Boysen, Peter Lühr, Thomas Holtzmann, Gisela Stein, Doris Schade, Cornelia Froboess, Markus Boysen, Edgar Selge, Felix von Manteuffel, Manfred Zapatka, Lambert Hamel, Jörg Hube, Sunnyi Melles, Irene Clarin, Franziska Walser, Daphne Wagner und Jens Harzer angehörten.

Das Zadek-Ensemble[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regisseur Peter Zadek versammelte im Laufe seiner Regielaufbahn ein freies Ensemble um sich, das sich unter seiner Direktion am Schauspielhaus Bochum (1971 bis 1975) formte und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (1985 bis 1989) erweiterte und mit dem er über Jahrzehnte kontinuierlich an verschiedenen Theatern zusammenarbeitete: Ulrich Wildgruber, Eva Mattes, Hermann Lause, Rosel Zech, Ilse Ritter, Knut Koch, Friedrich-Karl Praetorius, Ulrich Tukur, Paulus Manker, Uwe Bohm, Susanne Lothar, Jutta Hoffmann, Gert Voss, Ignaz Kirchner, Angela Winkler.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]