Eppendorf AG

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Eppendorf AG
Logo der Eppendorf AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1945
Sitz Hamburg, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 2.880 (Ø 2014)[2]
Umsatz 531,1 Mio. EUR (2014)[2]
Branche Life Science
Website www.eppendorf.com

Die Eppendorf AG ist ein Unternehmen mit Stammsitz in Hamburg, das Produkte und Dienstleistungen für Labore weltweit entwickelt, produziert und vertreibt. Die Erzeugnisse von Eppendorf werden in akademischen oder industriellen Forschungslaboren, z. B. in Unternehmen der Pharma- und Biotech- sowie Chemie- und Lebensmittelindustrie eingesetzt. Aber auch in klinischen oder umweltanalytischen Laboratorien, in der Forensik und in industriellen Laboren der Prozessanalyse, Produktion und Qualitätssicherung werden die Produkte von Eppendorf verwendet. Das Unternehmen ist Weltmarktführer in diesem Bereich[1].

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1945 durch Heinrich Netheler und Hans Hinz im Hamburger Stadtteil Eppendorf auf dem Gelände des Universitätskrankenhauses als Werkstatt für medizinische Geräte gegründet.[3] Netheler und Hinz nutzten Kenntnisse aus der Radartechnik zur Entwicklung des ersten Ultraschallgerätes und des Stimulators, ein Gerät zur Diagnose und Therapie von Muskel- und Nervenschädigungen. Das elektrische Thermometer „Thermorapid“ ermöglichte erstmals die Messung der Körpertemperatur innerhalb weniger Sekunden. Im Jahr 1963 wurde das erste Mikroreaktionsgefäß aus Polypropylen – der „Eppi“ – produziert[4]. 1965 zog die Firma mit rund 200 Mitarbeitern in den heutigen Firmensitz im Barkhausenweg im Hamburger Stadtteil Hummelsbüttel. 1988 übernahm Klaus Fink die Geschäftsführung bei Eppendorf. Aus der „Eppendorf Gerätebau Netheler und Hinz GmbH“ wurde im Jahr 2000 die „Eppendorf AG“, wobei alle Aktien weiterhin im Besitz der Gründerfamilien Netheler und Hinz verblieben.[4]

Neben einer Zusammenarbeit mit Qiagen wurde 2006 auch ein Kooperationsvertrag mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geschlossen.[3] Mit der Übernahme von New Brunswick Scientific wurden 2007 Schüttler, Inkubatoren, Tiefkühlgeräte und Bioreaktoren ins Sortiment aufgenommen; seit 2012 – nach Kauf der DASGIP – wurde das Portfolio durch parallele Bioreaktorsysteme und Bioprozessdaten- und Informationsmanagement-Software ergänzt.[5]

2011 wurde Dirk Ehlers neuer Vorstandsvorsitzender, während Klaus Fink den Vorsitz des Aufsichtsrats übernahm.[1] Im Juni 2014 wird Detmar Ammermann als Sprecher des Vorstands berufen.

Beteiligungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 übernahm Eppendorf die US-amerikanische Firma New Brunswick Scientific Co[5], die ihren Sitz in Edison, New Jersey hatte. Anfang Januar 2012 erwarb Eppendorf den mittelständischen Hersteller von parallelen Bioreaktorsystemen DASGIP aus Jülich[6].

Produkte[Bearbeiten]

Eppendorf entwickelt, produziert und vertreibt Geräte, Verbrauchsartikel und Dienstleistungen für Labore. Dazu gehören Pipetten, Pipettierautomaten, Dispenser, Zentrifugen, und Mischer sowie Verbrauchsartikel wie Reaktionsgefäße und Pipettenspitzen. Darüber hinaus stellt Eppendorf Ultra-Tiefkühlgeräte, Fermenter und Bioreaktoren, CO₂-Inkubatoren, Schüttler, Geräte zur DNA-Vervielfältigung, Spektrometer und Systeme zur Zellmanipulation her.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Medizintechnik: Hamburger Eppendorf AG wächst rasant in Asien. Meldung im Hamburger Abendblatt vom 3. Mai 2011.
  2. a b Kennzahlen 2010–2014, abgerufen am 25. Mai 2015.
  3. a b Uniklinikum und Eppendorf AG schließen Kooperationsvertrag. Meldung in Die Welt vom 13. Januar 2006.
  4. a b Eppendorf AG: Auf dem familiären Gegenweg. Firmen im Fokus bei Laborwelt.de.
  5. a b Familienzuwachs bei den Eppis. Meldung bei Laborwelt.de vom 6. Januar 2012.
  6. Pressemitteilung "Eppendorf übernimmt DASGIP Gruppe"