Er (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelEr
OriginaltitelÉl
ProduktionslandMexiko
OriginalspracheSpanisch
Erscheinungsjahr1953
Länge92 Minuten
Stab
RegieLuis Buñuel
DrehbuchLuis Buñuel,
Luis Alcoriza
ProduktionÓscar Dancigers
MusikLuis Hernández Bretón
KameraGabriel Figueroa
SchnittCarlos Savage
Besetzung

Er (Originaltitel: Él) ist ein mexikanisches surrealistisches Filmdrama in Schwarzweiß aus dem Jahr 1953 von Luis Buñuel. Das Drehbuch wurde von ihm selbst in Gemeinschaft mit Luis Alcoriza verfasst und beruht auf dem gleichnamigen Roman von Mercedes Pinto. In den Hauptrollen sind Arturo de Córdova, Delia Garcés und Carlos Martínez Baena zu sehen. Zum ersten Mal ins Kino kam der Film 1953 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. In Deutschland hatte er seine Premiere erst am 7. Juli 1970 im Programm des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD).

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es geht um den reichen Mexikaner Francisco Galvan de Montemayor, der ebenso habgierig wie kirchentreu ist. Schamlos spannt er bei einer privaten Feier einem seiner Bekannten dessen attraktive Braut Gloria Milalta aus und heiratet sie. Mit dem Vollzug der Eheschließung bricht jedoch die mühsam kaschierte Schizophrenie seiner Haltung, nämlich die von den Kirchenmännern dankbar zur Kenntnis genommene Sittenstrenge seiner Lebensweise einerseits und die durch sie von der Umwelt abgeschirmte hemmungslose Egozentrik andererseits, plötzlich nach außen auf. Sie äußert sich in einer bis zum Wahnsinn gesteigerten Eifersucht, unter der nicht nur Gloria selbst, sondern alle, die mit ihr in Kontakt geraten, leiden müssen. Es bleibt daher nicht aus, dass sich die Frau bald von ihrem Ehemann trennt. Ihren Höhepunkt erreicht Franciscos Eifersucht während eines Gottesdienstes, als er glaubt, der Priester und die Schar der Gläubigen würden ihn verlachen, weil ihm seine Frau davongelaufen ist. Auf diese Szene folgt im Film eine visionäre Phantasie: Sowohl die Gesichter der Kirchenbesucher als auch das Gesicht des Pfarrers verziehen sich zu hässlichen Fratzen; ein höllisches Gelächter umgibt den Rasenden. Daraufhin wird er überwältigt, in ein Sanatorium gesteckt und nach einer gewissen Besserung in eine klösterliche Ordensgemeinschaft aufgenommen. Doch die Ruhe, die er hier finden soll, ist trügerisch.

Am Ende wird Francisco im Kloster von seiner geschiedenen Frau und deren jetzigem Ehemann, ihrem früheren Verlobten, mit dem sie inzwischen ein Kind hat, besucht. Die letzte Einstellung des Films legt den Schluss nahe, dass eine Heilung und damit eine Sinneswandlung Franciscos keineswegs stattgefunden hat.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films enthält sich einer Wertung. Es skizziert lediglich die Handlung und bemerkt lapidar, bei dem Werk handle es sich um ein „surrealistisch gefärbtes Melodram aus Buñuels mexikanischer Periode“.[2] Der Evangelische Film-Beobachter fasst seine Kritik so zusammen: „Eindrucksvolle Studie des spanischen Regisseurs Buñuel, aggressiv und zuweilen kritisch überspitzt gegenüber bürgerlichen Konventionen. Sehenswert für Erwachsene.“[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Quelle: Evangelischer Filmbeobachter, Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 302/1970, S. 306
  2. Lexikon des internationalen Films, rororo-Taschenbuch Nr. 6322 (1988), S. 881.