Ergebnis (Cricket)

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Das Ergebnis (engl. Result) in einem Cricketspiel kann entweder ein Sieg (Win) für eine der beiden Mannschaften sein, ein Unentschieden (Tie) oder ein Remis (Draw).[1] Dabei gibt es mehrere Wege, wie diese einzelnen Ergebnisarten erzielt werden können. Bei der vollen Angabe des Ergebnisses gibt es zahlreiche Besonderheiten für die unterschiedlich möglichen Resultate.

Ergebnis des Spiels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ziel des Spiels ist es, mehr Punkte (Runs) als der Gegner zu erzielen.[1]

Ein Spiel besteht immer aus entweder einem oder zwei Innings (Spieldurchgängen) pro Mannschaft.[2] Zum Sieg reicht es aber nicht aus, nur mehr Punkte als der Gegner zu haben; das oder die Innings des Gegners müssen am Ende des Spiels auch abgeschlossen sein,[1] sodass der Gegner bei Weiterführung des Spiels keine Möglichkeit mehr zum Punkten gehabt hätte.

Eine Mannschaft kann auch aufgeben (Match Conceded) oder die Schiedsrichter können einer Mannschaft das Spiel zuerkennen, wenn die andere Mannschaft sich weigert weiterzuspielen (Match Awarded).[1]

In dem extrem seltenen Fall, dass die zuletzt schlagende Mannschaft zwar ihren letzten Batsman verliert, aber durch eine 5-Run Penalty zu ihren Gunsten, aus diesem letzten Ball des Spiels, gerade noch genug Runs erzielt, um das Spiel zu gewinnen, wird das Ergebnis als ein „Sieg durch Strafpunkte“ (win by Penalty runs) angegeben.[1]

Unentschieden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel endet unentschieden, wenn die Punktzahlen beider Mannschaften gleich ist und das Innings der als letztes schlagenden Mannschaft abgeschlossen ist.[1] Diese zweite Bedingung wurde erst 1947 eingeführt, so dass es eine Reihe von Spielen vor diesem Datum gibt, die heute zwar als Remis gewertet würden, aber weiter als Unentschieden gelten. Dadurch gibt es Spiele aus diesem Zeitraum, die heute als Unentschieden gewertet würden, aber weiterhin als Remis gelten.

Ein Unentschieden ist ein sehr seltenes Ergebnis im Cricket; in Test Matches kam es von 1877 bis 2005 nur zweimal vor:[3]

  • West Indien (453 & 284) gegen Australien (505 & 232) 1961
  • Australien (574-7d & 170-5d) gegen Indien (397 & 347) 1987

Diese beiden Beispiele zeigen auch, dass die Gesamtpunktzahl einer Mannschaft, auf die es letztendlich ankommt, nie explizit angegeben wird. Die beiden Innings einer Mannschaft werden vielmehr als jeweils abgeschlossene Einheiten betrachtet, was sich übrigens auch in vielen Statistiken widerspiegelt.

Bei Zwei-Innigs-Spielen wird nach dem ersten Innings beider Teams die Punktedifferenz ermittelt und mit dieser im Hinterkopf weitergerechnet. Nachdem die erste Mannschaft auch ihr zweites Innings abgeschlossen hat, ergibt sich unter Berücksichtigung dieser Punktdifferenz die zum Sieg benötigte Punktzahl der anderen Mannschaft (Target). Ebendieses wurde in den beiden uben genannten Spielen mit dem knappstmöglichen Ergebnis verpasst.

Bei verkürzten Innings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Duckworth-Lewis Method

Bei Ein-Innings-Spielen (vorwiegend List A, One-Day Internationals oder Twenty20s) findet bei Regen- oder anderen Unterbrechungen, die verhindern, dass die vorgesehene Anzahl von Overn im Innings der zweiten schlagenden Mannschaft absolviert wird, die Duckworth-Lewis Method Anwendung. Mit Hilfe eines mathematischen Modells wird projiziert, wie hoch die Punktezahl am Ende des Innings sein würde, wenn die verbliebenen Over stattgefunden hätten. Aus dieser Information wird das Target berechnet, welches die zweite Mannschaft in den verbliebenen Overn erreichen muss, um ein Unentschieden zu erzielen, oder – falls es übertroffen wird – zu gewinnen.[4]

Remis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle anderen Spiele werden als Remis gewertet.[1]

Das bedeutet, dass am Ende der vorher festgelegten Spielzeit zwar die als letztes schlagende Mannschaft noch an Punkten zurückliegt oder bestenfalls gleichauf ist, ihr Innings aber noch nicht abgeschlossen ist, d. h. ihre Batsmen noch nicht alle ausgeschieden sind und damit weitere Punkte hätten erzielt werden können. Anders ausgedrückt: Wäre das Spiel weitergegangen, hätten, zumindest theoretisch, beide Mannschaften noch gewinnen können, ihnen ist schlicht die Zeit davongelaufen.

In sogenannten One-Day Matches (Ein-Tages-Spielen), in denen das Innings einer Mannschaft durch eine vorgegebene Overzahl (heute einheitlich 1 Over = 6 regelkonforme Ballwürfe) begrenzt ist, kann es kein Remis geben. Denn nach Absolvierung der Over ist das Innings per Definition abgeschlossen. Es kommt jedoch auch nicht selten vor, dass wegen Regens das Spiel abgebrochen werden muss. Das Ergebnis wird als No Result angegeben, wenn noch nicht genügend Over absolviert wurden, um das Spiel werten zu können.

Darstellung des Ergebnisses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewinnt die als letzte schlagende Mannschaft, ohne alle ihre Wickets verloren zu haben, wird das Ergebnis durch die Zahl der dann noch nicht gefallenen Wickets angegeben.[1]

Beispiel: Team A (hier immer die als erste schlagende Mannschaft) erzielt 200 Runs. Team B übertrumpft das Ergebnis, indem es den 201. Run erreicht, als erst vier von maximal zehn seiner Batsmen ausgeschieden sind. Damit ist das Spiel zu Ende und Team B gewinnt mit 6 Wickets.

In Spielen zu je zwei Innings pro Team kann es vorkommen, dass eine Mannschaft in ihrem ersten Innings mehr Runs erzielt als der Gegner in seinen beiden Innings zusammen. Dann ist es nicht mehr notwendig, das zweite Innings zu absolvieren, und die Mannschaft gewinnt mit einem Innings und x Runs.

Beispiel: Team A schafft 200 Runs in ihrem 1. Innings, darauf Team B 450 Runs in ihrem 1. Innings und schließlich wieder Team A nur 150 Runs in ihrem 2. Innings. Team B gewinnt mit einem Innings und 100 Runs.

Gewinnt die Mannschaft, die als letzte Feldmannschaft ist, wird das Ergebnis als ein Sieg aufgrund der Differenz von Runs angegeben.[1]

Beispiel 1-Innings-Spiel: Team A erreicht 200 Runs in ihrem Innings, darauf Team B nur 180 Runs. Team A gewinnt mit 20 Runs.
Beispiel 2-Innings-Spiel: Team A schafft 200 Runs in ihrem 1. Innings, Team B 250 Runs, daraufhin in den jeweils 2. Innings Team A 300 Runs und Team B 200 Runs. Team A gewinnt mit 50 Runs.

Gewinnt ein Team, indem es in einem Innings mehr Punkte erreicht hat als das gegnerische Team in zweien, dann wird dies dem Ergebnis hinzugefügt.

Beispiel: Team A schafft 100 Runs in ihrem 1. Innings und Team B 250 Runs; daraufhin erzielt Team A im 2. Innings abermals 100 Runs. Team B gewinnt mit einem Innings und 50 Runs.

Sollte ein Sieg durch Aufgabe oder Zuerkennung entschieden werden, wird dies als Ergebnis angegeben.

Um in Medien einen einfacheren Zugang zum Endergebnis zu gewähren, wird vor allem bei einem Sieg nach Wickets häufig noch hinzugefügt, wieviel Bälle im Innings noch zu spielen gewesen wären.[5] Im Falle eines Sieges nach Duckworth-Lewis Method wird der Zusatz (D/L method) ans Ergebnis angehängt.

Nie wird man im Cricket hören, das Spiel stehe gerade 200 zu 15 Runs, weder als Zwischen- noch als Endergebnis. Dies wäre nicht aussagekräftig, denn selbst wenn diese Aussage formal korrekt ist, muss man, um das Ergebnis bewerten zu können, immer wissen, welche Innings schon abgeschlossen und wie viele Batsmen (Schlagleute) im laufenden Innings schon ausgeschieden sind. Deshalb wird man als Antwort auf die Frage, wie es denn gerade stehe, immer etwas in der Art von England ist 210 für 6 hören, was bedeutet, dass im laufenden Innings England bisher 210 Runs erzielt hat und 6 ihrer Batsmen schon ausgeschieden sind.

Ergebnis eines Innings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Angabe des Gesamtergebnisses werden die Resultate jedes einzelnen Innings aufgeführt. Dabei ist zu beachten, dass in einem 2-Innings-Spiel die Teilergebnisse der einzelnen Innings nicht zusammenaddiert, sondern jeweils die Punkte, Wickets und Over getrennt angegeben werden. Dazu wird generell die Anzahl der erzielten Runs und die Anzahl der erzielten Wickets in dem Innings aufgeführt. Im Falle eines all-outs, also dem Verlust aller Wickets in einem Innings, wird die Wicket-Angabe weggelassen. Zusätzlich wird die Anzahl der absolvierten Over im Innings aufgeführt. In Ein-Innings-Spielen wird ebenfalls zumeist die maximal zu absolvierende Zahl von Overn angegeben, die entsprechend korrigiert wird, sollte diese auf Grund von Unterbrechungen reduziert werden. So ist ein beispielhaftes Innings-Ergebnis 230-8 (38.4/48). Je nach Quelle wird zwischen Punktzahl und Wicketzahl entweder ein Schrägstrich oder ein Bindestrich verwendet. In Australien ist es historisch üblich, Wicket und Runs zu vertauschen.[6]

In Spielen ohne festgelegte Overzahl pro Innings wird ein d angefühgt, wenn eine Deklaration erfolgte, und ein (f/o), wenn ein follow-on erzwungen wurde.

Scorecard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scoreboard im WACA Ground
Beispiel einer unausgefüllten Scorecard

Eine weitere Möglichkeit der Angabe des Ergebnisses ist die sogenannte Scorecard. Sie enthält neben den Ergebnissen detaillierte Informationen zu den Leistungen der einzelnen Batsmen und Bowlern. Dabei ist zu zwischen der offiziellen Scorecard, wie sie von den beiden offiziellen Scorern geführt wird,[7] und den zusammenfassenden Versionen, wie sie in den Medien oder auf dem Scoreboard im Stadion Verwendung finden, zu unterscheiden. Erstere enthält detaillierte Informationen über jeden einzelnen gespielten Ball,[8] und die Scorer werden von den Verbänden für diese Aufgabe ausgebildet.[9] In den verkürzten Versionen wird ausschließlich der zusammenfassende Teil angegeben. Dabei werden für jeden einzelnen Batsman die Anzahl der erzielten Runs, die Form seines Ausscheidens und die daran beteiligten gegnerischen Spieler sowie weitere Informationen wie die Anzahl der erzielten Boundaries, die auf dem Feld verbrachten Minuten, die gespielten Bälle und die Anzahl der gespielten Bälle ohne einen Punkt zu erzielen angegeben. Für die Bowler enthält die Scorecard neben den erzielten Wickets und der Anzahl der gespielten Over oft weitere Informationen aus der Cricketstatistik. Des Weiteren werden die Extras aufgeführt.

Es ist üblich, in der Zusammenfassung des Ausscheiden der Batsman die Ausscheidungsform abgekürzt anzugeben:[8]

  • c Feldspieler b Bowler: gefangen (caught)
  • c & b Bowler: gebowlt und gefangen vom Bowler (caught and bowled)
  • b Bowler: gebowlt (bowled)
  • lbw b Bowler: Bein vor Wicket (leg before wicket)
  • st Wicketkeeper b Bowler: Stumped
  • hit wicket b Bowler: Hit wicket

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Law 16 – The Result. In: Laws of Cricket (2017), Marylebone Cricket Club.
  2. Law 13 – Innings. In: Laws of Cricket (2017), Marylebone Cricket Club.
  3. Liam McCann: Cricket. AAPPL, 2006, ISBN 978-1904332664, Seite 38; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  4. S Rajesh: How the Duckworth-Lewis-Stern method works (englisch) Cricinfo. 8. Juni 2017. Abgerufen am 15. März 2018.
  5. ICC Cricket World Cup 2015 - Results (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 17. März 2018.
  6. Wie zu erkennen auf dem Scoreboard des Sydney Cricket Grounds, dass von Ned Gregory erstellt wurde: Do you remember this big score? (englisch) The Sun (Sydney). 7. Februar 1923. Abgerufen am 17. März 2018.
  7. Law 3 – The Scorers. In: Laws of Cricket (2017), Marylebone Cricket Club.
  8. a b Cricket Scoring - Getting Startet (englisch) New Zealand Cricket - Umpires & Scorers Association. Abgerufen am 16. März 2018.
  9. Scorers Count – Cricket Scorers Courses (englisch) ECB. Abgerufen am 16. März 2018.