Erich John

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Erich John (* 6. Februar 1932 in Kartitz als Erich Josef Friedrich John, Okres Tetschen, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Formgestalter (Designer), der durch die Gestaltung der Urania-Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz international bekannt geworden ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleich nach seiner Lehre als Bauschlosser in Neukloster studierte er von 1950 bis 1953 an der Fachschule für Angewandte Kunst Wismar-Heiligendamm Kunstschmiede-Metallgestaltung und von 1953 bis 1958 an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee Formgestaltung.

Für die Rathenower Optische Werke (ROW) gestaltete er ein komplettes Produktionsprogramm neu. In der Zeit zwischen 1955 und 1992 entwarf er zahlreiche Produkte der Elektro-, Optisch-Feinmechanischen und Kraftfahrzeug-Zulieferindustrie, zum Beispiel 1955 das Design für den Rundfunkempfänger Undine II[1] und 1975 für den Elektrorasierapparat Bebo Sher Favorit. Im Jahr 1963 designte er die MINOSUPAN, eine Maschine zur Herstellung von petrografischen Dünnschliffen.[2]

Ab 1965 übte Erich John eine Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee aus, an der er 1973 als Nachfolger von Rudi Högner zum Professor berufen wurde. Als Mitarbeiter der Planungsgruppe zur Umgestaltung des Berliner Alexanderplatzes (Leitung: Walter Womacka) entwarf er die Urania-Weltzeituhr. 1968/1969 übernahm er bei dieser zudem die Bauleitung. Hersteller der Uhr waren die VEB Wasseraufbereitungsanlagen Rathenow und ROW (Rathenower Optische Werke), für die John in den Jahren davor zahlreiche optische Produkte gestaltet hatte. 1982 wurde er an die Ohio State University (Columbus, Ohio), Department of Industrial Design, als Gastprofessor berufen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Entwickler und Erbauer der Weltzeituhr vom Berliner Alexanderplatz trat Erich John in der NDR-Rateshow Kaum zu glauben! als Gast auf, dessen außergewöhnliche Leistung es zu erraten galt.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurzbiografie zu: John, Erich. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Erich John: Analyse des Gestaltungsweges einer Maschine. form + zweck, Jahrbuch 1963, Berlin 1963, S. 77
  • Erich John: Ikarusflüge. Erinnerungen eines DDR-Designers. Frieling & Huffmann, Berlin 2012, ISBN 978-3-8280-3081-7
  • Heike Schüler: Weltzeituhr und Wartburg-Lenkrad. Erich John und das DDR-Design. Jaron Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-89773-860-7.
  • Kerstin Decker: 50 Jahre Alex: Die Weltzeituhr kennt jeder, niemand ihren Erfinder – Niemand hatte die Absicht, diese irrwitzige Uhr auf dem Alex zu errichten. Und um ein Haar hätte der Designer Erich John sie nie entworfen. In: Der Tagesspiegel, Online-Portal. 14. April 2019 (tagesspiegel.de [abgerufen am 16. April 2019]).
  • Das Alex-Symbol ist marode / Sponsoren treffen sich: Sammeln für die Weltzeituhr. In: Berliner Zeitung. 19. September 1996 (berliner-zeitung.de [abgerufen am 5. September 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Höhne (Hrsg.): Die geteilte Form. Deutsch-deutsche Designaffären 1949-1989. Fackelträger, Köln 2009, ISBN 978-3-7716-4421-5, S. 45f.
  2. Günter Höhne (Hrsg.): Die geteilte Form. Deutsch-deutsche Designaffären 1949-1989. Fackelträger, Köln 2009, ISBN 978-3-7716-4421-5, S. 236.
  3. ndr.de (Sendung 19.08.2018, ab 00:39:47)
  4. Eine überfällige Ehrung. In: Berliner Zeitung am Wochenende. 1. September 2019, S. 14 (yumpu.com) , abgerufen am 31. August 2019.
  5. berlin.de