Kunsthochschule Berlin-Weißensee

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Kunsthochschule Berlin-Weißensee
weißensee kunsthochschule berlin
Logo
Gründung 1946
Trägerschaft staatlich
Ort Berlin
Bundesland BerlinBerlin Berlin
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Rektorin Leonie Baumann
Studierende 827 WS 2019/20[1]
Professoren 35
Jahresetat 12,1 Mio. € (2018)[2]
Website www.kh-berlin.de
Haupteingangsbereich
Berliner Gedenktafel für Selman Selmanagić an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee (Eigenschreibweise: weißensee kunsthochschule berlin) ist eine Hochschule zur Ausbildung von Künstlern und Gestaltern verschiedener Fachrichtungen und wurde 1946 in Berlin-Weißensee gegründet. Eine Besonderheit ist das für alle Studierenden verbindliche Künstlerisch-Gestalterische Grundlagenstudium[3], das an die Tradition des Bauhauses anknüpft.

Entwicklung der Bildungseinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule wurde 1946 vom Metallbildhauer Otto Sticht[4] in Berlin als Kunstschule des Nordens gegründet. 1947 erfolgte die staatliche Anerkennung als Kunsthochschule durch die sowjetische Militäradministration und die Umbenennung in Hochschule für angewandte Kunst. 1950 wurde der niederländische Architekt und Designer Mart Stam Direktor der Kunsthochschule und begründete das fächerübergreifende Grundlagenstudium. Stam blieb Direktor der Hochschule bis 1952[5]. 1953 wurde die Hochschule für angewandte Kunst in Hochschule für bildende und angewandte Kunst und 1969 in Kunsthochschule Berlin umbenannt.

Seit Inkrafttreten des Einigungsvertrages 1990 nennt sie sich Kunsthochschule Berlin-Weißensee (Eigenschreibweise: weißensee kunsthochschule berlin). Mit dem Beschluss des Berliner Senats zum Ausbau der Kunsthochschule im Oktober 1991 erhöhte sich die Studentenzahl von etwa 250 zunächst auf das Doppelte, bis heute auf über 800.

Lage und Ausbildungsinhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einrichtung befindet sich im Ortsteil Berlin-Weißensee und wird seit 2011 von der Rektorin Leonie Baumann geleitet. Die Mart Stam-Gesellschaft ist der Förderverein der Hochschule.[6]

Angeboten werden der Diplomstudiengang Freie Kunst mit den Fachgebieten Bildhauerei, Bühnen- und Kostümbild und Malerei, sowie die Bachelor- und Masterstudiengänge Mode-Design, Produkt-Design, Textil- und Flächen-Design sowie Visuelle Kommunikation. Der Studiengang Architektur wurde 2005 eingestellt, weil einer Senatsentscheidung zufolge die Ausbildung in Berlin „gebündelt“ werden musste.[7]

Seit mehreren Jahren werden die postgradualen Masterstudiengänge Kunsttherapie und Raumstrategien – Forschende Kunst im öffentlichen Kontext angeboten.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsreliefs: linke und rechte Seite
Kunsthochschule Berlin-Weißensee Eingang links.jpg
Kunsthochschule Berlin-Weißensee Eingang rechts.jpg


1955–56 wurde der Standort der Kunsthochschule, d. h. das bereits genutzte Verwaltungsgebäude der ehemaligen Trumpf-Schokoladenfabrik (erbaut 1934) nach Norden baulich erweitert. Die neu zu errichtenden Hochschulgebäude entstanden unter der Entwurfsleitung von Selman Selmanagić, Professor für Bau- und Raumgestaltung an der Kunsthochschule. Eine Besonderheit des Projektes bestand in der Zusammenarbeit von Lehrkräften, Diplomanden und Studenten der Hochschule bei der Planung und Errichtung. Das Entwurfsteam bestand aus dem Architekten Selman Selmanagić unter Beteiligung von Peter Flierl, Erwin Krause und Günther Köhler. Die Hochschule wurde in einem offenen Karree von drei farblich gefassten Putzbauten um einen Innenhof mit Gartenanlage erstellt. Ein eingeschossiges, großflächig verglastes Ausstellungsfoyer mit Flachdach, welches in der Mitte den Haupteingang aufnimmt und gegenüber den flankierenden Gebäuden zurückgesetzt wurde, dient als verbindendes Glied zwischen dem Gebäude von 1934 und dem quer zur Straße gestellten Neubau des viergeschossigen Unterrichtsgebäudes.

Die Ausführung der Entwürfe erfolgte durch die Firma Industrieprojektierung Berlin. Die Innenausstattung der Holzbauarbeiten übernahmen die Deutschen Werkstätten Hellerau. Für die künstlerische Innengestaltung erhielten die Maler Kurt Robbel und Arno Mohr die Aufträge für je ein Wandbild. Das Wandbild von Mohr erhielt seinen Platz vor der Aula. Die Aula sollte ursprünglich auch als kultureller Bestandteil des Wohngebietes fungieren, hatte eine feste Bestuhlung und war für Kinovorführungen ausgestattet. Bert Heller erhielt den Auftrag für ein Wandbild in der Mensa gegenüber der Fensterseite. Toni Mau übertrug man die Aufgabe für den Fries zur gestalterischen Gliederung der Fassaden. Nach dem Entwurf von Ernst Rudolf Vogenauer schuf Jürgen von Woyski[8] das Relief am Eingang des Foyers der Kunsthochschule, das Szenen aus dem Hochschulleben zeigt. Die Kunstschmiedearbeiten wurden von Fritz Kühn ausgeführt. Die Keramiken im Inneren der Mensa stammen von Ernst Rudolf Vogenauer und Rudolf Kaiser. Die Neubauten wurden am 11. November 1956 eingeweiht. Sie sind wie das ehemalige Verwaltungsgebäude der Schokoladenfabrik Trumpf denkmalgeschützt.[9] Der Aula-Flügel des Selmanagic-Baues wurde von 2010 bis 2011 von der Wüstenrot Stiftung, die 1,5 Mio. Euro investierte, instand gesetzt, saniert und restauriert. Dabei wurde auch das Wandbild Wendepunkt von Arno Mohr im Vorraum der Aula restauriert.

Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschulrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Februar 2004 konstituierte sich der Hochschulrat der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er wurde im Rahmen der 2003 beschlossenen Erprobungsklausel des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG § 7a) eingeführt[10] und soll die Hochschulleitung und die akademischen Gremien strategisch beraten. Dieser mit externen Mitgliedern aus Wirtschaft und Gesellschaft besetzte Hochschulrat hat weitreichende Befugnisse wie die Billigung des Entwurfs und Feststellung des Haushaltsplans oder die Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen. Die derzeitigen Mitglieder (Stand November 2020) sind:

und qua Amt:

Ehemalige Mitglieder:

Hochschullehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit (Stand November 2020) unterrichten folgende Hochschulprofessoren an der Kunsthochschule: – nach Fachgebieten geordnet –

Bildhauerei

Bühnen- und Kostümbild

Künstlerische Grundlagen

Kunsttherapie

Malerei

Mode-Design

Produkt-Design

Raumstrategien

Textil- und Flächen-Design

Theorie und Geschichte

Visuelle Kommunikation

Ehemalige Hochschullehrer und Absolventen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Professoren und Lehrkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Kunsthochschule unterrichteten in der Vergangenheit viele namhafte Künstler (Bildhauer, Gebrauchsgrafiker, Produktdesigner, Illustratoren und Buchgestalter, Zeichner und Grafiker, Maler, Architekten sowie Bühnenbildner):

– alphabetisch geordnet –

Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Studentenschaft gingen später ebenfalls bekannt gewordene Künstler hervor: – alphabetisch geordnet –

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hildtrud Ebert (Hrsg.): Drei Kapitel Weißensee. Dokumente zur Geschichte der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 1946–1957. Berlin 1996, ISBN 3-9805489-0-2.
  • Samson Dietrich Sauerbier (Hrsg.): Zwei Aufbrüche. Symposion der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Die ersten zehn Jahre. Sinn – Sinne – Lehre. Ansichten zu Aussichten. Berlin 1997, ISBN 3-9805489-2-9.
  • Gerhard Strehl (Hrsg.): Campus Weißensee. Festschrift zur Einweihung der Neubauten der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 7. April 2011. Berlin 2011, ISBN 978-3-9814373-0-0.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerkunsthochschulen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kunsthochschule Berlin-Weißensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 33′ 29″ N, 13° 26′ 21,5″ O