Kunsthochschule Berlin-Weißensee

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Kunsthochschule Berlin-Weißensee
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Gründung 1946
Trägerschaft staatlich
Ort Berlin
Land Deutschland
Rektorin Leonie Baumann
Studenten 802 WS 2012/13[1]
Professoren 35
Website www.kh-berlin.de
Bühringstr Weißensee 110523 AMA fec (70).JPG

Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee (khb) ist eine 1946 zunächst als Kunstschule des Nordens gegründete und später zeitweise in Hochschule für angewandte Kunst, Hochschule für bildende und angewandte Kunst und Kunsthochschule Berlin umbenannte Hochschule für Bildhauerei, Bühnen- und Kostümbild, Malerei, Mode-Design, Produkt-Design, Textil- und Flächen-Design sowie Visuelle Kommunikation. Eine Besonderheit ist das für alle Studierenden verbindliche „Künstlerische Grundlagenstudium“, das an die Tradition des Bauhauses anknüpft.[2]

Seit einigen Jahren werden die postgradualen Masterstudiengänge Kunsttherapie und Raumstrategien – Forschende Kunst im öffentlichen Kontext angeboten. Der Studiengang Architektur wurde 2005 endgültig eingestellt. Einer Senatsentscheidung zufolge musste die Ausbildung in Berlin „gebündelt“ werden.[3] Die Einrichtung befindet sich im Ortsteil Berlin-Weißensee und wird seit 2011 von der Rektorin Leonie Baumann geleitet. Die Mart Stam-Gesellschaft ist der Förderverein der Hochschule.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule wurde 1946 vom Metallbildhauer Otto Sticht [5] in Berlin als Kunstschule des Nordens gegründet. 1947 erfolgte die staatliche Anerkennung als Kunsthochschule durch die sowjetische Militäradministration und die Umbenennung in Hochschule für angewandte Kunst. 1950 wurde Mart Stam Rektor der Kunsthochschule und begründete das fächerübergreifende Grundlagenstudium. Stam blieb Rektor der Hochschule bis 1952. 1953 wurde die Hochschule für angewandte Kunst in Hochschule für bildende und angewandte Kunst und 1969 in Kunsthochschule Berlin umbenannt.

Seit Inkrafttreten des Einigungsvertrages 1990 nennt sie sich Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Mit dem Beschluss des Berliner Senats zum Ausbau der Kunsthochschule im Oktober 1991 erhöhte sich die Studentenzahl von etwa 250 zunächst auf das Doppelte, später auf rund 800.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsfries: linke und rechte Seite
Kunsthochschule Berlin-Weißensee Eingang links.jpg
Kunsthochschule Berlin-Weißensee Eingang rechts.jpg

Die Hochschule bezog im Jahr 1956 eigens für ihre Bedürfnisse hergerichtete Gebäude in der damaligen Straße 203 (heute Bühringstraße). Es handelte sich um Reste einer früheren Schokoladenfabrik, die durch ein Entwurfsteam (Selman Selmanagic, Peter Flierl, Erwin Krause und Günther Köhler) neu geplant worden waren. Das Verwaltungsgebäude wurde zunächst für rund 240 Studierende und den Lehrkörper umgebaut. Später kamen Werkstatträume, eine Aula und eine Mensa hinzu. Die Neu- bzw. Umbauten erfolgten größtenteils aus recycelten Trümmerziegelsteinen, die mit Fertigteildecken abgeschlossen wurden. Ein Eingangs- und Verbindungstrakt, der auch für Ausstellungen genutzt werden konnte, komplettierte die Hochschuleinrichtung. Die Reliefs mit der Darstellung der Fachrichtungen und den Fries schufen die Künstler Jürgen von Woyski und Toni Mau.[6] Große Teile des Baukomplexes sind denkmalgeschützt.[7] Der Aula-Flügel des Selmanagic-Baues wurde von 2010 bis 2012 von der Wüstenrot Stiftung, die 1,5 Mio. Euro investierte, instand gesetzt, saniert und restauriert. Dabei wurde auch das Wandbild Wendepunkt von Arno Mohr im Vorraum der Aula restauriert.

Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschulrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Februar 2004 konstituierte sich der Hochschulrat der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er wurde im Rahmen der 2003 beschlossenen Erprobungsklausel des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG § 7a) eingeführt[8] und soll die Hochschulleitung und die akademischen Gremien strategisch beraten. Dieser mit externen Mitgliedern aus Wirtschaft und Gesellschaft besetzte Hochschulrat hat weitreichende Befugnisse wie die Billigung des Entwurfs und Feststellung des Haushaltsplans oder die Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen. Die derzeitigen Mitglieder (Stand November 2012) sind:

und qua Amt:

Ehemalige Mitglieder:

Hochschullehrer und Absolventen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Kunsthochschule unterrichteten in der Vergangenheit viele namhafte Künstler (Bildhauer, Gebrauchsgrafiker, Produktdesigner, Illustratoren und Buchgestalter, Zeichner und Grafiker, Maler, Architekten sowie Bühnenbildner):

Professoren und Lehrkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– alphabetisch geordnet –

Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Studentenschaft gingen später ebenfalls bekannt gewordene Künstler hervor: – alphabetisch geordnet –

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hildtrud Ebert (Hrsg.): Drei Kapitel Weißensee. Dokumente zur Geschichte der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 1946–1957, Berlin 1996, ISBN 3-9805489-0-2.
  • Samson Dietrich Sauerbier (Hrsg.): Zwei Aufbrüche. Symposion der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Die ersten zehn Jahre. Sinn – Sinne – Lehre. Ansichten zu Aussichten, Berlin 1997, ISBN 3-9805489-2-9.
  • Gerhard Strehl (Hrsg.): Campus Weißensee. Festschrift zur Einweihung der Neubauten der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 7. April 2011, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814373-0-0.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerkunsthochschulen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunsthochschule Berlin-Weißensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66–113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Künstlerische Grundlagen auf Website der khb Weißensee, abgerufen am 6. April 2013
  3. „Berliner Kunsthochschule Weißensee streicht Studiengang Architektur“, Deutschlandradio Kultur, abgerufen am 6. April 2013
  4. Mart-Stam-Gesellschaft auf Website der khb Weißensee, abgerufen am 6. April 2013
  5. Tag des offenen Denkmals 2012 / Schwerpunkt Holz. Restaurierung von Aula und Foyer der Kunsthochschule Berlin-Weißensee von Selman Selmanagić, abgerufen am 6. April 2013
  6. Joachim Schulz, Werner Gräbner: Berlin. Hauptstadt der DDR. Architekturführer DDR, VEB Verlag für Bauwesen Berlin, 1974; Seite 123
  7. BD Bühringstraße 20, Kunsthochschule Berlin-Weißensee mit Gartenhof, Ausstellungsfoyer, Unterrichtsgebäude, Mensa- und Aulagebäude, 1955–1956 von Selman Selmanagic, unter Beteiligung von Peter Flierl, Erwin Krause und Günther Köhler
  8. Mitteilungsblatt der Kunsthochschule Berlin Weißensee, Nr. 110 (PDF; 21 kB) vom 11. Januar 2004 zur Reformsatzung, abgerufen am 6. April 2013

Koordinaten: 52° 33′ 29″ N, 13° 26′ 22″ O