Erich Morawsky

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Erich Morawsky (* 25. Oktober 1890 in Berlin; † 3. März 1958 in Ascona, Schweiz) war ein deutscher Filmverleiher, Filmfirmenmanager und Filmproduzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morawsky stieß im Jahre 1910 in das bis dahin kaum entwickelte Filmgeschäft und begann seine erste Tätigkeit bei der französischen Produktionsfirma Gaumont. Später beteiligte er sich auch an der Gründung der deutschen Filmgesellschaft Decla. 1919 war Morawsky einer der Gründer der Terra Film, die im Sommer 1922 die Eiko-Film Franz Vogels absorbierte. Zusammen mit Kompagnon Max Glass und Heinrich Hammerschmidt wurde Morawsky Geschäftsführer der Terra Glashaus GmbH.[1] Morawskys letzte Funktion als Filmmanager in der Weimarer Republik war die des Chefs der Berliner Atlas-Film Verleih GmbH.

Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten musste der Jude Erich Morawsky 1933 aus Deutschland fliehen. Er ließ sich zunächst in Österreich nieder und gründete in Wien, gemeinsam mit seinem ebenfalls geflohenen Terra-Kollegen Rudi Loewenthal und dem Schauspieler Fritz Schulz Anfang 1934 die Produktionsfirma Wiener Film KG, Morawsky & Co. Für diese winzige Gesellschaft produzierte Erich Morawsky noch im selben Jahr die beiden Exilantenfilme „Salto in die Seligkeit“ und „Letzte Liebe“. Als die Filmproduktion in Österreich für Juden immer schwieriger wurde, übersiedelte Morawsky Anfang 1936 nach Paris und wurde dort Mitinhaber einer Künstleragentur, zu deren Klienten auch der gleichfalls exilierte Regisseur Leo Mittler zählte.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Erich Morawsky als feindlicher Ausländer im südfranzösischen Lager Gurs interniert. Während der deutschen Besatzungszeit konnte Morawsky mit seiner Frau dank gefälschter Papiere bei französischen Bauern untertauchen. Nach der Befreiung übersiedelte das Ehepaar 1946 in die USA, wo Morawsky in Los Angeles die Terra-Film neu gründete. In den Vereinigten Staaten wirkte er außerdem als Korrespondent für deutsche Filmblätter in Hollywood. Wieder zurück in (der Bundesrepublik) Deutschland, gründete Erich Morawsky 1953 erneut eine Filmproduktionsfirma, die Interglobal-Filmproduktion in München, mit der er im selben Jahr unter eigener Drehbuchbeteiligung den Streifen „Hochzeit auf Reisen“ herausbrachte. Zuletzt lebte Morawsky in der Schweiz (Ascona), wo er auch verstarb.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als persönlicher Produzent

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte des Eiko-Ateliers auf cinegraph.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 596.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]