Locarno

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Locarno (Begriffsklärung) aufgeführt.
Locarno
Wappen von Locarno
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Locarno
BFS-Nr.: 5113i1f3f4
Postleitzahl: 6600
UN/LOCODE: CH LON
Koordinaten: 704765 / 114066Koordinaten: 46° 10′ 12″ N, 8° 47′ 43″ O; CH1903: 704765 / 114066
Höhe: 200 m ü. M.
Fläche: 19,4 km²
Einwohner: i16'122 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 831 Einw. pro km²
Website: www.locarno.ch
Locarno

Locarno

Karte
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Über dieses Bild
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Locarno, im alpinlombardischen Dialekt Locarn, Luchèrn [loˈkɑːrn, luˈkɛːrn] und ähnlich,[2] ist eine politische Gemeinde im Kreis Locarno und Hauptort des Bezirks Locarno im Schweizer Kanton Tessin. Der frühere deutsche Name Luggárus lebt noch im Walserdialekt der Gemeinde Bosco/Gurin in der Lautung Liggåårasch [lɪˈkɔːraʃ].[3] Die Stadt ist nach Lugano und Bellinzona die drittgrösste Stadt des Kantons Tessin.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uferpromenade in Locarno

Die Stadt Locarno liegt am Nordufer des Lago Maggiore und am Ostrand des Maggia-Deltas. An den Hang oberhalb der Stadt schmiegt sich das Quartier Monti della Trinita, und zum Territorium der Gemeinde gehört auch eine grosse, nicht mit dem Stadtgebiet zusammenhängende Fläche in der Magadinoebene, die Gerre di Sotto. In baulicher Hinsicht ist das Stadtgebiet von Locarno mit den selbständigen Gemeinden Muralto (vgl. Abschnitt Verkehr), Minusio und Orselina zusammengewachsen.

Locarno gehört zusammen mit dem restlichen Südtessin und der Provinz Como zur vom Bundesamt für Statistik festgelegten Metropolregion Tessin.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Locarno ist zusammen mit Lugano und Grono der wärmste Ort der Schweiz und gilt als die nördlichste Ortschaft mit mediterranem Klima an einem See. Die Messstation Locarno-Monti in etwas erhöhter Lage verzeichnet für die Periode 1981–2010 ein Jahresmittel von 12.4 °C.Daher gedeihen in Locarno viele südländische Pflanzen wie Palmengewächsen oder Zitronenbäume. Nicht zuletzt aufgrund des milden Klimas ist Locarno stark vom Tourismus geprägt.

In der Magadinoebene bei Locarno wird erfolgreich Reis angepflanzt.[4]

Locarno
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: www.meteoschweiz.admin.ch
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Locarno
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 6,8 8,7 13,5 16,5 20,5 24,4 27,1 26,3 21,7 16,4 10,7 7,3 Ø 16,7
Min. Temperatur (°C) 0,8 1,6 4,9 7,8 11,9 15,2 17,5 17,1 13,7 9,7 4,8 1,6 Ø 8,9
Temperatur (°C) 3,4 4,7 8,8 11,8 15,8 19,4 21,9 21,2 17,2 12,6 7,4 4,1 Ø 12,4
Niederschlag (mm) 71 59 96 186 221 198 178 210 236 190 162 90 Σ 1.897
Sonnenstunden (h/d) 4,4 5,3 6,3 6,1 6,2 7,6 8,4 7,9 6,5 4,9 3,9 3,8 Ø 5,9
Regentage (d) 4,9 4,5 5,9 10,1 12,4 10,2 8,5 9,9 8,9 9,2 8,3 6,5 Σ 99,3
Luftfeuchtigkeit (%) 65 61 55 66 60 64 62 66 70 75 70 67 Ø 65,1
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26,3
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Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Erwähnungen der Stadt erfolgten 751–760 (Abschrift des 17. Jahrhunderts) als ad Lucarne und 807 als locus Leocarni. Die Deutung des Namens ist unsicher. Eine Herleitung von keltisch leucos, leuca «weiss, hell, leuchtend» scheitert aus lautlichen Gründen, so dass von einem keltischen *leuccos, leuccā «hell, leuchtend» auszugehen wäre. Ein der heutigen Namenform zugrunde liegendes leukkarni würde damit «die Anrainer des Flusses *leukkarā (‹die Funkelnde, Leuchtende›)» bedeuten.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort, wo heute Locarno liegt, war schon in der jüngeren Bronzezeit (circa 14. Jahrhundert v. Chr.) besiedelt, wie man dank einer 1934 entdeckte Nekropole weiss. Spätere Besiedlungen lassen sich aufgrund von Nekropolen der Latène- und der Römerzeit nachweisen[5]. 866 wird ein königlicher Hof urkundlich genannt. Friedrich I. (HRR) gewährte Locarno 1164 ein neues Marktrecht und 1186 die Reichsunmittelbarkeit. 1342 eroberten die Visconti die Stadt,[6] die es von 1439 bis 1503 den Rusca als Lehen vergaben.

Die Eidgenossen eroberten die Stadt 1503, erhielten das Schloss allerdings erst 1513 aus der Hand des französischen Königs Ludwig XII. Ein Landvogt der Zwölf Orte übte fortan die Zivil- und Strafgerichtsbarkeit aus. Regiert wurde die Stadt von den drei Korporationen des Adels (Capitanei dei Nobili), des Bürgertums (Borghesi) und neu auch der Landsassen (Terrieri), die im Landschaftsrat (Magnifico Consiglio) zusammentraten.[7]

Die Reformation fasste um 1530 auch in Locarno Fuss; der Karmelit Balthasar Fontana studierte zusammen mit weiteren Brüdern die Bibel und reformatorische Schriften. Ab 1539 waren der Priester und Lehrer der Lateinschule im Kloster San Francesco Giovanni Beccaria, der Arzt Taddeo Duno und der Jurist Martino Muralto die führenden Köpfe der wachsenden Reformationsbewegung. Erst 1547 kam es zum Bruch mit der katholischen Kirche, und eine eigenständige evangelische Gemeinde entstand, die sich aber in Privathäusern traf. Ein Glaubensgespräch 1549 unter dem Vorsitz des katholischen Landvogts Nikolaus Wirz führte zu keiner Einigung, sondern zum Gesprächsabbruch, zur kurzzeitigen Gefangennahme und Ausweisung Beccarias. 1555 mussten die Reformierten ihren neuen evangelischen Glauben aufgeben oder Locarno verlassen. 170 Personen, etwa die Hälfte der evangelischen Bevölkerung, entschlossen sich zur Ausreise und zogen durchs Bündnerland nach Zürich, wo sie Aufnahme fanden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Integration waren sie in der Folge im Textilhandel und -produktion tätig und trugen zum wirtschaftlichem Aufschwung bei.[8]

Durch die Vertreibung der Evangelischen, Verdächtigungen und Groll blieb Locarno zerrissen, kleiner und ärmer. 1584 suchte zudem die Pest die Stadt heim und dezimierte deren Bevölkerung so stark, dass nur 700 Bewohner der ursprünglich 4.800 Personen übrig geblieben sind.[9]

Nach dem Zusammenbruch des «Ancien Régime» kam Locarno 1798 zum neu geschaffenen helvetischen Kanton Lugano. Es gehört seit 1803 dem neugeschaffenen Kanton Tessin an, dessen Hauptstadt es turnusgemäss 1821–1827, 1839–1845, 1857–1863 und 1875–1881 war. In den 1870er Jahren, als die Verkehrsverbindungen sowohl nach Norden wie nach Süden besser wurden, begannen sich in der Region Locarno die Hotellerie und der Tourismus zu entwickeln, die bis heute das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt bilden. Das Filmfestival von Locarno fand erstmals 1946 statt.

Am 16. Oktober 1925 wurden die Verträge von Locarno zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Polen und der Tschechoslowakei geschlossen, die den völkerrechtlichen Status Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg neu regelten.

1928 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Solduno mit der Stadt Locarno.[10] 2011 scheiterte in einer Volksabstimmung eine Fusion der Gemeinden Locarno, Muralto, Minusio, Orselina, Brione sopra Minusio, Mergoscia und Tenero-Contra. Lediglich in Locarno selbst sowie in Mergoscia, das räumlich nicht an Locarno angrenzt, fand sich eine zustimmende Mehrheit.

2017 wurde Locarno der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[11][12]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1801[13] 1850[13] 1900[13] 1950[13] 1970[13] 2000[13] 2010 2013
Einwohner 1'308 2'944 3'981 7'767 14'143 14'561 15'564 15'671

Im Jahr 2000 sprachen 11'153 Personen Italienisch, 1528 Deutsch und 1880 eine andere Sprache. 10'179 waren römisch-katholisch, 1072 protestantisch, und 3310 gehörten einer anderen oder keinen Religion an. 9430 Personen waren Schweizer, 5131 Ausländer, was einem Ausländeranteil von 32,5 % entspricht.[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2
8
8
15
7
15 
Von 40 Sitzen entfallen auf:

Die Legislative der Stadt Locarno ist der Consiglio comunale (Gemeinderat), der 40 Sitze umfasst. Die Grafik rechts zeigt seine Zusammensetzung im Oktober 2016.[14]

Die Exekutive bildet der siebenköpfige Municipio. Im Oktober 2016 setzt er sich wie folgt zusammen: 3 FDP, 2 CVP, 1 SP, 1 Lega. Ihr steht der Sindaco (Stadtpräsident) vor, Alain Scherrer (FDP).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Locarno
Schiffsanlegestelle

Locarno ist Endpunkt zweier Eisenbahnstrecken. Diese enden jedoch nicht in Locarno, sondern in der Nachbargemeinde Muralto, wo der Bahnhof Locarno steht. Die normalspurige SBB-Strecke von Bellinzona her erreicht ihren oberirdischen Kopfbahnhof von Osten her und tangiert Locarno nicht. Die schmalspurige Centovallibahn (FART/SSIF) aus Domodossola erreicht ihren Endpunkt von Westen her. Sie durchfährt Locarno seit 1990 nicht mehr, sondern wird über eine Tunnelstrecke in ihren eigenen unterirdischen Kopfbahnhof geführt. Dieser liegt innerhalb des SBB-Areals in Muralto nördlich der SBB-Anlagen, wo bis 1990 die Anlagen der FART standen.

Am westlichen Gleis- und Bahnsteigende des Kopfbahnhofs Locarno, noch in Muralto, ist auch der Ausgangspunkt der Autobuslinien der FART und der Postautobusse, welche die Nebentäler bedienen. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite der Via della Stazione überquert man links am Ende der Kolonnaden die Gemeindegrenze zwischen Muralto und Locarno, die durch den Bach Ramogna getrennt sind. Die Talstation der Funicolare zur Madonna del Sasso ist gleich hinter dem Bach in Locarno, wo die Via della Stazione zur Viale F. Balli wird.

Um den Durchgangsverkehr auf der Strasse aus der Innenstadt zu verbannen, wurde Anfang der 1990er Jahre der 5,5 Kilometer lange Strassentunnel Mappo-Morettina unter Locarno hindurch gebaut.

Die für die vier oberitalienischen Seen zuständige italienische Schifffahrtsgesellschaft Navigazione Laghi betreibt im Schweizer Teil des Lago Maggiore die Schifffahrt und verbindet Locarno mit den anderen Städten am See.[15]

Sechs Kilometer östlich von Locarno liegt der Aeroporto cantonale di Locarno sowie das Flugplatzkommando Locarno der Schweizer Luftwaffe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Madonna del Sasso
Piazza Grande
Madonna del Sasso, Cardada und Cimetta

Das Sanktuarium Madonna del Sasso[16] in Orselina oberhalb der Stadt ist die Hauptsehenswürdigkeit Locarnos und zugleich der beliebteste Wallfahrtsort der italienischsprachigen Schweiz. Die Gründung geht auf eine Muttergotteserscheinung zurück, die der Franziskanerbruder Bartolomeo d’Ivrea in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1480 hatte. Die Wallfahrtskirche ist bekannt wegen ihrer bedeutenden Ausstattung. Ausserdem gibt es hier eine Aussichtsplattform.

Von Orselina aus führt eine Luftseilbahn auf die Cardada (1340 m ü. M.), und von deren Bergstation führt eine weitere Sesselbahn auf die Cimetta (1670 m ü. M.).

«Piazza Grande»
Castello Visconteo
Panoramaansicht Locarnos
Kakteengarten in der Nähe des Seeufers

Das Zentrum der Stadt ist die langgezogene, gepflasterte Piazza Grande.[17][10] Hier finden zahlreiche Open Air-Konzerte statt: seit 2004 im Juli jeweils das Musikfestival Moon and Stars und im August das Internationale Filmfestival von Locarno, eines der wichtigsten Filmfestivals weltweit. An der Piazza Grande finden sich viele Restaurants, Cafés und Geschäfte. Sämtliche Gassen der Altstadt streben auf den seit Juni 2007 autofreien Platz zu.[18]

«Castello Visconteo»

Das Castello Visconteo[19] am Rande der Altstadt entstand im 12. Jahrhundert, vermutlich als Wohnsitz der kaisertreuen Capitanei Orelli;[10] 1260 fiel es in die Hände der Ghibellinen.[20] 1342 griffen die Visconti von Mailand, denen das Bauwerk seinen heutigen Namen verdankt, die Burg von der Land- und Seeseite an und nahmen sie ein. In eidgenössischen Besitz kam sie erstmals 1503, endgültig 1513. Heute ist nur noch etwa ein Fünftel der ursprünglichen Burg erhalten. Der Grossteil der erhaltenen Strukturen stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert; aus der Gründungszeit der Burg existieren nur noch Grundmauern.[21]

Die neben der Burg liegenden Reste der Verteidigungsbastion Rivellino wurden möglicherweise von Leonardo da Vinci projektiert.[22][23]

Im Castello Visconteo ist das Schlossmuseum mit seiner archäologischen Sammlung untergebracht.[24][25]

Kirchen

Die Pfarrkirche San Antonio Abate ist ein grosser, einschiffiger Bau; der heutige stammt von 1664.[26] Die Kirche Maria Assunta oder Chiesa Nuova von 1630 enthält eine der bedeutendsten Stuckdekorationen des Barocks im Tessin.[27] Die an das ehemalige Franziskanerkloster angebaute Kirche San Francesco ist eine dreischiffige Basilika und stellt ein eindrucksvolles Beispiel der Bettelordensarchitektur dar.[28] Die Kirche Santa Caterina wurde im 17. Jahrhundert nahezu neu gebaut und weist raffinierte Stuckaturen des 18. Jahrhunderts auf. Santi Rocco e Sebastiano war früher Sitz der Kapuziner und wurde 1604 geweiht.

Häuser

Zahlreiche grosse Häuser erinnern an die aristokratischen Geschlechter Locarnos. Die Casa Rusca (heute kommunale Gemäldegalerie) ist ein Palazzo aus dem 18. Jahrhundert mit einem Innenhof mit Loggia. Der Palazzo Rusca-Bellerio stammt in seiner heutigen Form aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und weist im Obergeschoss ornamentale Dekorationsmalerei auf. Die Casa dei Canonici aus dem 16. und 17. Jahrhundert hat eine Strassenfassade mit Stuckaturen. Die Casorella ist ein imposanter Herrschaftsbau aus dem späten 16. Jahrhundert, in den mittelalterliche Mauerteile des Castello Visconteo einbezogen sind. Der Palazzo Franzoni präsentiert sich als eleganter Barockbau des 17. Jahrhunderts. Die Casa dei Negromanti hat ihren Namen von dem im 18. Jahrhundert hier wohnhaft gewesenen Giovan Battista Orelli, genannt il Negromante («der Zauberer») und ist ein grosses Baugeviert mittelalterlichen Ursprungs. Das in der Mitte des 16. Jahrhunderts gemalte Schweizerkreuz ist eine der ältesten Darstellungen des Schweizer Wappens.[29]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Teatro di Locarno[30]
  • Fondazione Marguerite Arp[31]
  • Archivio Ivan Bianchi[32]
  • Associazione Amici di Casa Rusca[33]
  • Istituto Ricerche Solari Locarno (IRSOL)[34]
  • Ticino Film Commission beim Palazzo Marcacci (Gemeindehaus)[35]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Locarno Festival: (italienisch Festival internazionale del film Locarno). Das Festival findet seit 1946 jedes Jahr im August statt. Der beste Spielfilm im offiziellen Wettbewerb wird mit dem Goldenen Leopard (italienisch Pardo d’Oro) prämiert. Es ist das kleinste der grossen Filmkunstfestivals mit Weltbedeutung (A-Kategorie-Festival).[36]
  • Moon and Stars: Ein Musikfestival auf der Piazza Grande. Es umfasst Auftritte von Interpreten der internationalen Pop- und Rockmusik[37][38]
  • Locarno Folk[39]
  • Locarno on Ice[40]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Locarno lässt Heinrich von Kleist seine Novelle Das Bettelweib von Locarno spielen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte
  • Gian-Gaspare Nessi: Memorie storiche di Locarno fino al 1660. Locarno 1854 (Scan in der Google-Buchsuche); 3. Auflage: Vorwort von Virgilio Gilardoni. Edizioni Pedrazzini, Locarno 2009, OCLC 636194886; Nabu Press, o. O. 2012, ISBN 978-1-286-70032-7.
  • Gottardo Wielich: Das Locarnese im Altertum und Mittelalter, ein Beitrag zur Geschichte des Kantons Tessin. Bern 1970.
  • Rosanna Janke, Rodolfo Huber: Locarno (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • AA.VV.: La Conferenza di Locarno del 1925. „Locarno: c’est la nécessité de discuter“. Atti del Convegno in occasione del settantesimo anniversario. Bellinzona 1997.
  • Dalmazio Ambrosioni: Locarno città del cinema, i 50 anni del Festival internazionale del film. Armando Dadò Editore, Locarno 1998.
Kunstgeschichte
  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 119–172.
  • Simona Martinoli und andere.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0.
  • Yvonne Bölt, Maurizio Checchi: Locarno, guida storico-artistica. Armando Dadò Editore, Locarno 1996.
  • Lara Calderari, Locarno rinascimentale. In: Bollettino della Società Storica Locarnese. Neue Serie, Nummer 16. Tipografia Pedrazzini, Locarno 2012, S. 161–186.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Locarno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Huber, Frauenfeld 2005, ISBN 3-7193-1308-5, S. 538 f.
  3. Material des Sprachatlasses der deutschen Schweiz; vgl. Adolfo Janner u. a.: 700 anni Bosco Gurin. Grassi, Bellinzona 1956, S. 460.
  4. Der Reis, die Schweiz und die Klimaerwärmung. In: gastrofacts.ch. Terreni alla Maggia SA. Weingut und Landwirtschaftsbetrieb, abgerufen am 18. März 2017.
  5. Aldo Crivelli: Tomba romana a Locarno. In: Rivista Storica Ticinese. 9. Jg., Nr. 1–6, Januar–Dezember 1946. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1946, ZDB-ID 2005308-3, S. 1221.
  6. Giuseppe Chiesi: Visconti (Herzöge). In: Historisches Lexikon der Schweiz..
  7. Rudolf Pfister: Um des Glaubens willen. Die evangelischen Flüchtlinge von Locarno und ihre Aufnahme zu Zürich im Jahre 1555. Evangelischer Verlag, Zollikon 1955, Seite 14.
  8. Rudolf Pfister: Die Reformationsgemeinde Locarno, 1540–1555. In: Zwingliana. 10 (1955), S. 161–181.
  9. Anlässlich des 500 jährigen Reformationsjubiläum 2017 wurde vom Theologen Paul Steinmann ein Theaterprojekt erarbeitet, zu dem Stefano Nicastro die Musik beigesteuert und Remo Sangiorgio die Regie geführt hat. Das zweisprachige Spiel über das Exil der reformierten Gemeinde Locarno heisst l'espulsione - die Vertreibung und basiert auch auf der Schrift Dunos Von der Verfolgung der Locarnesi von 1602; siehe auch Paul Steinmann: l'espulsione - Una pièce sull'esilio della communità dei riformati locarnesi nel 1555. Die Vertreibung - Ein Spiel über das Exil der reformierten Gemeinde von Locarno im Jahre 1555, Associazione R500
  10. a b c Virgilio Gilardoni: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino, Locarno e il suo circolo (Locarno, Solduno, Muralto e Orselina). Band I. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Birkhäuser Verlag, Basel 1972.
  11. Die Reformationsstädte Europas. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 18. März 2017.
  12. Paolo Tognina: Locarno città della Riforma. Il ricordo della Riforma sulle rive del Verbano. Segni dei Tempi, RSI 1, Lugano 15. April 2017
  13. a b c d e f g Rosanna Janke, Rodolfo Huber: Locarno (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz..
  14. Consiglio comunale. Città di Locarno, abgerufen am 29. Oktober 2016 (italienisch).
  15. Navigazione Lago Maggiore auf navigazionelaghi.it.
  16. Kunstführer durch die Schweiz. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Bern 2005, S. 591–593.
  17. Kunstführer durch die Schweiz. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Bern 2005, S. 601.
  18. Zentrum der Stadt. In: ticino.ch.
  19. Kunstführer durch die Schweiz. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Bern 2005, S. 600 f.
  20. Castello Visconteo
  21. Castello Visconteo. In: ticino.ch.
  22. Das Rivellino von Locarno – Militärarchitektur vielleicht von Leonardo da Vinci?
  23. Elfi Rüsch, Riccardo Carazzetti: Locarno. Das Schloss und die Casorella (= Schweizerische Kunstführer. Nummer 711, Serie 72). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2002, ISBN 3-85782-711-4.
  24. Schlossmuseum mit archäologischer Sammlung
  25. Museo civico e archeologico
  26. Gesamter Abschnitt nach: Kunstführer durch die Schweiz. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Bern 2005, S. 594–605 passim.
  27. Kirche Santa Maria Assunta und Chorherrenhaus
  28. Kirche San Francesco
  29. Gesamter Abschnitt nach: Kunstführer durch die Schweiz. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Bern 2005, S. 594–605 passim.
  30. Pierre Lepori: Teatro di Locarno, Locarno TI. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz – Dizionario Teatrale Svizzero. Band 3, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1809–1811. (italienisch); siehe auch die Website des Theaters.
  31. Fondazione Marguerite Arp
  32. Archivio Ivan Bianchi
  33. Associazione Amici di Casa Rusca
  34. Istituto Ricerche Solari Locarno
  35. Ticino Film Commission
  36. Filmfestival von Locarno. In: ticino.ch, abgerufen am 19. März 2017.
  37. Moon and Stars
  38. Moon and Stars. In: ticino.ch.
  39. Locarno Folk. In: ticino.ch.
  40. Locarno on Ice. In: ticino.ch.
  41. Football Club Locarno
  42. FC Aramaici-Suryoye
  43. Associazione Sportiva Lusitanos.
  44. Football Club Makedonija Locarno.
  45. Associazione Sportiva Portoghesi Locarno.
  46. Triathlon Locarno. In: ticino.ch, abgerufen am 19. März 2017.