Erich Schutt

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Erich Schutt (* 1931 in Vetschau) ist ein deutscher Fotograf und Bildjournalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutt wuchs als Kind eines deutschen Eisenbahners und einer wendischen Mutter in Vetschau auf[1][2] und fotografierte dort schon in seiner Schulzeit mit einer Agfa Box. Diese kaufte sich der damals 14-Jährige Anfang 1945, sie wurde ihm jedoch kurze Zeit später von der russischen Kommandantur wieder abgenommen, da der private Besitz eines Fotoapparats in der Sowjetischen Besatzungszone zu dieser Zeit verboten war.[3]

In der Lehre zum Fachdrogisten ab 1947 in der Fotoabteilung der Spreewald-Drogerie Petzold lernte er unter anderem Filmverkauf und den Umgang mit der Dunkelkammer, anschließend arbeitete er ab 1952 bei Foto-Brausewetter in der Berliner Straße in Cottbus, einem Großlabor mit 10 Fotolaboranten und trainierte dort zügiges Entwickeln, Kopieren und Vergrößern.[4]

Heuernte im Spreewald, fotografiert von Erich Schutt.

Seine Karriere als Bildjournalist begann Schutt 1952, als er zunächst nebenbei Fotokorrespondent für die „Brandenburger Neuesten Nachrichten“ wurde. 1953, nach dem Umzug der Lausitzer Rundschau nach Cottbus wurde Schutt als erster Pressefotograf der Zeitung angestellt, später erlangte er noch einen journalistischen Fachschulabschluss.[4] Im Jahr 1994 ging Schutt in Rente, er fotografiert jedoch bis heute.[1]

Zu Schutts fotografischen Schwerpunkten zählten der Lausitzer Bergbau und die regionale Energiewirtschaft, der Spreewald und aufgrund seiner eigenen Abstammung auch das wendische Kulturleben.[1] Bei seiner Arbeit stand er auch für eine Abkehr von inszenierten Pressefotos.[2] Sein umfangreiches Fotoarchiv befindet sich in seinem Privatbesitz[1], viele Bilder sind jedoch auch im Bundesarchiv verzeichnet.

Neben Buchveröffentlichungen ist Schutt bis heute immer wieder in Ausstellungen vertreten, so waren 2012 zum Beispiel mehr als 80 seiner Fotografien im Wendischen Museum in Cottbus zu sehen. Zwischen 2016 und 2018 wurde sein Lebenswerk in Zusammenarbeit mit einer Bildagentur für den Katalog der dpa-Picture-Alliance digitalisiert.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Kläber, Norbert Krauzig und Erich Schutt: Cottbus – Schöne Seiten einer Stadt. ALfa-Verlag, Cottbus 2002, ISBN 3-935513-05-4
  • Erich Schutt: Cottbus 1950 – 1995. Steffen-Verlag, Cottbus 2011, ISBN 978-3-940101-94-5
  • Erich Schutt: Fotografien der Niederlausitz 1948–1991. Domowina-Verlag, Bautzen 2012, ISBN 978-3-7420-2214-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Erich Schutt führt durch die Ausstellung "Fotografien der Niederlausitz 1948-1991". Stadt Cottbus, 31. Mai 2012, abgerufen am 27. März 2013.
  2. a b Andreas Fritsche: Arbeiter abgelichtet – Bildband zum Lebenswerk des Pressefotografen Erich Schutt. Neues Deutschland, 11. April 2012, abgerufen am 19. März 2014.
  3. Miriam Schönbach: Liebeserklärung aus ungewöhnlicher Perspektive. sorbenland.info, 28. März 2012, abgerufen am 27. März 2013.
  4. a b Erich Schutt – Bildchronist der Niederlausitz. Niederlausitz aktuell, 1. Oktober 2009, abgerufen am 27. Oktober 2018.
  5. Zentralbild digitalisiert Lebenswerk des DDR-Fotografen Erich Schutt. 5. April 2018, abgerufen am 27. Oktober 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erich Schutt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien