Ernst Koch (Theologe)

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Porträt Ernst Koch, 1969

Ernst Koch (* 17. Dezember 1930 in Niederlangenau) ist ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koch studierte von 1949 bis 1954 Theologie an der Universität Halle-Wittenberg und an der Universität Leipzig. In Leipzig promovierte er 1960 über das Thema Die Theologie der Confessio Helvetica posterior unter seinem Doktorvater Ernst Sommerlath. 1959 wurde er zum Pfarrer der Evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen in Eisenach ordiniert. Von 1969 bis 1976 leitete er als Rektor das Predigerseminar in Eisenach. Ab 1976 war er Dozent am Theologischen Seminar Leipzig mit dem Schwerpunkt auf Kirchengeschichte und Philosophie, dessen Rektor er von 1982 bis 1984 war.

1991 erfolgte die Habilitation über Studien zu Theologie und Frömmigkeit in Spätreformation und Frühorthodoxie an der Kirchlichen Hochschule in Naumburg. Seit 2000 ist er Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Seit Jahren lehrt er als Gastdozent an der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel. Im Jahr 2003 erhielt er den Hermann Sasse-Preis der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).[1] 2005 ehrte ihn das Concordia Seminary in St. Louis, Missouri mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde. Außerdem ist er seit 2001 Ehrenvorsitzender der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte e. V.

Ernst Koch ist verheiratet mit Anna-Margarethe Koch und hat sechs Töchter.

Koch hat sich in seinen Arbeiten zunächst mit Heinrich Bullinger auseinandergesetzt. Darüber hinaus erforschte er die Theologie und Frömmigkeit des Luthertums und legte dazu zahlreiche Aufsätze vor, die sich zum Beispiel mit Lesegewohnheiten von Pfarrern, einzelnen Theologen (z. B. Johann Agricola), der Auslegung und Wirkung der Bibel (Hohelied) oder Johann Sebastian Bach beschäftigen. Darüber hinaus kennt er sich hervorragend in der Thüringischen Kirchengeschichte aus. Im Jahr 2000 erschien in Leipzig seine Monographie über Das konfessionelle Zeitalter – Katholizismus, Luthertum, Calvinismus (1563–1675).

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit Gottes und der Landesfürsten Hülf, Jena, 2015.
  • Studien zur Theologie- und Frömmigkeitsgeschichte des Luthertums im 16. bis 18. Jahrhundert, Waltrop, 2005.
  • Thüringer Wege im „Dritten Reich“. In: Thüringer Gratwanderungen (Herbergen der Christenheit, Sonderband 3), Leipzig 1998, S. 80–93.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Online (Memento vom 21. Juni 2013 im Webarchiv archive.is)