Ernst Vollert (Jurist)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst Vollert (* 25. August 1890 in Konitz; † 3. Februar 1977) war ein deutscher Jurist und Ministerialbeamter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vollert studierte Rechtswissenschaft an der Philipps-Universität und wurde 1909 Mitglied des Corps Guestphalia Marburg.[1]

Nach den beiden juristischen Staatsexamen und der Promotion zum Dr. iur. begann er 1923 seine Laufbahn im Reichsministerium der Finanzen. Später wechselte er in das Reichsministerium des Innern, in dem er ab 1936 als Ministerialdirektor die Abteilung für Vermessungswesen und Grenzlandfragen leitete. 1933 war er der NSDAP beigetreten.[2] Mit dem ehemaligen preußischen Finanzminister Johannes Popitz bekannt, stellte er sich ihm 1943 für den geplanten Umsturz nach einem erfolgreichen Anschlag auf Adolf Hitler zur Verfügung.

Wenig später wurde er mit dem kurz zuvor abgelösten Reichsinnenminister Wilhelm Frick nach Prag versetzt, wo Frick Reichsinspektor für das Protektorat Böhmen und Mähren wurde. Die Verschwörer sahen Vollert als politischen Beauftragten für den Wehrkreis XXI (Posen) vor. Drei Tage nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Vollert in Prag von der Gestapo verhaftet. Er kam auf Fricks Betreiben nach vierzehn Tagen frei und überlebte die Zeit des Nationalsozialismus.

Nach dem Krieg wurde Vollert 1947 Landrat im Altkreis Hersfeld. Danach war er Rechtsanwalt und Notar in Bad Hersfeld. Er starb mit 86 Jahren und hinterließ seine Frau Liesel geb. Pforr, zwei Töchter und einen Sohn.

Seine Memoiren befinden sich in der Bibliothek der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.[3]

Siehe auch: Corps#Preußen

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Vollert: Aus meinem Leben 1890–1968. Selbstverlag, Bad Hersfeld 1968.
  • Sebastian Sigler: Ernst Vollert – ein Corpsbruder rettete ihn aus dem Prager Gestapo-Keller. In: Ders. (Hg.): Corpsstudenten im Widerstand gegen Hitler. Duncker & Humblot, Berlin 2014. ISBN 978-3-428-14319-1, S. 451–456.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 98, 233.
  2. Hermann Aubin, Eduard Mühle (Hg.): Briefe des Ostforschers Hermann Aubin aus den Jahren 1910–1968. Herder-Institut (Marburg) 2008, S. 261.
  3. Signatur W 308-1.