Ministerialdirektor

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Ministerialdirektor (MD, MDir, MinDir) ist die Amtsbezeichnung eines Beamten mit herausgehobener Dienststellung. Er bekleidet nach dem Staatssekretär das zweithöchste Amt innerhalb der Beamtenhierarchie der Bundesrepublik Deutschland. Ministerialdirektoren dienen bei obersten Behörden des Bundes oder der Bundesländer (Ministerien, Bundestags- und Bundesratsverwaltung, Bundespräsidialamt, Bundeskanzleramt, Bundespresseamt u. a.). Sie sind in der Regel in die Besoldungsgruppe B 9 eingestuft.[1]

Meistens haben sie die Funktion eines Abteilungsleiters in der Ministerialbürokratie inne und sind Vertreter des ihnen vorgesetzten Staatssekretärs. 2014 gab es im Bund 115 Ministerialdirektoren als Abteilungsleiter.[2] Als politische Beamte können sie jederzeit in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.

Unter dem Ministerialdirektor steht in der Regel ein Ministerialdirigent (MDg, MDirig, MinDirig) als Leiter einer Unterabteilung.

Baden-Württemberg und Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baden-Württemberg und Bayern ist der Ministerialdirektor der ranghöchste Beamte seines Ministeriums, vergleichbar einem Staatssekretär auf Bundesebene. Der Ministerialdirektor ist Leiter der Verwaltung sowie allgemeiner und ständiger Vertreter seines Ministers. Er ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und der politischen Ebene, die vom Minister und dem Staatssekretär vertreten wird. Der Begriff Staatssekretär bezeichnet in Bayern ein Mitglied der Bayerischen Staatsregierung (neben den Staatsministern und dem Ministerpräsidenten).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jörg Bogumil, Werner Jann: Verwaltung und Verwaltungswissenschaft in Deutschland: Einführung in die Verwaltungswissenschaft. Springer-Verlag, 2015, ISBN 3-322-95687-3, S. 88.
  2. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sven-Christian Kindler, Ekin Deligöz, Anja Hajduk, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/417 – Anzahl der Staatssekretärinnen und Staatssekretäre und der Beauftragten der neuen Bundesregierung (Drucksache 18/570). In: Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode. 19. Februar 2014, abgerufen am 28. Oktober 2019 (S. 2).