Erwin Scheerer

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Erwin Scheerer (* 26. März 1905 in Ludwigsburg; † 21. Februar 1984 ebenda) war ein deutscher Bildhauer.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheerer absolvierte eine Lehre als Steinbildhauer im väterlichen Betrieb. Von 1924 bis 1926 studierte er bei Alfred Lörcher an der Kunstgewerbeschule Stuttgart. Von 1927 bis 1932 setzte er sein Studium an der Kunstakademie München fort. Ab 1933 lebte er als freischaffender Bildhauer in Ludwigsburg. Von 1949 bis 1968 war er Ausschuss- und Jurymitglied des Verbandes Bildender Künstler Württembergs. Scheerer realisierte zahlreiche öffentliche Kunstaufträge für Schulen und Kirchen. Scheerer blieb sein ganzes Leben lang seiner schwäbischen Heimat treu, obwohl er sich in ganz Deutschland eines guten Rufs als Bildhauer erfreute.[1]

Künstlerisches Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Künstler schuf zahlreiche Denkmäler im Auftrag staatlicher Einrichtungen. Er beteiligte sich an der Errichtung des Kriegerdenkmals der Stadt Heilbronn. In Hoheneck (bis 1926 selbstständig, heute Stadtteil von Ludwigsburg) schuf Scheerer an der Neckarbrücke auf Hohenecker Seite eine Skulptur. Sie zeigt die überlebensgroße Bronzefigur eines bekränzten, unbekleideten Jünglings, von dessen ausgestreckter Hand ein Falke zum Flug ansetzt. Andere Arbeiten des Künstlers in Ludwigsburg: Lehrer und Schüler, Lehrerin und Schülerin, Arbeiter, Hl. Christophorus, Mädchen mit Krug, Hans Klenk, Flussgott.[2] Zum hundertsten Geburtstag von Max Planck errichtete Scheerer am 23. April 1958 an der Stelle, wo einst das Haus des Gelehrten stand, das Max-Planck-Denkmal in Kiel.

Es zeigt vorne eine Büste von M. Planck und eine Inschrift. Auf den Seitenflächen befinden sich eine Würdigung von Leben und Werk des Ehrenbürgers der Stadt Kiel und des Ehrensenators der Universität Kiel sowie ein Zitat aus einer späten Rede des Wissenschaftlers.

Weitere Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwigsburg, Aldinger Straße: Hartwig-Brunnen
  • Ludwigsburg: Brunnen mit halbplastischer Engelsfigur an der Außenmauer des neuen israelitischen Friedhofs.[3]
  • Ludwigsburg-Eglosheim, Tammer Straße: Wandbrunnen an der Hirschbergschule (1954)[4]

Ausstellungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Scheerer. In: Hans Dieter Mück: Stuttgarter Sezession – Ausstellungen 1923–1932, 1947. Unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Lothar Späth. Hrsg.: Städtische Galerie Böblingen, Galerie Schlichtenmaier Grafenau. Band 1. Grafik Druck GmbH Stuttgart, Stuttgart 1987, ISBN 3-89298-009-8, S. 170.
  • Gert K. Nagel: Schwäbisches Künstlerlexikon: vom Barock bis zur Gegenwart, Kunst & Antiquitäten, 1986, S. 103
  • Andreas Klimt, Michael Steppes (Hg.): Allgemeines Künstlerlexikon, Bio-bibliographischer Index A–Z, Bd. 8, K.G. Saur Verlag, 2009, S. 751
  • Matthias Krüger, Isabella Woldt (Hg.): Im Dienst der Nation: Identitätsstiftungen und Identitätsbrüche in Werken der bildenden Kunst, Akademie Verlag, 2011, S. 295
  • Martin Papenbrock: Entartete Kunst, Exilkunst, Widerstandskunst in westdeutschen Ausstellungen nach 1945. Eine kommentierte Bibliographie. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, 1996, S. 522
  • Günther Bergan u. a. (Hrsg.): Ludwigsburger Kunstführer. Ludwigsburg 2009
  • Klaus Hoffmann: Das alte Hoheneck. Hackenberg, 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Erwin Scheerer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Abschnitt nach: Hans Dieter Mück: Erwin Scheerer. In: Stuttgarter Sezession.
  2. Günther Bergan u. a. (Hrsg.): Ludwigsburger Kunstführer, Ludwigsburg 2009, S. 32f., 43, 44, 53, 82, 87, 91, 106
  3. Günther Bergan: Ludwigsburger Brunnen und die Anfänge des städtisches Wasserwerks. Ludwigsburg 2014. S. 63.
  4. Günther Bergan: Ludwigsburger Brunnen und die Anfänge des städtisches Wasserwerks. Ludwigsburg 2014. S. 80.
  5. Treffpunkt-Kunst.net - Künstlernamen Listing Q-S