Estado

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Estado
Estado
Der Suco Estado liegt im Süden des Verwaltungsamts Ermera.
Daten
Fläche 9,75 km²[1]
Einwohnerzahl 3.022 (2010)[1]
Chefe de Suco Antonio Maia dos Santos
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2010)[1]
Coração de Jesus 422
Coulão Haburas 259
Hamric Metin 325
Huitaso 226
Indau Lulic 111
Lihmo 259
Moris Mesac 384
Railacan 128
Saramata 287
Sinai 52
Tajaquina 211
Tatoli 358
Aitura (Osttimor)
Aitura
Aitura
Koordinaten: 8° 48′ S, 125° 24′ O

Estado ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Ermera (Gemeinde Ermera), südwestlich von der Landeshauptstadt Dili.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estado
Orte Position[2] Höhe
Aitura 8° 48′ S, 125° 24′ O 1484 m
Darudu 8° 47′ S, 125° 26′ O 1483 m
Hatomotei 8° 48′ S, 125° 26′ O 1397 m
Haturema 8° 47′ S, 125° 26′ O 1438 m
Klaetlau 8° 47′ S, 125° 26′ O 1469 m
Kukhata 8° 46′ S, 125° 27′ O 1311 m
Leotelo 8° 48′ S, 125° 26′ O 1418 m
Manubobo 8° 48′ S, 125° 23′ O 1519 m
Raitu 8° 47′ S, 125° 25′ O 1455 m
Rematu 8° 48′ S, 125° 24′ O 1504 m
Tilitir 8° 47′ S, 125° 23′ O 1517 m
Im Heiligen Haus von Estado
Traditionelle Kleidung
Trommler in Estado

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Estado eine Fläche von 12,68 km².[3] Nun sind es 9,75 km².[1] Der Suco liegt im Süden des Verwaltungsamts Ermera. Nördlich liegen die Sucos Leguimea, Humboe und Lauala, südlich der Suco Raimerhei. Im Westen grenzt Estado an das Verwaltungsamt Hatulia mit seinem Suco Coilate-Letelo, im Osten an das Verwaltungsamt Letefoho mit seinen Sucos Eraulo und Goulolo. Im Nordosten reicht der Suco an das Ufer des Sees Lehumo. Im Nordwesten entspringt im Grenzgebiet zu Leguimea der Fluss Lahosa, der zum Flusssystem des Lóis gehört, ebenso wie ein Fluss, der an der Südostgrenze zu Goulolo entspringt. In ihn münden, aus Goulolo kommend, die Flüsse Caraulun und Hatoe.[4]

Durch einen kleinen Schlencker führt im Nordwesten die Überlandstraße von Maliana nach Ermera durch den Suco. Etwas abseits davon liegt das Dorf Tilitir (Tititir). Im Westen befindet sich der Ort Manubobo. Im mittleren Teil des schmalen Sucos liegt an der Nordgrenze der Ort Rematu, mehr im Süden die Ortschaft Aitura. Im Osten befinden sich die Orte Raitu (Riatu), Haturema, Hatomotei und Leotelo (Leotelon) und im nordöstlichen Ausläufer des Sucos die Dörfer Darudu, Klaetlau und Kukhata. Durch Kukhata und entlang der Ostgrenze führt die Überlandstraße von Gleno nach Letefoho. In Tilitir und Klaetlau gibt es eine Grundschule, in Haturema eine vorbereitende Schule für die Sekundärschule. Im Osten gibt es außerdem eine medizinische Station.[5]

Im Suco befinden sich die zwölf Aldeias Coração de Jesus (dt.: Herz Jesu), Coulão Haburas, Hamric Metin (Hamrik Metin), Huitaso, Indau Lulic (Indau Lulik), Lihmo, Moris Mesac (Moris Mesak), Railacan (Railakan), Saramata, Sinai, Tajaquina und Tatoli.[6]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Suco leben 3.022 Einwohner (2015), davon sind 1.512 Männer und 1.510 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 310,1 Einwohner/km². Im Suco gibt es 521 Haushalte.[1] Fast 98 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Fast 2 % sprechen Mambai und eine kleine Minderheit Tetum Terik.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Sucos soll nach mündlichen Überlieferungen aus der portugiesischen Kolonialzeit stammen. Als ein Portugiese vom lokalen Liurai den Namen des Ortes wissen wollte, fragte dieser den Europäer was das Mächtigste in seinem Land sei. Der Portugiese sagte „der Staat“ (portugiesisch Estado), woraufhin der Liurai erklärte, sein Herrschaftsgebiet würde „Estado“ heißen.

Am 16. November 2006 wurde von aus Estado ein schwerer Zwischenfall gemeldet, der einige Tage zuvor stattfand. Jugendliche von Colimau 2000 – einer Organisation, die von ehemaligen im Untergrund arbeitenden Jugendaktivisten gegründet wurde – aus Ermera und anderen Orten – griffen einen Ableger des Perguruan Setia Hati Terate (PSHT) Martial Arts Club im Dorf Estado an. Premierminister José Ramos-Horta erklärte, unbestätigten Angaben nach, gebe es vier Tote. Außerdem wurden zehn Häuser niedergebrannt. Ramos-Horta war mit einem Hubschrauber zum Schauplatz des Überfalls geflogen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Spezialeinheiten der Polizei wurden in die Region entsandt. Ein Zeuge berichtete, etwa 600 Jugendliche von Colimau 2000 hätten, bewaffnet mit Samuraischwertern, Macheten, Speeren, Pfeil und Bogen und Gewehren den Martial Art Club angegriffen. Der Angriff scheint ein Racheakt gewesen zu sein. Am 2. November hatten PSHT-Mitglieder ein Mitglied von Colimau 2000 verprügelt.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Antonio Maia dos Santos zum Chefe de Suco gewählt[9] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiges Handelsgut: Kaffee aus Ermera

Am 23. Mai 2004 eröffneten Staatspräsident Xanana Gusmão und Premierminister Marí Alkatiri in Estado eine der größten kaffeeverarbeitenden Fabriken mit Nassaufbereitung des Kaffees. Eigentümer und Betreiber ist die Cooperativa Café Timor (CCT), Osttimors größte Kooperative mit etwa 20.000 Pflanzern als Mitglieder.

Die Fabrik in Estado kauft Kaffeefrüchte von Mitgliedern des CCT im Hochland der Gemeinde Ermera. In der Fabrik werden die Früchte gewaschen, das Fruchtfleisch entfernt, die Bohnen fermentiert und zur Trocknung vorbereitet. Zusammen mit der Fabrik in Maubisse kann die CCT 25.000 Tonnen Kaffee aufkaufen, doppelt so viel wie noch 2003.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Estado – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Memento des Originals vom 5. Januar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  4. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  5. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF-Datei; 571 kB)
  6. Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
  7. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Estado (tetum; PDF-Datei; 8,07 MB)
  8. The Australian, 16. November 2006, Four believed dead in more Timor violence. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  9. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  10. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  11. U. S. Aid, 23. Mai 2004, Expanded Factories Mean Bigger Coffee Exports for 2004 (Memento vom 23. September 2006 im Internet Archive) im Internet Archive

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