Etta Wilken

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Etta Wilken (* 1943; geboren als Etta Müller) ist emeritierte Professorin für Allgemeine und Integrative Behindertenpädagogik am Institut für Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etta Wilken war Lehrerin an einer Volksschule mit Förderstufe und Realschulzug, bevor sie zur Leiterin einer Sonderschule für körperbehinderte und für geistig behinderte Kinder in Göttingen ernannt wurde. Später wurde sie Wissenschaftliche Assistentin in der Sprachbehindertenpädagogik an der heutigen Leibniz-Universität Hannover, wurde zum Dr. phil. promoviert und war dann als Akademische Rätin in der Allgemeinen Behindertenpädagogik tätig. Schließlich wurde sie zur Professorin für Allgemeine und Integrative Behindertenpädagogik an der Leibniz-Universität Hannover berufen.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etta Wilkens Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind:

Etta Wilken ist vor allem bekannt für ihre Forschung zur Förderung von Kindern mit Down-Syndrom. Auf diesem Gebiet ist sie deutschlandweit führend.

Etta Wilken entwickelte um 1999 die Gebärden-unterstützte Kommunikation, kurz GuK. Mit Hilfe standardisierter Gebärden soll stark sprachentwicklungsverzögerten Kindern die Kommunikation mit ihren Bezugspersonen erleichtert werden.

Beispiele:

  • „Trinken“: Drehen der rechten Faust vor dem Mund.
  • „Ball“: Ein imaginärer runder Ball wird mit beiden Händen in der Luft geformt.

Inzwischen sind zwei Sets dieser Gebärdenkarten mit jeweils 100 Begriffen in der 7. überarbeiteten Auflage erschienen.

Die Gebärden werden von vielen sprachbehinderten Kindern rasch erlernt. Kommt es später zu einer Verbesserung der Sprechfähigkeit, stellt das Kind die Verwendung der Gebärden ein. Diese Methode ist wissenschaftlich gesichert. Durch eine Vielzahl empirischer Erhebungen wurde erwiesen, dass durch GuK nicht nur die Kommunikation verbessert, sondern auch der Spracherwerb gefördert wird.

Daneben setzt sich Etta Wilken auch in zahlreichen Publikationen für behinderte Kinder ein. In vielen regelmäßig stattfindenden Seminaren gibt sie bis heute Eltern von Kindern mit Down-Syndrom lebenspraktische Hilfen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu ihrem 60. Geburtstag wurde Etta Wilken mit der Festschrift „Eltern behinderter Kinder“ geehrt, herausgegeben von Udo Wilken und Barbara Jeltsch-Schudel, Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 2003.

2004 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom. Mit ausführlicher Darstellung des GuK-Systems. 12. Auflage. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-021293-0.
  • GuK 1 – Grundwortschatz und GuK 2 – Aufbauwortschatz. Deutsches Down-Syndrom InfoCenter, 7. Auflage, Lauf a. d. Pegnitz 2016.
  • Menschen mit Down-Syndrom in Familie, Schule und Gesellschaft. 2. Auflage. Lebenshilfe-Verlag, Marburg 2009, ISBN 978-3-88617-314-3.
  • als Hrsg.: Unterstützte Kommunikation. 4., überarbeitete Auflage. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-025775-7.
  • Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom. Förderung und Teilhabe. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-17-028437-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heft 49 des Down-Syndrom-Infocenters, S. 6. (PDF-Datei; 1,77 MB)