Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen

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Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen

(ELM)

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Rechtsform: Stiftung privaten Rechts
Zweck: Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat
Vorsitz: Vorsitzender des Missionsausschusses: Ralf Meister; Vorsitzender des Vorstandes: Direktor Michael Thiel
Geschäftsführung: Detlef Kohrs
Bestehen: seit 1849
Stifter: Ludwig Harms
Mitarbeiterzahl: 120
Sitz: Hermannsburg
Website: www.elm-mission.net

Das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist ein deutsches Missionswerk mit dem Sitz in Hermannsburg in der Lüneburger Heide.

Leitbild des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Unsere missionarische Verantwortung ist die ganzheitliche Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat, durch Menschen und Projekte, in den jeweiligen Kontexten unserer Partner- und Trägerkirchen.“(Jahresbericht 2006/2007, S. 5)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Oktober 1849 begann der Hermannsburger Pastor Ludwig Harms mit der Ausbildung der ersten Missionare. Darum gilt dieser Tag als Beginn der Hermannsburger Mission. Bis heute werden an der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg, Nachfolgeinstitut des Missionsseminars Hermannsburg, junge Menschen für einen Dienst in der weltweiten Kirche ausgebildet. Am 25. Mai 1977 wurde es aus dem freien Werk, der Missionsanstalt Hermannsburg – auch bekannt unter Hermannsburger Mission – als gemeinsame Einrichtung der evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannovers, Braunschweigs und Schaumburg-Lippes aus dem Zusammenschluss der „Missionsanstalt Hermannsburg“ und der Hildesheimer Zentrale der „Evangelisch-lutherischen Mission (Leipziger Mission) zu Erlangen“ gegründet. Enge Zusammenarbeit gibt es in Deutschland mit der hessischen Landeskirche EKKW, der Protestantischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses von Elsass und Lothringen und über 20 Missionsvereinen und Freundeskreisen.

Die Rechtsform einer Stiftung privaten Rechts blieb erhalten. Sitz des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM) ist Hermannsburg. Eine Außenstelle in Hildesheim wurde am 30. Juni 2006 geschlossen. Ende 2013 wurde ein Büro für Internationale kirchliche Zusammenarbeit BikZ in Hannover eingerichtet. Durch das Büro dort sind die Wege für viele Kontakte einfacher geworden und gibt es eine gute Vernetzung zu anderen NGO´s.

Nach dem Fall der Berliner Mauer löste sich 1992 der Verein der „Leipziger Mission“ auf und das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig mit Sitz in Leipzig wurde gegründet. Schwerpunkt der Arbeit ist Indien. Das ELM führt jedoch seine eigene Indienarbeit als selbständiger Partner neben der „Leipziger Mission“ weiter.

Das ELM heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig-Harms-Haus Hermannsburg, ehemals das Alte Missionshaus

Das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen ist heute ein weltweit tätiges Missionswerk, das Personal in lutherische Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika entsendet und Gemeinden sowie Projekte dort finanziell unterstützt.

Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen ist 2021 Teil eines großen Netzwerkes, das im partnerschaftlichen Verbund mit 23 evangelischen Kirchen in 19 Ländern auf vier Kontinenten zusammenarbeitet. Schwerpunkte der Arbeit liegen in Äthiopien, dem südlichen Afrika (Südafrika, Botswana, Malawi, Eswatini), Lateinamerika (Brasilien, Peru), Indien und dem außereuropäischen Russland.

Neben Theologen wurden medizinisches Fachpersonal, Lehrer, Handwerker, Agrar- und Verwaltungsfachleute ins Ausland entsandt. Entsendungen finden heute selten statt und die Aufgaben werden in der Regel durch die Zusammenarbeit mit und ggf. Finanzierung von lokalem Personal erledigt. Außerdem bietet ein Freiwilligenprogramm jungen Menschen jährlich die Chance, in einer Partnerkirche mitzuarbeiten und so in einer fremden Kultur zu begegnen. Das ELM ist anerkannte Entsendeorganisation im Rahmen des Freiwilligendienstes des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weltwärts. Inzwischen wurde die Nord - Süd Entsendungen der Freiwilligen durch ein Süd - Nord

Programm ergänzt, zu dem Jugendliche aus dem globalen Süden zur Projektmitarbeit nach Deutschland eingeladen werden.

Die offizielle Publikation des ELM ist das Journal Mitteilen.

Im Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg, einem Tagungs- und Veranstaltungszentrum, gibt die Ausstellung „Candace - Mission possible“ Interessierten einen Einblick in die weltweit vernetzte Arbeit des ELM und seiner Partnerkirchen. Das ELM ist Mitglied im Evangelische Mission weltweit (EMW).

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ELM arbeitet in folgenden Fachabteilungen:

  • Aufgezählter Listeneintrag Globale Gemeinde
  • Aufgezählter Listeneintrag Internationale kirchliche Zusammenarbeit
  • Aufgezählter Listeneintrag Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
  • Aufgezählter Listeneintrag Verwaltung

In den Fachabteilungen werden die Themen:

   Advocacy International
   Armut & Friedensarbeit
   Ausstellungen & Veranstaltungen
   Gender International
   Globale Nachhaltigkeit
   Jugendarbeit & Globales Lernen
   Internationale Freiwilligendienste
   Kirchenentwicklung international
   Kulturelle Vielfalt
   Partnerkirchen Weltweit
   Partnerschaftsarbeit und Austauschprogramme
   Weltweite Spiritualität

bearbeitet und dazu Angebote für Interessierte Menschen in weltweiter Verknüpfung gemacht. Insgesamt arbeiten etwa 120 Hauptamtliche Mitarbeiter im In- und Ausland für das Missionswerk. (Stand 2021)

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organe des ELM sind der Missionsausschuss und der Vorstand.

Leitender Missionsausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der leitende Missionsausschuss ist das oberste Leitungsgremium des Missionswerkes. Der Missionsausschuss besteht aus 19 Mitgliedern, die von den Kirchenleitenden Gremien der Landeskirchen entsandt werden, darunter die jeweiligen für Mission zuständigen Dezernenten der Landeskirchenämter. Neun Mitglieder wählt der Missionsausschuss. Die Mitglieder werden für sechs Jahre gewählt. Den Vorsitz führt i. d. R. der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Derzeit ist Landesbischof Ralf Meister Vorsitzender des Missionsausschusses.

Der Ausschuss bildet einen Geschäftsführenden Ausschuss, dem fünf Mitglieder angehören.

Der Ausschuss ist u. a. zuständig für Grundsätze und Richtlinien über die Arbeit des Missionswerks, für die Berufung und Entlassung des Direktors oder der Direktorin, für Änderungen der Satzung und die Auflösung des Missionswerks.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus dem Direktor als Vorsitzenden, der Pastor einer der Mitgliedskirchen sein muss, dem Geschäftsführer und drei weiteren Mitgliedern. Der Vorstand setzt die Beschlüsse des Missionsausschusses um. Die Amtszeit des Vorstandes beträgt fünf Jahre. Der Direktor bzw. die Direktorin wird vom Missionsausschuss für zehn Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist zulässig.

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977–1988 Reinhart Müller (* 8. April 1925 † 3. April 2006)
  • 1989–2003 Ernst-August Lüdemann
  • 2003–2013 Martina Helmer-Pham Xuan[1]
  • seit 2014: Michael Thiel[2][3]

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mittendrin – Das ELM stellt sich vor. Hermannsburg 2003
  • Helmer-Pham Xuan, Martina (Hrsg.): Jahresbericht 2006/2007. Hermannsburg 2006.
  • Lüdemann, Ernst-August (Hrsg.): Vision Gemeinde weltweit – 150 Jahre Hermannsburger Mission und Ev.luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM). Hermannsburg 2000.
  • Hugald Grafe: Kirche unter Dalits, Adivasi und Kastenleuten in Südindien. Die indischen Partnerkirchen der Lutherischen Kirchen in Niedersachsen. Werden und Wachsen. Quellen und Beiträge zur Geschichte der Hermannsburger Mission und des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen Bd. 22. LIT Verlag Dr. W. Hopf, Berlin 2013.
  • Henning Wrogemann (Hg.): Indien – Schmelztiegel der Religionen oder Konkurrenz der Missionen? Protestantische Mission in Indien seit ihren Anfängen in Tranquebar (1706) und die Sendung anderer Konfessionen und Religionen. Quellen und Beiträge zur Geschichte der Hermannsburger Mission und des Ev.-Luth. Missionswerkes in Niedersachsen. Band XVII. LIT Verlag Dr. W. Hopf, Berlin 2008. ISBN 978-3-8258-0914-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  2. http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2013/12/2013_12_11_1
  3. http://www.elm-mission.net/mitarbeitende/elm-zentrale.html