Ralf Meister

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ralf Meister (2015)

Ralf Meister (* 5. Januar 1962 in Hamburg) ist ein lutherischer Theologe und seit 2011 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Seit 9. November 2018 ist er der leitende Bischof der VELKD.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ralf Meister studierte evangelische Theologie und Judaistik an den Universitäten Hamburg und Jerusalem. Nach dem Studium war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität in Hamburg.

Von 1990 bis 1992 absolvierte Meister das Vikariat in Lauenburg/Elbe und wurde 1992 zum Dienst eines Pastors in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche ordiniert.

Nach dem Vikariat wurde Ralf Meister 1992 Geschäftsführer der Universitäts-Arbeitsstelle „Kirche für die Stadt“. 1996 wechselte er als Referent in die Redaktion Kiel des Evangelischen Rundfunkreferates der Norddeutschen Kirchen. Durch zahlreiche Beiträge wurde er den Hörerinnen und Hörern des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in dessen Sendegebiet der Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bekannt. Seit 1999 gehörte Meister auch der Redaktion des internationalen ökumenischen Magazins Kunst und Kirche an.

Ralf Meister auf dem Lübecker Markt (2008)

Im Jahre 2001 erhielt Ralf Meister die Berufung nach Lübeck zur Übernahme des Amtes als Propst des Kirchenkreises Lübeck der Nordelbischen Kirche als Nachfolger von Niels Hasselmann. Unter seiner Leitung setzte der Kirchenkreis als erster der Landeskirche die Gemeindereform um und führte Großgemeinden ein. Außerdem rief er die Spendenaktion „Sieben Türme“ für die Sanierung der Lübecker Altstadtkirchen ins Leben. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt waren missionarische Angebote für die Stadt.

Im Jahre 2001 wurde Ralf Meister außerdem zu einem der Sprecher des Wortes zum Sonntag im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) bestimmt, wodurch er einen bundesweiten Bekanntheitsgrad erlangte.

Am 1. November 2007 wählte ihn die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zum Generalsuperintendenten des Sprengels Berlin, dem 800.000 Gemeindeglieder in 14 Kirchenkreisen Berlins und in dessen Brandenburger Randgebieten angehörten. In einem festlichen Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde Ralf Meister am Pfingstsonntag, 11. Mai 2008, als Nachfolger von Martin-Michael Passauer in sein Amt eingeführt. Gleichzeitig wurde Passauer in den Ruhestand verabschiedet.

Ralf Meister (2013)

Im Herbst 2010 wurde Meister als einer von zwei Kandidaten für die Nachfolge Margot Käßmanns im Amt des Landesbischofs der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers benannt.[1] Im ersten Wahlgang am 24. November 2010 konnte Meister 39 von 76 Stimmen (51,3 %) der Stimmen für sich gewinnen; für eine Wahlentscheidung hätte er eine 2/3-Mehrheit benötigt. Der Gegenkandidat Wolfgang Gern zog seine Kandidatur nach dem Wahlgang zurück, so dass Meister für den zweiten Wahlgang der einzige Kandidat blieb.[2] Im zweiten Wahlgang erhielt Meister 64 von 76 Stimmen (84,2 %) und erreichte damit die notwendige Zweidrittelmehrheit.[3] Er wurde am 26. März 2011 in der Marktkirche Hannover vom Leitenden Bischof der VELKD, Johannes Friedrich, in das Amt des Landesbischofs eingeführt.[4] Seine Nachfolge in Berlin trat die Hessen-Nassauische Theologin Ulrike Trautwein an.

Ralf Meister ist in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder.

Weitere Ämter/Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Amt des Landesbischofs der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 12/2011: Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.[7]
  • seit 12/2012: Mitglied im Aufsichtsrat des Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP)
  • von 2013 bis 2017: Stellvertretender Vorsitzender des Leitungskreis Reformationsjubiläum 2017 der EKD und DEKT[8]
  • Mitglied der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK)[9]. Arbeitete von Oktober 2015 bis April 2016
  • Mitglied der Kammer für nachhaltige Entwicklung der EKD.[10]
  • Von 2014 bis 2016 als Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen Mitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission) gemäß § 3 Standortauswahlgesetz.[11]
  • seit 1. April 2016: Co-Vorsitzender der Meissen-Kommission der EKD
  • Seit 2017:
  • Vorsitzender des Kuratoriums des Konfessionskundlichen Instituts (ki)
  • Vorstand Evangelisches Literaturportal e.V.
  • Vorsitzender der Evangelischen Stiftung Pfadfinden.[12]
  • Vorsitzender des Missionsausschusses des Ev. luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM)
  • Mitglied im Kuratorium des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR)
  • Mitglied im Kuratorium von Studium in Israel
  • Mitglied im Beirat Theologisches Studienjahr in Jerusalem
  • Schirmherr des Bundesverbandes Kirchenpädagogik
  • 2018 erhielt Meister durch die Kirche von England den Ehrentitel „Ecumenical Canon“ (Ökumenischer Kanoniker) der Kathedrale von Ripon.
  • Am 9. November 2018 wurde Meister zum Leitenden Bischof der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gewählt.[13]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Krüger u. a.: Wer ist wo in der evangelischen Kirche? Personen und Funktionen. Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-932194-29-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ralf Meister – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael B. Berger: Zwei Männer wollen Käßmann beerben. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. September 2010, S. 5
  2. Wahl des Landesbischofs: Wolfgang Gern zieht seine Kandidatur nach 1. Wahlgang zurück, Pressemeldung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers vom 24. November 2010
  3. Ralf Meister als neuer Landesbischof gewählt, Pressemeldung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers vom 25. November 2010
  4. Ralf Meister feierlich als neuer hannoverscher Bischof eingeführt, Pressemeldung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers vom 26. März 2011
  5. http://www.velkd.de/240.php
  6. (Memento vom 8. März 2016 im Internet Archive)
  7. http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/pressemitteilungen/konfoederation/2011/11/11-11-29
  8. http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2013/05/2013_05_27_2
  9. https://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/E/ergaenzende-informationen-zur-kommission-zur-ueberpruefung-der-finanzierung-des-kernenergieausstiegs,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf
  10. (Memento vom 7. Januar 2017 im Internet Archive)
  11. https://www.bundestag.de/blob/434430/35fc29d72bc9a98ee71162337b94c909/drs_268-data.pdf, Seite 550
  12. http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2017/11/2017_11_16_3
  13. Ralf Meister ist neuer Leitender Bischof der VELKD: Landesbischof der Hannoverschen Landeskirche folgt auf Nordkirchen-Bischof Gerhard Ulrich, Pressemitteilung der VELKD vom 9. November 2018, abgerufen am 9. November 2018
VorgängerAmtNachfolgerin
Martin-Michael PassauerGeneralsuperintendent für Berlin
20082011
Ulrike Trautwein