Eva Liebenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eva Liebenberg (eigentlicher Name: Gertrud Lina Hedwig Liebenberg; * 15. Februar 1890 in Stettin; † 18. November 1971 in Hilversum, Niederlande) war eine deutsche Opern- und Konzertsängerin (Alt).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Liebenberg studierte Gesang bei Hugo Rasch in Berlin und debütierte in dieser Stadt auch in der Spielzeit 1920/1921 am Thalia-Theater. Nach einer Zwischenstation am Landestheater Coburg kehrte die Sängerin nach Berlin zurück und trat fortan im In- und Ausland vor allem als Konzert und Oratorien-Altistin auf die Bühne.

Auch als Opernsängerin machte sie sich – vor allem in Wagneropern – einen Namen. So sang sie bei den Bayreuther Festspielen (1927/1928), an der Staatsoper Dresden (1934), in Königsberg (1936), Berlin (1934–1938) und Köln (1940), vor allem die Erda und die Erste Norne in Richard Wagners Der Ring des Nibelungen.[1] Die Auftritte in den 30er-Jahren waren für sie als Jüdin mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Sie emigrierte nach Holland und konnte dort – im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern – auch die nach der deutschen Invasion 1941 einsetzenden Judenverfolgungen überstehen.

In ihren frühen künstlerischen Jahren hatte es Eva Liebenberg auch der Film angetan: Bereits im Jahr 1918 spielte sie in dem Stummfilm Tausend und eine Frau von Iwa Raffay die Sängerin Rita Marloff. In dem Film Wege zu Kraft und Schönheit von Wilhelm Prager und Nicolaus Kaufmann stand sie neben Leni Riefenstahl und anderen vor der Kamera. Dieser Dokumentarfilm erhielt damals gute Kritiken[2], wird heute aber mit einem „bereits in den 1920er-Jahren verankerten Rassenmythos der Nationalsozialisten“ in Verbindung gebracht.[3]

Nach dem Krieg war Eva Liebenberg in Hilversum eine anerkannte Gesangslehrerin. Bei ihr studierten unter anderen die Altistin Eva Bornemann und der Bassbariton Étienne Bettens. Ihre Stimme ist auf zahlreichen Schallplatteneinspielungen erhalten, von denen einige auch heute noch auf CD, beziehungsweise als MP3-Download erhältlich sind.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lebendige Vergangenheit – Four German Contraltos Of The Past (Eva Liebenberg, Luise Willer, Maria Olszewska, Margarete Klose), Preiser Records, Wien 1997
  • ABC der Gesangskunst – Historisches Gesangslexikon Teil 3, Cantus Classic/Line Music, Hamburg 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eva Liebenberg. In: Karl Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Band 3: Hirata – Möwes. 3., erweiterte Auflage. K. G. Saur, Bern u. a. 1997, ISBN 3-598-11250-5.
  2. Zum Beispiel von Siegfried Kracauer, Frankfurter Zeitung (Stadt-Blatt), 21. Mai 1925. Abgedruckt in: Siegfried Kracauer: Werke. Band 6: Kleine Schriften zum Film. Teilband 1: 1921 – 1927. Herausgegeben von Inka Mülder-Bach und Ingrid Belke. Unter Mitarbeit von Mirjam Wenzel und Sabine Biebl. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-58336-0.
  3. Lexikon des Internationalen Films unter dem Stichwort Wege zu Kraft und Schönheit.