Evgeni Orkin

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Evgeni Orkin (* 2. Oktober 1977 in Lemberg, Ukrainische SSR) ist ein in Deutschland lebender Komponist, Klarinettist, Saxophonist, Dirigent und Autor ukrainischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orkin studierte zunächst an der Nationalen Musikakademie in Kiew Klarinette bei I. Pendischuk und Komposition bei Jewhen Stankowytsch. Weitere Studien folgten an den Musikhochschulen in Utrecht und Mannheim in den Fächern Klarinette bei Herman Braune und Wolfhard Pencz, Dirigieren bei Melvin Margolis sowie Komposition bei Ulrich Leyendecker und Ernst Bechert.

Orkin ist Autor von zehn Kammersinfonien, sechs großen Sinfonien, Solokonzerten für Violine, Klavier, Saxophon, Klarinette, der Oper „Magister Ludi“ nach Hermann Hesse, mehreren musiktheatralischen Werken und einer großen Anzahl von kammermusikalischen Werken. Auf vielen internationalen Festivals wurden seine Werke aufgeführt, unter anderem beim Festival „Kontraste“ in Lemberg, beim „Kiew Musikfest“, beim Festival „Neue Musik“ in Odessa und beim „Odessa Musikfestival“, beim Heidelberger Frühling, beim „Internationalen Bodenseefestival 2006“, beim Festival „Neue-Musik-Premieren“ (Kiew), beim ZeitGenuss in Karlsruhe, beim Gstaad Menuhin Festival, Wachenheimer Serenaden, LvivMozArt usw.

Von 1992 bis 1999 war Orkin Soloklarinettist beim „Solisten-Ensemble“ der „Ukraine Camerata Kiew“. 1997 war er Mitgründer des „Open-Lift“-Projekts für Moderne Musik in Utrecht. Orkin ist Mitbegründer, Klarinettist und Saxophonist der Gruppe Komponistenverschwörung, Mitglied des Ensembles für neue Musik TEMA in Karlsruhe und Gründer des „Dorado-Quintetts“.

2010 gründete er das Aufnahmelabel OML. 2017 erschien sein Buch „Methodische Einführung in das Erlernen und die Anwendung der historischen Klarinette“.

Als Klarinettist hat er sich besonders durch Uraufführungen neuer Werke einen Namen gemacht, beispielsweise mit den Klarinettenwerken von Jewhen Stankowytsch, Valentin Silvestrov, Nuno Corte-Real, Dimitris Andrikopoulos, Ernst Bechert, Erich Hermann, Stefan Schulzki, Stephan Marc Schneider, Martin Wistinghausen und anderen.

Orkin arbeitet als freischaffender Klarinettist, Saxophonist und Dirigent. Er ist Soloklarinettist der Russischen Kammerphilharmonie Sankt Petersburg. Er unterrichtet Klarinette und Saxophon an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, im J.S.Bach-Gymnasium Mannheim und an den Musikschulen in Grünstadt und Frankenthal. Außerdem ist er Chefdirigent der Bläserwerkstatt Bergstraße in Heppenheim. Seine Werke werden in den Verlagen „Accolade“, „Konsid“ und „Are Musikverlag“ herausgegeben.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Preis des Präsidenten der Ukraine (für die 1. Sinfonie „Parade of the Planets“)
  • 2001: Stipendium des „Lions-Club“ Mannheim (für „Jüdische Suite“ für Klarinette solo)
  • 2004: 1. Preis des Zweiten Festivals des Jüdischen Weltkongresses in Komposition
  • 2005: 1. Preis des Wettbewerbes des Goethe-Instituts Mannheim „Schiller vs Goethe“ für die beste Schiller-Vertonung

Werkverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • op. 1: Sonatine für Klarinette
  • op. 2: Quintet für draughts
  • op. 3: Gamayoune
  • op. 4: Kammersinfonie Nr. 1 „The Harbours“
  • op. 5: Variationen für Klavier
  • op. 6: Partita da Piazzolla (Fassungen für Violine solo, für Klarinette, 2 Violinen, Bratsche, Cello und Kontrabass sowie für Klarinette, Violine, Cello und Klavier)
  • op. 7: The Mirror (Kammerkonzert für Klavier und Streichorchester)
  • op. 8: Talisman (Poeme für Sopran und Streichorchester über ein Gedicht von Alexander Puschkin)
  • op. 9: Sinfonie/Ballett Nr. 1 „Parade of the Planets“ für Orchester
  • op. 10: Jüdische Suite für Klarinette solo
  • op. 11: Suite für Streichorchester
  • op. 12: Rhapsodie für Oboe solo
  • op. 13: Kammersinfonie Nr. 2 für Violoncello und Streichorchester
  • op. 14: Mosaiks (Fassungen für Klavier solo und für Klavier zu vier Händen)
  • op. 15: Konzert für Violine und Orchester
  • op. 16: Kammersinfonie Nr. 3 (Doppelkonzert für Violine und Cello mit Streichorchester, Schlagzeug, Celesta und Cembalo)
  • op. 17: Konzertstück für Klavier mit Orchester
  • op. 18: The Rain Songs für Sopran, Klarinette und Klavier
  • op. 19: Vier Lieder nach Ossip Mandelstam (Fassungen für Sopran und Gitarre und für Sopran und Streichorchester)
  • op. 20: Streichquartett Nr. 1
  • op. 21: Die Schatten (Suite für Klarinette und Gitarre)
  • op. 22: Sinfonia brevis Nr. 1
  • op. 23: Sinfonie Nr. 2
  • op. 24: Sonatine für Klavier
  • op. 25: Quartett für Klarinette, Violine, Cello und Klavier
  • op. 26: Wohin segelt das Schiff? (nach zwei Gedichten von Friedrich Schiller) für Stimme und Klavier
  • op. 27: Cogito ergo sum (Singspiel nach Friedrich Schillers Xenien aus dem „Musen-Almanach für das Jahr 1797“)
  • op. 28: Three Musicians (Hommage an Pablo Picasso) für Flöte, Fagott und Klavier
  • op. 29: Sinfonie Nr. 3 „Der Master und Margarita“ (frei nach Michail Bulgakow)
  • op. 30: Kammersinfonie Nr. 4
  • op. 31: Vier Miniaturen für Horn und Klavier
  • op. 32: Sechs Bagatellen für Geige, Cello und Klavier
  • op. 33: Un Ange qui … für Klarinette und Orgel
  • op. 34: Los Caprichos für Fagott/Kontrafagott und Klavier
  • op. 35: Kammersinfonie Nr. 5 „Le Caprice“ für Streichorchester
  • op. 36: Las Meninas für Flöte und Klavier
  • op. 37: Eine kleine Hochzeitskantate
  • op. 38: Drei Graphiken für Geige und Klavier
  • op. 39: Konzert für Sopransaxophon und Orchester
  • op. 40: Graphomanie 2 für Orchester
  • op. 41: Kammersinfonie Nr. 6 „Winterschlaf“ für Mezzosopran, Chor und Kammerorchester
  • op. 42: Wizzard (Fassungen für Klarinette und Klavier und für Klarinette und Zuspiel)
  • op. 43: Klarinettenquintett für Klarinette und Streichquartett
  • op. 44: Meditation für Klarinette und Zuspiel
  • op. 45: Kammersinfonie Nr. 7 für Frauenstimme und Kammerorchester
  • op. 46: Escher-Etuden für drei Flügel im Raum
  • op. 47: Lullaby für Mezzosopran, Klarinette, Violine und Klavier
  • op. 48: Missa Homoptera für Klarinette und Zuspiel
  • op. 49: Ganz im Sinne des Tangos … für Saxophonquartett
  • op. 50: Klanjobox Antique für Klarinette, Bastard-Banjo und Live-Elektronik
  • op. 51: Hommages à Carl Nielsen, Jean Françaix, Olivier Messiaen, Igor Strawinsky, George Gershwin, Benny Goodman, Astor Piazzolla für Klarinette solo (Nr. 1–6) bzw. für fünf Klarinetten (Nr. 7)
  • op. 52: Vosaduli für Blechquintett
  • op. 53: Sinfonie Nr. 4 „Haiku“ für Orchester
  • op. 54: Martini Blue für Stimme, Altsaxophon, Posaune, Banjo, Bassgitarre, Klavier und Live-Elektronik
  • op. 55: Kammersinfonie Nr. 8 „Windrose“ für Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Schlagzeug und Streicher
  • op. 56: Concerto d’oro (Fassungen für Altsaxophon mit Big Band und für Altsaxophon mit Concert Band)
  • op. 57: Die Neun Musen für Violine solo
  • op. 58: Sinfonie Nr. 5 „Jüdische“ für Orchester
  • op. 59: Tandem-Toccata für zwei Violinen
  • op. 60: Zwei Stücke für Shakuhachi und Klavier
  • op. 61: Quintett für zwei Violinen, Bratsche, Cello und Klavier
  • op. 62: Magister Ludi (Oper in sechs Akten nach Hermann Hesse)
  • op. 63: Sprechchor A „Kalaschnikow ist tot“
  • op. 64: Profundus für Bassklarinette und Zuspiel
  • op. 65: Kammersinfonie Nr. 9 „Olimpia“ für zwei Altsaxophone, Flöte, Geige, Cello, Schlagzeug und Klavier
  • op. 66: Sinfonie Nr. 6 „Maidan“
  • op. 67: Lieder nach Gedichten von Franz Kafka für Stimme und Klavier
  • op. 68: „Der Schummeltrompeter“ frei nach Motiven aus Der Struwwelpeter für Sprecher und kleines Ensemble

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]