Füchtorf

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Luftbild des Ortsteiles von 2009

Füchtorf ist ein Ortsteil der Stadt Sassenberg, Kreis Warendorf, im Münsterland. (Nordrhein-Westfalen)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Füchtorf liegt im nördlichen Teil des Münsterlandes. Größere Städte in der Umgebung sind (im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Norden):

Die Bever, die durch den Zusammenfluss von Salz- und Süßbach in Glandorf/ Schierloh entsteht, durchfließt Füchtorf im Bereich Harkotten. Sie bildet ab hier für einige Kilometer die Grenze zwischen Füchtorf und Glandorf, und gleichzeitig zwischen den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die höchste Erhebung des Ortes ist der Heppel. Das große Füchtorfer Moor ist heute Naturschutzgebiet.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Füchtorf gehören neben dem Ortskern die Bauerschaften Rippelbaum, Twillingen, Subbern und Elve, sowie die Herrlichkeit Harkotten. Insgesamt leben in Füchtorf ca. 3.500 Einwohner.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt

In der Ortsmitte steht die Kirche St. Mariä Himmelfahrt.

Ca. 1,5 km nördlich des Ortskerns befindet sich das Doppelschloss Harkotten, Sitz der Adelsgeschlechter von Korff und von Ketteler. Das Kettlersche Schloss dient heute als Firmensitz der Firma sieger design.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1134: erste urkundliche Erwähnung als „Viehttorpe“ (Bischof Werner des Bistums Münster bestätigt dem Kloster Lette den Besitz einer Manse in Füchtorf)
  • 1254: Der Ritter Henricus Korff kommt aus der Grafschaft Mark an der Lippe nach Vuchthorpe (Füchtorf) und heiratet Ludmodis, die Erbtochter des dort ansässigen Ritters. Die Familie bewohnte die Burg auf dem jetzigen Kirchplatz.
  • 1288: Gründung Kirchspiel Füchtorf (=Voogdorpe) (Füchtorf, Rippelbaum, Subbern)
  • 1823: Bürgermeisterei Füchtorf (Kirchspiel Füchtorf und Milte)
  • 1830: Auflösung der Bürgermeisterei (Füchtorf wird der Bürgermeisterei Sassenbergs, Milte der Ostbeverns zugeordnet) (Einwohner: 1921)
  • 1895: Pfarrdorf Füchtorf (Einwohner: Füchtorf: 1653; Rippelbaum: 185; Subbern: 133)
  • 1931: Landwirtschaftsgemeinde, Ortsklasse D (Einwohner: 2020)[1]
  • 1. Juli 1969: Die bis dahin eigenständige Gemeinde Füchtorf wird in die Stadt Sassenberg eingegliedert.[2]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 wurde Füchtorf beim Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft zum Golddorf auf Landesebene gekürt, 2013 folgte Silber auf der Bundesebene.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größtes Unternehmen im Ortsteil ist mit rund 650 Mitarbeitern die zur heristo AG gehörende Fleisch- und Wurstwarenproduktion Stockmeyer.[3] Im Weichbild dominierend ist allerdings der Spargel-Anbau („Füchtorfer Spargel“), der auf dem dafür bestens geeigneten sandigen Boden der Gemarkung seit 1949 großflächig stattfindet. Heute gilt der Ortsteil mit (Stand 2015) 12 Anbaubetrieben und rund 500 Hektar Anbaufläche als das Spargeldorf im Münsterland. Es finden sich sowohl Kleinbetriebe mit Hofladen als auch Unternehmen der industrialisierten Landwirtschaft.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Füchtorf liegt an mehreren beschilderten Radwanderwegen.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Spargelzeit im April findet der Füchtorfer Spargelfrühling statt. Dort werden Füchtorfer Spargel, Spargelpastete und andere Spargelspezialitäten verkauft.

Am letzten Wochenende im April findet in Füchtorf der erste Lauf zur deutschen Meisterschaft im Tractorpulling auf dem Hof Hörstkamp statt. Jährlich kommen über 15.000 Zuschauer. Das lokale „Green-Monster-Team“ konnte schon nationale und internationale Titel erringen.

Im Mai wird auf dem Schützenplatz zu Harkotten von Samstag bis Montag das jährliche Schützenfest gefeiert.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben in Füchtorf wird von vielen Aktivitäten zahlreicher Vereine geprägt. Zu diesen Vereinen gehören die Katholische Landjugendbewegung, der Sportverein, der Bürgerschützenverein, die Freiwillige Feuerwehr Sassenberg (Löschzug Füchtorf), der Musikverein, der Spielmannszug, die Landfrauen, die Frauengemeinschaft und der Gewerbeverein. Insgesamt 26 Vereine sind in der „Arbeitsgemeinschaft Füchtorfer Vereine“ organisiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Riese: Füchtorf, ein Heidedorf im Münsterland. Selbstverlag des Heimatvereins Füchtorf, Warendorf 1957.
  • Katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt Füchtorf (Hg.): Die Geschichte der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel in Füchtorf. 24. April 1911 – 24. April 2011. Füchtorf 2011.
  • Robert Hüchtker: Vom Werden einer Grenze. Zur Entstehungsgeschichte der Landesgrenze im Bereich Füchtorf (Stadt Sassenberg). In: Nordmünsterland. Forschungen und Funde, Bd. 2 (2015), ISBN 978-3-95902-133-3, S. 119–145.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag Füchtor auf Genwiki, abgerufen am 12. Mai 2016.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 97.
  3. eigene Angabe des Unternehmens auf der Webseite, abgerufen am 13. Mai 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 3′ N, 8° 2′ O