Füchtorf

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Luftbild des Ortsteiles von 2009

Füchtorf ist Ortsteil der Stadt Sassenberg im Münsterland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Füchtorf liegt im nördlichen Teil des Münsterlandes. Größere Städte in der Umgebung sind (im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Norden):

In Füchtorf bildet sich die Bever durch den Zusammenfluss von Salz- und Süßbach. Die höchste Erhebung des Ortes, der Heppel ist genauso verschwunden, wie das große Füchtorfer Moor.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Füchtorf hat neben dem Ortskern außerdem noch fünf Bauerschaften (Harkotten, Rippelbaum, Twillingen, Subbern und Elve). Insgesamt leben in Füchtorf ca. 4.000 Einwohner.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte steht die Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Ebenfalls hier befindet sich das Doppelschloss Harkotten, früher Landsitz der Adelsgeschlechter von Korff und von Ketteler, heute Firmensitz der Firma sieger design.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1134: erste urkundliche Erwähnung als „Viehttorpe“ (Bischof Werner des Bistums Münster bestätigt dem Kloster Lette den Besitz einer Manse in Füchtorf)
  • 1254: Der Ritter Henricus Korff kommt aus der Grafschaft Mark an der Lippe nach Vuchthorpe (Füchtorf) und heiratet Ludmodis, die Erbtochter des dort ansässigen Ritters. Die Familie bewohnte die Burg auf dem jetzigen Kirchplatz.
  • 1288: Gründung Kirchspiel Füchtorf (=Voogdorpe) (Füchtorf, Rippelbaum, Subbern)
  • 1823: Bürgermeisterei Füchtorf (Kirchspiel Füchtorf und Milte)
  • 1830: Auflösung der Bürgermeisterei (Füchtorf wird der Bürgermeisterei Sassenbergs, Milte der Ostbeverns zugeordnet) (Einwohner: 1921)
  • 1895: Pfarrdorf Füchtorf (Einwohner: Füchtorf: 1653; Rippelbaum: 185; Subbern: 133)
  • 1931: Landwirtschaftsgemeinde, Ortsklasse D (Einwohner: 2020)[1]

Am 1. Juli 1969 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Füchtorf in die Stadt Sassenberg eingegliedert.[2]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 wurde Füchtorf beim Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft zum Golddorf auf Landesebene gekürt, 2013 folgte Silber auf der Bundesebene.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größtes Unternehmen im Ortsteil ist mit rund 650 Mitarbeitern die zur heristo AG gehörende Fleisch- und Wurstwarenproduktion Stockmeyer.[3] Im Weichbild dominierend ist allerdings der Spargel-Anbau („Füchtorfer Spargel“), der auf dem dafür bestens geeigneten sandigen Boden der Gemarkung seit 1949 großflächig stattfindet. Heute gilt der Ortsteil mit (Stand 2015) 12 Anbaubetrieben und rund 500 Hektar Anbaufläche als das Spargeldorf im Münsterland. Es finden sich sowohl Kleinbetriebe mit Hofladen als auch Unternehmen der industrialisierten Landwirtschaft. Alljährlich wird im April der Füchtorfer Spargelfrühling gefeiert, der viele Besucher aus nah und fern anlockt.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meist im April findet das Füchtorfer Spargelfest statt. Dort werden Füchtorfer Spargelpastete und andere Spargelspezialitäten verkauft.

Am letzten Wochenende in April findet in Füchtorf die deutsche Tractorpullingmeisterschaft auf dem Hof Hörstkamp statt. Jährlich kommen über 15.000 Zuschauer. Das lokale „Green-Monster-Team“ konnte schon nationale und internationale Titel erringen.

Mitte Mai findet am Schützenplatz von Samstag bis Montag das jährliche Schützenfest statt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu wichtigen Füchtorfer Vereinen gehören die Katholische Landjugendbewegung, der Sportverein, der Bürgerschützenverein, die Freiwillige Feuerwehr Sassenberg (Löschzug Füchtorf), der Musikverein, der Spielmannszug, die Landfrauen, die Frauengemeinschaft und der Gewerbeverein. Insgesamt 26 Vereine sind in der „Arbeitsgemeinschaft Füchtorfer Vereine“ organisiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Riese: Füchtorf, ein Heidedorf im Münsterland. Selbstverlag des Heimatvereins Füchtorf, Warendorf 1957.
  • Katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt Füchtorf (Hg.): Die Geschichte der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel in Füchtorf. 24. April 1911 – 24. April 2011. Füchtorf 2011.
  • Robert Hüchtker: Vom Werden einer Grenze. Zur Entstehungsgeschichte der Landesgrenze im Bereich Füchtorf (Stadt Sassenberg). In: Nordmünsterland. Forschungen und Funde, Bd. 2 (2015), ISBN 978-3-95902-133-3, S. 119–145.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag Füchtor auf Genwiki, abgerufen am 12. Mai 2016.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 97.
  3. eigene Angabe des Unternehmens auf der Webseite, abgerufen am 13. Mai 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 3′ N, 8° 2′ O