FC Pommern Stralsund

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FC Pommern Stralsund
Logo des FC Pommern Stralsund
Basisdaten
Name Fußball Club Pommern
Stralsund e. V.
Sitz Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern
Gründung 29. März 1994
Farben blau-weiß-rot
Website www.fcpommern.de
Erste Mannschaft
Trainer Uwe Kutz (1. Herren)
Spielstätte Primus Immobilien Arena
Plätze 7.500
Liga Verbandsliga Mecklenburg-
Vorpommern
2016/17 12. Platz
Heim
Auswärts

Der FC Pommern Stralsund ist ein deutscher Fußballverein, der in der Hansestadt Stralsund beheimatet ist. Spielstätte ist die Primus Immobilien Arena, (bis 2015 Stadion der Freundschaft) am Frankendamm. Gegründet wurde der FC Pommern Stralsund am 29. März 1994. Der Verein stellt 13 Mannschaften für den Wettspielbetrieb 2016/17, darunter befinden sich zwei Mädchenmannschaften.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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1952 bis 1967: Sturmvogel Parow und Vorwärts Rostock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1952 wurde in Parow nördlich von Stralsund für die dort stationierte DDR-Seepolizei die Sportvereinigung Sturmvogel gegründet. Der Standort der Seepolizei wurde 1954 nach Rostock verlegt und die Sportvereinigung trat danach als SV KVP Vorwärts Rostock an. 1956 wurde die Fußballmannschaft ohne sportliche Qualifikation als 13. Team in die viertklassige Bezirksliga Rostock aufgenommen und nach Gründung der Armeesportvereinigung Vorwärts im Jahr 1956 in ASK Vorwärts Rostock umbenannt. Ein Jahr später gelang der Aufstieg in die II. DDR-Liga und 1962 in die zweitklassige I. DDR-Liga. 1963 wurde die Fußballsektion aus dem ASK ausgegliedert und als ASG Vorwärts Rostock-Gelsdorf weitergeführt. Nach Abschluss der Fußballsaison 1966/67 wurde die ASG Vorwärts Rostock im Rahmen weiterer Umstrukturierungen innerhalb der Armeesportvereinigung am 21. Juli 1967 nach Stralsund umgesiedelt und trat von der Spielzeit 1967/68 als ASG Vorwärts Stralsund an.

1967 bis 1989: ASG Vorwärts Stralsund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Verstärkung der Fußballsektion musste der Ortsrivale BSG Motor Stralsund zwei komplette Jugendmannschaften an die ASG abgeben. Außerdem wurde die 1. Mannschaft durch Günter Baltrusch, der bereits für Aufbau Magdeburg in der DDR-Oberliga gespielt hatte, und durch Rainer Hermus, Oberligaspieler bei Wismut Gera, verstärkt.

Das Eröffnungsspiel unter dem neuen Namen vor 4000 Zuschauern gegen Kovostroj Děčín endete 0:0. Sowohl das erste Pokalspiel (4:3 am 6. August 1967 bei Motor Eberswalde) als auch das erste Punktspiel der Saison 1967/1968 (2:0 am 18. August 1967 gegen Motor Babelsberg vor 5000 Zuschauern, erster Torschütze war Klaus Marowski) wurde gewonnen. Vorwärts Stralsund konnte sich in der Folgezeit stets in der oberen Tabellhälfte der DDR-Liga platzieren. In der Spielzeit 1970/1971 wurde Vorwärts Stralsund Sieger der Liga-Staffel Nord und stieg damit direkt in die Oberliga auf.

Der Kader in der Oberligasaison 1971/1972[1]
Tor: Dieter Schönig (26 Einsätze)

Abwehr: Gerd Brunner (21 Einsätze, 3 Tore), Volkmar Buchheim (2 Einsätze), Klaus-Peter Dressel (10 Einsätze), Lutz-Michael Häder (22 Einsätze, 1 Tor), Eberhard Kögler (26 Einsätze), Jürgen Renn (23 Einsätze), Sepp Wiedemann (24 Einsätze)
Mittelfeld: Günter Baltrusch (16 Einsätze, 1 Tor), Wolfgang Bruhs (3 Einsätze), Rainer Hermus (22 Einsätze, 2 Tore), Klaus Marowski (14 Einsätze), Manfred Negraschus (4 Einsätze), Werner Schorrig (0 Einsätze), Werner Witt (10 Einsätze), Klaus Wulst (23 Einsätze, 1 Tor)
Sturm: Peter Filler (18 Einsätze, 3 Tore), Ludwig Posorski (15 Einsätze, 4 Tore), Gerd Schellhase (20 Einsätze, 2 Tore), Klaus-Peter Stein (23 Einsätze, 3 Tore)
Trainer: Hans Säckel

Bilanz der Oberligasaison: 6 Spiele gewonnen, 6 Spiele unentschieden, 14 Spiele verloren / 20:48 Tore / 18:34 Punkte / 14. Platz, Abstieg

Obwohl die Mannschaft durch den 54-maligen Oberligaspieler Gerd Brunner vom FC Carl Zeiss Jena, den ebenfalls oberligaerfahrenen Peter Filler vom FC Rot-Weiß Erfurt, durch den siebenfachen Juniorenauswahlspieler Klaus-Peter Stein von Hansa Rostock sowie die Nachwuchstalente Lutz-Michael Häder (Vorwärts Berlin) und Gerd Schellhase (1. FC Magdeburg) verstärkt worden war, konnte der Klassenerhalt nicht erreicht werden und das Team von Trainer Hans Säckel stieg nach der Saison 1971/1972 als Tabellenletzter wieder ab.

In der Spielzeit 1972/1973 verpasste das Team als Dritter der Aufstiegsrunde den Aufstieg knapp. In der Saison 1973/1974 gelang noch einmal der Aufstieg in die höchste Spielklasse.

Der Kader in der Oberligasaison 1974/1975[2]
Tor: Joachim Metelmann (0 Einsätze), Dieter Schönig (26 Einsätze)

Abwehr: Manfred Dähling (1 Einsatz), Manfred Finger (25 Einsätze), Eberhard Kögler (25 Einsätze), Jürgen Renn (21 Einsätze), Günter Seidler (16 Einsätze)
Mittelfeld: Günter Baltrusch (23 Einsätze), Wolfgang Bruhs (25 Einsätze), Heinz-Gerold Manschus (25 Einsätze, 4 Tore), Klaus Marowski (13 Einsätze, 2 Tore), Hartmut Schmidt (8 Einsätze, 1 Tor), Dietmar Schulze (20 Einsätze), Klaus Wulst (26 Einsätze, 2 Tore)
Sturm: Harald Biehl (24 Einsätze, 4 Tore), Artur Hering (2 Einsätze), Rüdiger Kaschke (1 Einsatz), Roland Kelm (3 Einsätze), Bernhard Schaupke (5 Einsätze), Jürgen Siermann (23 Einsätze, 5 Tore), Detlef Wiezorrek (7 Einsätze)
Trainer: Erhard Schmidt

Bilanz der Oberligasaison: 4 Spiele gewonnen, 7 Spiele unentschieden, 15 Spiele verloren / 21:46 Tore / 15:37 Punkte / 14. Platz, Abstieg

Die Mannschaft von Trainer Erhard Schmidt stand schon am 23. Spieltag als Absteiger fest. Am letzten Spieltag der Oberliga-Saison 1974/1975 erreichte das Team noch ein 1:1-Unentschieden gegen Hansa Rostock und das Team stieg als Letzter in die DDR-Liga ab.

Zu den großen Erfolgen zählt auch das viermalige Erreichen des Viertelfinales im DDR-Fußballpokal in den Jahren 1967/1968, 1974/1975, 1977/1978 und 1984/1985. Von insgesamt 683 Spielen wurden 330 gewonnen. Am 25. August 1985 schoss Volker Heims das 1000. Tor von Vorwärts Stralsund.

Am 4. Juni 1989 fand das letzte Spiel in der Vereinsgeschichte und zugleich das 580. Punktspiel im Stadion der Freundschaft statt. In der Liga-Saison 1988/1989 spielte Vorwärts gegen die BSG Motor Schönebeck, das letzte Tor (zum 1:1 Endergebnis) war zugleich das insgesamt 980. Meisterschaftstor. Nach Ende der Saison löste die Armeesportvereinigung Vorwärts die ASG Vorwärts Stralsund auf.

1989 bis 1994: BSG Motor Stralsund & TSV 1860 Stralsund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spieler der ASG wurden von der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Motor Stralsund übernommen, welche bisher in der Bezirksliga Rostock spielte und den Startplatz der ASG in der DDR-Liga übernahm. In der letzten Saison der DDR-Liga vor Übernahme des DFB-Spielbetriebs in Ostdeutschland erreichte Motor Stralsund Platz 10 und qualifizierte sich für die neue NOFV-Liga. Am 17. August 1990 wurde die BSG Motor in den Verein TSV 1860 Stralsund umgewandelt, der jedoch seine Fußballmannschaft mitten in der Saison 1990/91 aus der Liga zurückzog und folgend bis 1994 in der Landesliga Mecklenburg-Vorpommern spielte. Nach der Spielzeit 1993/94 schlossen sich die Fußballspieler dem neu gegründeten FC Pommern Stralsund an.

Seit 1994: FC Pommern Stralsund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Pommern Stralsund e. V. wurde am 29. März 1994 von Hans Eckert, Reinhard Klette und Dieter Frisch gegründet.[3] Mit den Spielern des TSV 1860 Stralsund wurde vor der Saison 1994/95 der Startplatz in der Landesliga Mecklenburg-Vorpommern (ab 1995 Verbandsliga M-V) übernommen. Das erste Liga-Punktspiel wurde mit 4:0 gegen die TSG Neustrelitz gewonnen. Im Jahr 2006 wurde lediglich der 15. und damit vorletzte Platz in der Verbandsliga erreicht, sodass der FC Pommern in die Landesliga Mecklenburg-Vorpommern abstieg. Der Wiederaufstieg in die Verbandsliga M-V gelang 2010, wo der FC Pommern Stralsund seitdem spielt.

Weitere Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Mannschaft (umgangssprachlich und vereinsintern 2. Herren oder FC Pommern II) spielt in der Landesklasse III. In der Saison 2015/16 konnte ein zufriedenstellender 3. Tabellenplatz erreicht werden. Trainiert wird das Team von Sebastian Sachon, Co-Trainer Gregor Hückstedt sowie Betreuer Jan Schattschneider. Die Heimspiele der zweiten Mannschaft finden in der Jahnsportstätte statt.

Alten-Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ü35-Team (Alte-Herren) tritt in der Kreisoberliga Staffel Nord/Ost an. In der Saison 2015/16 wurde die Kreismeisterschaft gewonnen und man belegte den 3. Platz beim Landesfinale. Zu den größten Erfolgen kann man die Teilnahme am deutschen Altherren-Supercup 2014 in Großaspach (Achtelfinale) und 2015 in Oyten (1. K. O.-Runde) zählen. Die Heimspiele werden meist freitags in der Primus Immobilien-Arena ausgetragen.

Nachwuchs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jugendfußballabteilung des FC Pommern Stralsund besteht aus zehn Jugendmannschaften von der A-Jugend bis zu den “Pampers”. Sportliches Ziel ist es, mit jeder Altersgruppe in der höchstmöglichen Spielklassen vertreten zu sein. Im Vordergrund steht es jedoch, die Nachwuchsspieler bestmöglich zu integrieren und in den einzelnen Mannschaften individuell zu fördern. Persönlichkeitsentwicklung und das Vertreten der Werte des FC Pommern sind essenzielle Bestandteile auf dem Weg zum Seniorenbereich.

Primus Immobilien Arena
Jahnsportstätte
Paul-Greifzu Stadion

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primus Immobilien Arena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimspielstätte des FC Pommern Stralsund ist die Primus Immobilien-Arena, welche 1938 unter dem Namen Frankendammsportplatz errichtet wurde. 1953 erhielt die Spielstätte den Namen "Stadion der Freundschaft". Am 31. Juli 2015 erhielt das Stadion den heutigen Namen Primus Immobilien-Arena.

Jahnsportstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jahnsportstätte wurde 1933 an der Karl-Marx-Straße in Stralsund eröffnet. Sie ist Heimspielort für die zweite Mannschaft des FC Pommern Stralsund, sowie Spiel und Trainingsgelände für diverse Nachwuchsteams des Vereins. Das Gelände bietet Platz für rund 3.000 Zuschauen, von denen 30 Sitzplätze zu Verfügung stehen. Neben dem Hauptrasenplatz gibt es auch einen roten Schotterplatz sowie eine Turnhalle.

Paul-Greifzu-Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Paul-Greifzu-Stadion ist ein Mehrzweckstadion in Stralsund. Nach dem Rennfahrer Paul Greifzu (1905–1952) benannt, wurde im Jahr 1937 mit dem Bau begonnen. Heute ist es Spielstätte für viele Nachwuchsteams des FC Pommern Stralsund. Der Nebenplatz ist der einzige Kunstrasenplatz der Stadt und dient als Ausweichspielstätte für die Herrenmannschaften in den Wintermonaten.

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Spieler der Vorgängermannschaften sind Gerd Brunner, Klaus-Peter Stein, Gerd Schellhase, Bernd Wunderlich, Enrico Gaede, Dieter Schönig. Bekannte Spieler des FC Pommern Stralsund sind Nico Vanek, Dan Sendroiu, Dmitrijs Medeckis, Aleksejs Kuplovs-Oginskis, Oliver Sund und Christian Orend.

siehe auch Kategorie:Fußballspieler (Vorwärts Stralsund)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs.
  • Baingo/Horn: Die Geschichte der DDR-Oberliga.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.weltfussball.de
  2. www.weltfussball.de
  3. www.fcpommern.de