FIAN

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FIAN oder FIAN International, das FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk, setzt sich als internationale Menschenrechtsorganisation dafür ein, dass alle Menschen frei von Hunger leben und sich selbst ernähren können.

FIAN kämpft für das Recht auf angemessene Ernährung auf Basis internationaler Menschenrechtsabkommen, insbesondere des Sozialpaktes. FIAN International hat Mitglieder und Sektionen in 60 Staaten Afrikas, Amerikas, Asiens und Europas. Deutschsprachige (z.T. mehrsprachige) Sektionen von FIAN International sind FIAN Deutschland, FIAN Österreich, FIAN Schweiz und FIAN Belgien.

Organisationsprofil und Struktur[Bearbeiten]

FIAN hat 2012 mehrere Tausend Mitglieder in über 50 Ländern. In vierzehn Ländern haben sich Ländersektionen gegründet und als Verein registrieren lassen - in Belgien, Brasilien, Deutschland (FIAN Deutschland), Ghana, Honduras, Indien (sowie dort in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Karnataka, Rajasthan, Tamil Nadu, Uttar Pradesh und Westbengalen), Mexiko, Nepal, Niederlande, Norwegen, Österreich, den Philippinen, Schweden und der Schweiz. In vier weiteren Ländern bestehen Koordinationen, also im Aufbau befindliche Sektionen - in Burkina Faso, Ecuador, Kolumbien und Sambia. Als Mitgliederorganisation profitiert FIAN vielfach von Freiwilligen, die sich häufig in Ortsgruppen zusammengeschlossen haben und sich dort der Bearbeitung von Fällen von Menschenrechtsverletzungen widmen.

Oberstes Gremium ist der alle zwei Jahre zusammentretende Internationale Rat. Die Mitglieder jeder Sektion entsenden Vertreterinnen und Vertreter in den Rat. Der Rat fällt die für die Gesamtorganisation wichtigsten Entscheidungen und wählt den Vorstand, Internationalen Exekutivausschuss. Das Internationale Sekretariat in Heidelberg setzt die Beschlüsse des Rats und des Vorstands um und unterstützt die Ländersektionen und -koordinationen. FIAN hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und ist unabhängig von politischen und konfessionellen Gruppen, Parteien, Regierungen und Ideologien.

Ziele und Arbeitsweise[Bearbeiten]

FIAN setzt sich für Personen und Gruppen ein, die bei Verletzungen ihres Rechts auf Ernährung nicht stark genug sind, ihre Interessen alleine zu vertreten: Kleinbauern, Kleinpächter, Landarbeiter, Landlose, von Frauen geführte Familien. Dabei sucht die Organisation die Zusammenarbeit mit den Betroffenen.

Zu konkreten ihr bekannt gewordenen Fällen der Verletzung des Rechts auf Ernährung, z.B. Vertreibung von Bauern von dem Land, das sie benötigen, um sich zu ernähren, organisiert die Organisation Protestbriefkampagnen und appelliert öffentlich an die für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlichen politischen Stellen. Die dazu nötige Faktensammlung und Falldokumentation gründet FIAN oft auf politische Recherchereisen an die Orte des Geschehens. Zusammen mit dem weltweiten Kleinbauernnetzwerk Via Campesina führt FIAN bereits seit mehreren Jahren eine "Weltkampagne für Agrarreformen“ durch.

Ausgehend von einer Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte kämpft FIAN für die weltweite Verwirklichung des Rechts, sich zu ernähren. Ziel ist nicht nur die politische Unterstützung für, sondern auch das „Empowerment“ von hungernden oder von Hunger bedrohten Menschen. Gemeint ist mit „Empowerment“, dass politische und rechtliche Mittel und natürlich auch die nötigen Bildungsvoraussetzungen für die selbständige Wahrnehmung der Interessen der Betroffenen geschaffen werden. FIAN betreibt dafür Lobbyarbeit bei den Vereinten Nationen, engagiert sich für die Menschenrechtsbildung und bemüht sich, Klagemöglichkeiten vor einheimischen und internationalen Gerichten herzustellen bzw. zu nutzen.

Erfolge[Bearbeiten]

Wichtige Impulse für die Stellungnahmen des UN-Sozialausschusses in Genf kamen von FIAN. Ein beachtlicher Erfolg für die Menschenrechtsorganisation -nach zehnjähriger Lobbyarbeit- war, als im November 2004 die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) auf ihrem Welternährungsgipfel in Rom freiwillige Leitlinien für das Recht auf angemessene Ernährung verabschiedete. Damit besteht nun ein freiwilliger, aber offizieller Katalog von Politikmaßnahmen, die die Umsetzbarkeit des Rechts auf Ernährung aufzeigen.

Weblinks[Bearbeiten]