Falkenstein Grand

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Falkenstein Grand
Hotelkette Autograph Collection by Marriott
Stadt Königstein im Taunus
Adresse Debusweg 6–18
Website brhhh.com/falkenstein-grand
Hotelinformationen
Eröffnung 1999
Besitzer Broermann Health & Heritage Hotels GmbH[1]
Leitung Ivo Schramm, Stefan Massa[1]
Klassifizierung 5 Sterne Superior
Ausstattung
Zimmer 112
Restaurants 1
Bars 1
Foto des Hotels

Koordinaten: 50° 11′ 31,8″ N, 8° 28′ 47,3″ O Das Falkenstein Grand ist ein Hotel der Luxusklasse in Königstein/Falkenstein im Taunus. Das Anwesen wurde von Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1909 als Offizierserholungsheim errichtet und 1999 als Hotel der Kempinski-Gruppe eröffnet. Seit Januar 2020 gehört das Falkenstein Grand zusammen mit der Villa Rothschild zur Autograph Collection von Marriott International.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Standort des heutigen Hotels wurde in den Jahren 1875 und 1876 ein Sanatorium eröffnet, dessen Klinikleitung Peter Dettweiler übernahm. Aufgrund besonderer Behandlungsmethoden für Tuberkulosekranke war die Klinik von weltweitem Ruf. Der zugehörige Park wurde von Gartenarchitekt Franz Heinrich Siesmayer (1817–1900) gestaltet. Charakteristisch waren die geschwungenen „Brezelwege“. Im Jahr 1907 wurde das Sanatorium abgerissen und die Arbeit für einen Neubau aufgenommen.

Ende 1906 ging das Gebäude in den Besitz des Kaisers Wilhelm II. über. 52 Offiziere und Personal sollten in einem Haupthaus und sechs Villen im englischen Cottagestil untergebracht werden. Alle Gebäude waren durch ein 1,5 Kilometer langes Tunnelsystem verbunden, so dass man bei Regen problemlos in das Haupthaus gelangen konnte. Die Baukosten betrugen über 2,5 Millionen Mark.

Am 20. August 1909 eröffnete Kaiser Wilhelm II. für die kaiserliche Armee das Erholungsheim für Offiziere, um die „Genesung und Wiedergewinnung der dem Schutze des Vaterlandes gewidmeten Kräfte“ zu fördern.

Offiziersheim Falkenstein, 20. August 1909

Bis Ende 1912 wurden 1101 Patienten im Offiziersheim behandelt.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 wurde das Falkensteiner Heim zum Lazarett und strategischem Treffpunkt. Im Jahr 1916 trafen sich hier die Militärattachés der neutralen Staaten unter der Leitung Rumäniens. Ende 1918 wurde das Offiziersheim als Lazarett geschlossen. Ab 1921 diente das Haus als Obertaunusheim als Heilanstalt für Erholungssuchende und Kriegsbeschädigte. Zwischen 1937 und 1945 wurde es als Lazarett der Wehrmacht genutzt.

Im Jahr 1946 übernahm der Landeswohlfahrtsverband (LWV) die Anlage und richtete wieder eine Lungenheilstätte ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine neurologische Klinik, die bis 1963 betrieben wurde. Nach einem Großbrand entstand im Jahr 1964 eine Fachklinik für Multiple Sklerose. Aufgrund baulicher Unzulänglichkeiten wurde die Klinik 1991 geschlossen. Im Jahr 1992 wurde der Gesamtkomplex an die Asklepios Kliniken GmbH verkauft. 1994 begann der Umbau der alten Heilanstalt in ein Hotel. Daraufhin wurden Haupthaus und Villen restauriert und der Siesmayer-Park gemäß Original-Plänen wiederhergestellt.

Am 9. September 1999 wurde das Anwesen als Kempinski Hotel Falkenstein mit 106 Gästezimmern wiedereröffnet. 2001 zeichnete der deutsche Hotel- und Gaststättenverband das Kempinski Hotel Falkenstein als Fünf-Sterne-Superior-Hotel aus.

Ende 2017 wurde bekanntgegeben, dass das Falkenstein Grand zusammen mit der Villa Rothschild ab 2020 Kempinski verlassen und zur Autograph Collection von Marriott International gehören wird.[2]

Bekannte Gäste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die brasilianische Fußballnationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 2006.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Bode: Königstein im Taunus. Kramer, Frankfurt am Main 1968, ISBN 3-7829-0295-5, S. 44–45.
  • Heinz Sturm-Godramstein: Königstein im Taunus und seine Stadtteile in alter Zeit. Geiger, Horb/Neckar 1990, ISBN 3-89264-423-3, S. 75, 80–81.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Impressum. In: Falkenstein Grand. Abgerufen am 29. März 2020 (deutsch).
  2. Villa Rothschild und Falkenstein Grand werden Autograph-Hotels. In: Taunus Zeitung. 21. Dezember 2017 (taunus-zeitung.de [abgerufen am 26. März 2018]).
  3. Leonhard Kazda: Im Bann der Ballzauberer. In: FAZ.net. 19. Mai 2006, abgerufen am 9. September 2015.