Villa Rothschild

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Villa Rothschild
Hotelkette Kempinski
Hotelallianz The Leading Hotels of the World
Stadt Königstein im Taunus
Adresse Im Rothschildpark 1
Website villa-rothschild.com
Hotelinformationen
Eröffnung 1956
Besitzer Dr. Broermann Hotels & Residences GmbH
Leitung Ivo Schramm
Stefan Massa
Klassifizierung 5 Sterne
Ausstattung
Zimmer 22
Restaurants 1
Bars 1
Foto des Hotels

Koordinaten: 50° 10′ 58″ N, 8° 28′ 26″ O Die Villa Rothschild ist ein Anwesen und heutiges Luxushotel in Königstein im Taunus, das 1948–1949 als Tagungsort des Parlamentarischen Rates diente.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1887 beauftragten die Rothschilds den Franzosen Armand-Louis Bauqué und den Italiener Emilio Pio mit den Entwürfen für die Villa in Königstein. Das Modell des Gebäudes wurde im Januar 1888 im Rothschild Palais in Frankfurt aufgestellt. Am 12. April 1888 beratschlagte der Königsteiner Gemeinderat über das Bauvorhaben und genehmigte den Bau. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten. Die neue Sommerresidenz von Wilhelm Carl von Rothschild wurde fortan zum Empfang hochrangiger Adliger und Wirtschaftsleute genutzt. Die Eröffnung des Hauses war ein gesellschaftliches Ereignis, an dem unter anderen auch Kaiserin Viktoria und der Prince of Wales teilnahmen. 1938 flüchtete die Familie vor den Nazis in die Schweiz. Das Gebäude wurde von der Reichsfinanzverwaltung beschlagnahmt, 1939 weiterverkauft und von der Reichsgruppe Banken des nationalsozialistischen Regimes genutzt.

Da die Villa im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört oder beschädigt wurde, übernahm das Land Hessen das Gebäude; es wurde von 1948 bis 1949 als Tagungshaus des Parlamentarischen Rates, des Wirtschaftsrates der Bizone und der westdeutschen Ministerpräsidenten genutzt. Während dieser Zeit wurde es auch Haus der Länder genannt und galt als „Wiege des deutschen Grundgesetzes und der Bundesrepublik“. Die CDU und CSU berieten in dieser Villa über die gemeinsame Arbeit als Fraktionsgemeinschaft im deutschen Bundestag.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1955 kaufte die Stadt Königstein im Taunus die Villa von der Familie Rothschild, der es zwischenzeitlich zurückgegeben wurde und baute sie zu einem Hotel um, das 1956 unter dem Namen Hotel Sonnenhof eröffnete. Da weder die Stadt Königstein, noch die bisherigen Pächter genügend Mittel aufbringen konnten um eine dringend benötigte Grundsanierung durchzuführen, wurde der Hotelbetrieb zum 31. Oktober 2005 vorübergehend eingestellt. Zum 1. November 2005 schloss die Dr. Broermann Hotels & Residences GmbH einen über 99 Jahre laufenden Erbpachtvertrag mit der Stadt Königstein im Taunus, als Eigentümerin des Anwesens.[1] Nach einer aufwendigen Sanierung und Abriss eines Bettentrakts, wurde das Hotel am 1. März 2007 als Villa Rothschild Hotel & Restaurant wieder eröffnet. Im Hotel gibt es das Zwei-Sterne-Restaurant Villa Rothschild des Kochs Christian Eckhardt.

Der Wellnessbereich befindet sich im 1 Kilometer entfernten Schwesterhotel, dem Falkenstein Grand Kempinski. Seit 2008 gehört die Villa Rothschild gehört zur Hotelallianz The Leading Hotels of the World. Im November 2009 übernahm die Kempinski AG das Management des Hotels, wodurch sich der Name in Villa Rothschild Kempinski änderte.[2][3]

Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund um die Villa erstreckt sich ein 10,4 Hektar großer Park. Die Familie Rothschild hatte im Laufe der Zeit umfangreiche Flächen rund um die Villa erworben, um einen unverbaubaren Blick auf die Burg Königstein, aber auch auf die Stadt Frankfurt am Main zu haben. Es wurde ein Park angelegt, der durch alte Baumbestände, einen künstlichen Wasserlauf und Freiflächen strukturiert wurde. 1975 wurde die Skulptur „Strahlendes Leben“ des französisch-ungarischen Bildhauers László Szabó aufgestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Kowald: Villa Rothschild; in: Jahrbuch Hochtaunus 2008, ISBN 978-3-7973-1049-1, S. 226–229.
  • Heinz Sturm-Godramstein: Königstein im Taunus in alten Ansichten, 1978.
  • Heinz Sturm-Godramstein: Juden in Königstein. Leben, Bedeutung, Schicksale, 1983, ISBN 978-3-9800-7930-3.
  • Heinz Sturm-Godramstein: Königstein im Taunus und seine Stadtteile. In alter Zeit, 1990, ISBN 978-3-8926-4423-1.
  • Beate Großmann-Hofmann, Hans-Curt Köster: Königstein im Taunus: Geschichte und Kunst; Königstein (Verlag Langewiesche), 2010; ISBN 978-3-7845-0778-1, besonders S. 46, 50 u.102.
  • Beate Großmann-Hofmann: Gartenkunst in Königstein; in: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2005, S. 91-93, ISBN 3-7973-0914-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Königstein: Aus dem "Sonnenhof" wird Kempinski-Dependance. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Oktober 2005, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 20. Juni 2016]).
  2. Matthaes Verlag GmbH, Stuttgart, Germany: Falkenstein wird Grand, Villa Rothschild wird Kempinski. In: AHGZ.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  3. Matthaes Verlag GmbH, Stuttgart, Germany: Die Villa Rothschild hat eine Zukunft. In: AHGZ.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.