Farmer Managed Natural Regeneration

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Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR) ist eine Wiederaufforstungstechnik. Sie wurde vom australischen Agrarökonomen Tony Rinaudo erfunden und in Westafrika in den 1980er und 1990er Jahren entwickelt. Sie wird unter anderem im Niger, Tschad, Burkina Faso, Äthiopien und Mali praktiziert.[1][2] Die Technik ist einfach, kostengünstig und hat das Potenzial, ganze Regionen wieder zu begrünen und auch den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern.

In Niger wurden 200 Millionen Bäume mit Hilfe dieser Methode hochgezogen,[3] und im Süden Äthiopiens wurden in der Region Humbo 27 Quadratkilometer Land wieder aufgeforstet.[4] Insgesamt kehrte zwischen 1983 und 2015 auf 60.000 Quadratkilometern Baumbestand zurück. Ein Experte vom World Resources Institute spricht von der „wohl größte[n] Umweltveränderung in Afrika in den letzten hundert Jahren“.[5]

Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FMNR beruht auf natürlich vorhandenen lebenden Baumstümpfen, Baumwurzeln und Samen. Diese bilden neue Sprossen, von denen durch Ausschneiden die stärksten im Wachstum begünstigt werden. Obwohl die Baumstümpfe tot wirken können, bieten sie ein großes Potenzial für schnelles Baumwachstum. In der Region Maradi (Niger) stellten sich vor allem die Baumarten Piliostigma reticulatum, Guiera senegalensis, Acacia albida, Annona senegalensis und Combretum glutinosum als geeignet heraus.[6]

Vorteile und Beschränkungen des Verfahrens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteile sind:[6]

  1. Wachstum von Brennholz und Holz zum Eigennutz und Verkauf
  2. Rekultivierung von degradierten Flächen
  3. Ernteerträge und Viehwirtschaft verbessern sich – Bäume spenden Schatten, schützen so vor Sonne und Austrocknung des Bodens, durch Wald entsteht auch Viehfutter
  4. Biodiversität wird erhöht
  5. Generierung von Einkommen durch den Verkauf von Feuerholz und Holz
  6. Verbesserung der Lebensqualität – Wald schützt vor Wind, Wetter und Staub und verbessert das Mikroklima und spendet Schatten
  7. Verfahren wird durch Mundpropaganda der beteiligten Bauern beworben

Als Beschränkungen werden genannt:[6]

  1. Konkurrenz zu herkömmlichen Aufforstungsprogrammen mit Neupflanzung
  2. noch lebende Baumstümpfe und Schösslinge geeigneter Arten müssen vorhanden sein
  3. bei Dürre werden zahlreiche Gehölze dafür verwendet, Viehfutter zu gewinnen, jedoch sind die Bäume leicht restrukturierbar.
  4. in entlegenen Regionen wirtschaftlich nicht so interessant, bei überregional großem Brennholzmangel bleibt der wirtschaftliche Vorteil erhalten.
  5. herkömmliche Bewirtschaftungsweise und einige Landwirtschaftsgesetze (Verbot des Fällens von Bäumen) müssen angepasst werden

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tony Rinaudo: The Development of Farmer Managed Natural Regeneration, 24. September 2008.
  2. Horand Knaup: Begrünung in der Sahelzone: Mister Rinaudo will die Wüste stoppen. Spiegel Online, 18. Juni 2012; abgerufen am 25. September 2018.
  3. Wald in der Wüste. Fluter, 15. Juni 2016; abgerufen am 25. September 2018.
  4. Kathleen Buckingham, Craig Hanson: The Restoration Diagnostic. Case Example: Humbo, Ethiopia. (PDF) World Resources Institute, abgerufen am 24. September 2018 (englisch).
  5. Gottes Waldmacher. In: Die Welt, 28. Juni 2015.
  6. a b c P.J. Cunningham, T. Abasse: Reforesting the Sahel: Farmer Managed Natural Regeneration (PDF) zuerst veröffentlicht in A. Kalinganire, A. Niang, A. Kone: Domestication des especes agroforestieres au Sahel: situation actuelle et perspectives. ICRAF Working Paper, ICRAF, Nairobi, 2005.